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Roter Himmel Kriminalroman von Klöppel, Renate (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.12.2013
  • Verlag: Fahrenheit
eBook (ePUB)
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Roter Himmel

Fassungslos steht der Medizinprofessor Alexander Kilian vor seinem brennenden Institut. Schon bald steht fest: Es muss Brandstiftung gewesen sein. Wenig später findet man in der Ruine die Leiche eines Mannes, der dort schon länger unbemerkt gehaust haben muss. Könnten hinter dem Anschlag die militanten Tierschützer stehen, die Kilian eine tote weiße Ratte vor die Haustür gelegt haben? Plötzlich sieht sich der Professor gemeinsam mit seiner bislang so pflichtbewussten Sekretärin Beate Brändle in einen höchst gefährlichen Fall verwickelt.

Renate Klöppel, geboren 1948 in Hannover, ist Kinderärztin und Diplommusiklehrerin. Sie unterrichtete zwanzig Jahre an der Musikhochschule Trossingen und war ebenso lange als Schulärztin an einer Schule für Körperbehinderte tätig. Sie schrieb vier Sachbücher, von denen Übersetzungen ins Polnische, Tschechische, Italienische, Spanische und Chinesische vorliegen. 2004 veröffentlichte sie die viel beachtete und mit dem Horst Joachim Rheindorf-Literaturpreis ausgezeichnete Lebensgeschichte einer schizophrenen Malerin unter dem Titel "Die Schattenseite des Mondes". Von den sechs Kriminalromanen um den Freiburger Professor Alexander Kilian erschienen die letzten drei mit den Titeln "Der Kapuzenmann", "Schlangensaat" und "Blutroter Himmel" im Piper Verlag.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 10.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492980265
    Verlag: Fahrenheit
    Größe: 1426kBytes
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Roter Himmel

Leseprobe Jenseits der Altstadt, dort wo Herdern liegen musste, flackerte der Nachthimmel in einem schmutzigen Rot, und die tief hängenden Regenwolken schoben sich wie von roten Scheinwerfern angestrahlt auf den Schlossberg zu. Weiter im Osten, wo der Schwarzwald begann, löste das grelle Licht eines Blitzes eine bewaldete Kuppe aus der Finsternis. Gleich darauf verschwand die blau flackernde Anhöhe wieder, die roten Wolken blieben. Als Alexander Kilian an der Schwabentorbrücke in den Schlossbergring einbog, verdeckte der Berg das gespenstische Schauspiel. Er drehte das Radio lauter. Seit Tagen hatte er keine Nachrichten gehört. Während der Konferenz in Dresden hatte ein kleines und den Normalsterblichen weitgehend unbekanntes Lebewesen namens Zebrafisch sein Denken beherrscht, und er war gemeinsam mit über sechshundert Wissenschaftlern und Technikern aus aller Welt von einer Veranstaltung zur nächsten geeilt. Was außerhalb der Stadt oder, genauer gesagt, des Kulturpalastes aus der Zeit des real existierenden Sozialismus geschah, war unbemerkt an ihm vorbeigegangen. Auf dem Flug von Dresden nach Stuttgart hatte er geschlafen. Der Nachrichtensprecher berichtete von der zunehmenden Schuldenlast für jeden einzelnen Bundesbürger: fast fünfundzwanzigtausend Euro öffentliche Schulden pro Kopf. Dabei waren Säuglinge und Greise ebenso mitgerechnet wie alle weiteren für den Schuldenabbau untauglichen Staatsbürger. Alexander schaltete das Radio aus. Seine Hoffnung auf eine gute Nachricht würde sich auch heute nicht erfüllen, zum Beispiel, dass der Freiburger Universität ab sofort der zehnfache Forschungsetat zur Verfügung stehen würde. Als er vor seiner Haustür aus dem Wagen stieg, hatte er den roten Himmel längst vergessen. Der Gewitterregen war weitergezogen, aber die Nässe hing noch wie warmer Atem zwischen den Häusern. Alexander nahm den kleinen Lederkoffer vom Rücksitz und schlug die Autotür zu. Nicht zum ersten Mal überfiel ihn bei der Rückkehr nach einer Reise plötzlich die Furcht, während seiner Abwesenheit könne sich ein Unglück ereignet haben, von dem er nichts wusste. Er atmete tief durch die Nase ein. Was da in der Luft hing, war nicht der Rauch eines Holzfeuers oder der Geruch von angebrannten Grillwürsten, es war der beißende Qualm eines zerstörerischen Brandes. Prüfend sah er zu seiner Wohnung empor, bis er sich sicher war: Die stinkenden Schwaden stammten nicht aus diesem Haus. Wieder mal hatte sich seine Befürchtung nicht bestätigt. In der Ferne hörte er ein Martinshorn. Es kam näher, war plötzlich direkt hinter ihm. Mit flackerndem Blaulicht und heulender Sirene jagte ein Polizeifahrzeug durch die stille Mozartstraße, vorbei an ein paar Menschen am Straßenrand, die gestikulierend herumstanden. Den Blick hatten sie in eine Ferne gerichtet, die er von seinem Haus aus nicht sehen konnte. Zögernd setzte sich die Gruppe in die Richtung in Bewegung, in der das Polizeifahrzeug verschwunden war. Alexander stellte seinen Koffer in den Wagen zurück und ging auf die Mozartstraße zu, kehrte jedoch nach ein paar Schritten wieder um. Er, Professor Alexander Kilian, Leiter des Instituts für Molekulare Genetik, würde sich nicht unter die Gaffer mischen, die sich wie Geier um das Aas um jeden Unglücksfall scharten. Er nicht! Beunruhigt blieb er neben seinem Auto stehen. Und wenn er doch etwas Wichtiges versäumte? Sekunden kämpfte er mit sich selbst, dann folgte er langsam und unschlüssig dem Grüppchen, ehe er seinen Schritt beschleunigte und die anderen überholte. Die Nässe verschleierte grau und gespenstisch die Konturen der Häuser und Bäume, aber ein paar Steinwürfe entfernt zuckten blaue Lichter in der Finsternis. Alexander ging noch schneller, lief schließlich auf das Schauspiel zu. Das ungute Gefühl hatte sich längst wieder eingestellt, nach weiteren hundert Metern war daraus eine Gewissheit geworden. Noch ein paar Meter, dann erstarrte er. Alexander Kilian schloss die A

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