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Ruf der Kraniche von Björglund, Svenson (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.07.2014
  • Verlag: Himmelstürmer Verlag
eBook (ePUB)
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Ruf der Kraniche

Nachdem der Himmelstürmer Verlag von Svenson Björglund bereits die beiden erfolgreichen Romane 'Catwalk Dreams' und 'Gebrochene Flügel' herausgebracht hat, legt er mit 'Ruf der Kraniche' das neueste Werk dieses Autors vor. Auch hier geht es um besondere Lebensschicksale und die junge Liebe zwischen zwei Freunden, die durch viele Hindernisse ihren gemeinsamen Weg zu finden suchen. Gleichzeitig beschreibt Svenson Björglund ein Stück grausamer Zeitgeschichte, die sich niemals wiederholen darf. Es ist dies eine mitreißende Fluchtgeschichte, die uns in das traditionsträchtige Ostpreußen mit den berühmten Pferdezüchtern und den scheinbar endlosen Kornfeldern führt. Hier wächst Jan auf dem elterlichen Gestüt in gutbürgerlichen Verhältnissen auf und entdeckt mit seinem Freund Christian und Jenny, Tochter der Haushälterin, das Leben in allen Facetten. Jan und Christian mögen sich und machen gemeinsam ihre ersten sexuellen Erfahrungen. Christian wird schließlich zur Hitlerjugend eingezogen, damit kommt auch der Krieg nach Ostpreußen. Es beginnt für sie die schmerzliche Zeit der Trennung. Erst jetzt bemerkt Jan seine Liebe zu Christian, hat aber nicht den Mut, sich zu ihr zu bekennen. Als die russischen Soldaten auch nach Stallupönen einfallen, begeben sich Jan, Jenny, ihre Mutter Hanna und Kossmann, der alte Knecht, im Treck auf die Flucht heim ins Reich. Sie erleben das ganze Elend des Krieges mit Luftangriffen, Flucht über das vereiste und brüchige Haff, Vergewaltigungen und viel Hunger und Not. Als der polnische Zwangsarbeiter Adam zu ihnen stößt, erfährt Jan vom Schicksal seiner Eltern und schließt seine Vergangenheit ab. Von nun an blickt er noch nach vorn mit dem einzigen Ziel, zu überleben. Dabei wird die Liebe zwischen Jan und Adam die tragende Kraft. Als sie schließlich im Reich ankommen, werden sie zum Spielball vernichtender Intrigen. Es ist ein spannender Roman voller überraschender Momente, in dem auch die Erotik nicht zu kurz kommt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 157
    Erscheinungsdatum: 22.07.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863614300
    Verlag: Himmelstürmer Verlag
    Größe: 678kBytes
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Ruf der Kraniche

Die Heimat

Ein leichter Wind wehte über die weiten goldgelben Kornfelder Ostpreußens und ließ die überreifen Kornähren sich gefährlich zur Seite neigen. Es wurde Zeit, dass die Ernte begann. Der Himmel meinte es seit Wochen übermäßig gut. Auch heute waren nur wenige grauweiße Wolken zu sehen. Sie schienen sich verirrt zu haben, mal zogen sie gehorsam in die Richtung, die ihnen die Ähren vorzeigten, dann wieder schienen sie erstarrt zu verharren, als wüssten sie nicht, in welche Richtung ihre Reise gehen sollte. Die Feldränder sahen wie in einem Bilderbuch festlich bunt geschmückt aus. Fast schon feierlich wirkten die Farbtupfer am Wegesrand. Zwischen den duftenden weißen Kamillestauden und den Margeriten hob sich das intensive Blau der Kornblumen ab, unterbrochen vom feuerrot leuchtenden Mohn. Einige Lerchen schmetterten ihre fröhlichen Loblieder in den tiefblauen Himmel, während sie mit ihren kleinen Flügeln die Luft rastlos zu zerhacken schienen.

Auf den angrenzenden sattgrünen, von vielen Butterblumen und rotviolett blühendem Klee gleichmäßig kunstvoll besprengten Wiesen, tummelten sich einige Dutzend Jungpferde, jedes von ihnen war ein kleines Vermögen wert. Von weit her, aus dem ganzen Großdeutschen Reich und darüber hinaus kamen zweimal im Jahr professionelle Pferdehändler in dieses kleine ostpreußische Gut, das fast schon versteckt zwischen dem berühmten Trakehnen und der Kreisstadt Stallupönen direkt neben der Pissa lag, einem Nebenarm der Pregel, um die berühmten Trakehner aufzukaufen. Dieser Hof hatte sich über Jahrzehnte einen guten Namen erworben, auf den der Besitzer Erich Kowalski stolz war. Er war mit seinen vierzig Jahren ein erfahrener Gutsherr und Pferdezüchter in dritter Generation. Nach ihm würde sein einziger Sohn alles weiterführen. Jan war erst sechs. Er hatte noch viel Zeit, sich einzuarbeiten. Sorgen machte dem Gutsherrn lediglich, dass Jan kein richtiger Junge war, kein richtiger Kerl. Er war das, was Erich früher immer salopp abwertend als "Schwächling" bezeichnet hatte. Lag es daran, dass der Junge zu sehr verwöhnt wurde? Wie oft musste der Vater eingreifen, wenn seine Frau versuchte, dem Jungen sämtliche Steine aus dem Weg zu räumen und seine Weichheit noch unterstützte. Wie sollte er so das Leben kennen lernen, wie sollte er so zu einem richtigen Mann werden?

Kowalski ging den schmalen ausgefahrenen Feldweg entlang zu seinem Einspänner und prüfte die Körner, die er aus den Ähren mit beiden Handflächen herausgerieben hatte. Ja, das Korn war reif, sehr reif. Er musste unbedingt mit der Ernte beginnen, wenn er keinen Verlust einfahren wollte. Es versprach eine enorm gute Ernte zu werden.

Er band die Zügel vom Wagen los und schwang sich auf den Kutschbock. "Hüh!" Der braune Zweijährige setzte sich in Bewegung. Nun musste der Gutsherr nur noch zu den anderen Weiden, auf denen die restlichen Trakehner-Pferde weideten. Er musste nachsehen, ob sie auch noch genug Grünfutter hatten und alle Tränken ausreichend mit frischem Wasser gefüllt waren. Eigentlich konnte er sich auf seine Mitarbeiter verlassen.

Der Weg führte ihn durch eine großzügig angelegte Eichenallee, die jetzt zur Mittagszeit angenehmen Schatten spendete. Es war weit und breit keine Menschenseele zu sehen. So sollte es auch sein, sie waren alle an ihrer Arbeit. Schon bald würde es hier anders aussehen, wenn erst die Ernte begonnen hatte. Nur gut, dass sie ihren Schwerpunkt auf die Pferdezucht gelegt hatten und nicht auf die Getreideproduktion. Was sie hier ernteten, war nur für den eigenen Bedarf bestimmt.

Als der Gutsherr auf seinen Hof einfuhr, stoben eini

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