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Runenschwert Roman von Low, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.04.2012
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Runenschwert

Die große Wikingersaga geht weiter... In der gnadenlosen Welt der Wikinger überleben nur die Stärksten. Nachdem die Eingeschworenen herbe Verluste hinnehmen mussten, scheinen ihnen die Götter auch weiterhin nicht wohlgesinnt. Das legendäre Runenschwert, das ihr Anführer Orm besitzt, wird von einem mächtigen Feind gestohlen. Mithilfe einer Horde von Söldnern machen sich die Eingeschworenen auf die Suche. Es beginnt ein gewaltiges Abenteuer voller Schlachten und Blut. Robert Low ist Journalist und Autor. Mit 19 Jahren war er als Kriegsberichterstatter in Vietnam. Seitdem hat ihn sein Beruf in zahlreiche Krisengebiete der Welt geführt. Um seine Abenteuerlust zu befriedigen, nimmt er regelmäßig an Nachstellungen von Wikingerschlachten teil. Robert Low lebt in Largs, Schottland - dem Ort, wo die Wikinger schließlich besiegt wurden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 09.04.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641082161
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: The Wolf Sea
    Größe: 1589 kBytes
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Runenschwert

KAPITEL 2

Nach Starkads Besuch im Delphin zogen wir um auf Radoslaws Knarr, die Woltschok, teils, um den Wachen aus dem Weg zu gehen, teils aber auch, um bereit zu sein, wenn der kleine Eldgrim die Nachricht brachte, dass Starkad in See gestochen sei.

Es gab noch eine Menge zu tun, um die Woltschok seetüchtig zu machen. Radoslaw war von mütterlicher Seite her halb Slawe, aber sein Vater war ein Händler aus Gotland, und daher hätte man von ihm eigentlich mehr Geschick im Umgang mit einer Knarr erwartet, die so lang war wie zehn Männer. Stattdessen lag sie unbemannt in einer Ecke des Julianshafens, wo sie ihn mehr Gebühren kostete, als er sich leisten konnte - bis er hörte, dass eine berühmte Gruppe von varjazi ohne Schiff hier war, und wie er sagte, als wir uns per Handschlag einig wurden, unser Wyrd hatte uns füreinander bestimmt.

Aber er war kein Seemann, und jedes Mal, wenn er mit wichtiger Miene kluge Bemerkungen zur Schifffahrt abgab, grinste Sighvat ihn nur an und sagte: " Erzähl doch noch mal, wie es dazu kam, dass du ein so hübsches Schiff, aber keine Mannschaft hast."

Bestimmt bedauerte Radoslaw es bereits, dass er uns erzählt hatte, wie er seine Mannschaft verloren hatte. Sie waren alle Christus-Anhänger, aber nachdem er in der Hitze eines schweren Kampfes Wasser getrunken hatte, das mit Blut verunreinigt war, und sich dann als guter Perun-Anhänger geweigert hatte, sich einer rituellen Reinigung durch Mönche zu unterziehen, hatten sie ihn verlassen.

" In der Sprache der Slawen heißt Woltschok ' kleiner Wolf' oder 'Wolfsjunges'", pflegte er hinzuzufügen. Und das ist der richtige Name für sie, denn sie kann beißen, wenn es sein muss. Mein Name, Schtschuka, bedeutet 'Hecht', denn ich bin wie dieser Fisch. Wenn ich meine Zähne in etwas geschlagen habe, muss man mir den Kopf abschneiden, ehe ich wieder loslasse."

Dann pflegte er zu seufzen und besorgt den Kopf zu schütteln: " Aber diese griechischen Christus-Anhänger haben mich im Stich gelassen, und die Zähne sitzen nicht mehr so fest."

Die Eingeschworenen grölten und schlugen sich auf die Schenkel; so eine Geschichte war eine Abwechslung bei der schweren Arbeit des Steineschleppens. Denn der kleine Wolf benötigte Ballast, um seinen Trimm zu verbessern.

Der Trimm. Bei einer Knarr dieser Größenordnung hängt alles von der richtigen Gewichtsverteilung ab, damit sie richtig im Wasser liegt, denn sie ist kein schnittiges Boot, das elegant durch die Fjorde gleitet und sich bei schwachem Wind leicht rudern lässt. Die Besatzung ist ganz besessen von diesem Thema, und das Geheimnis des richtigen Trimmens wird von jeder Mannschaft wie ein Schatz gehütet, und jeder Steuermann behauptet, nur er allein mache es richtig. Sie wachen über ihre glatten, runden Ballaststeine, als seien sie aus Gold.

Segeln ist nicht schwer, aber selbst das griechisch-römische Kauderwelsch von Miklagard ist leichter zu verstehen als die Fachsimpeleien eines Steuermanns. Deshalb war ich froh, als Bruder Johannes mich rief und mich von Gisur befreite, der verbissen auf mich einredete, während wir immer noch auf den kleinen Eldgrim warteten.

Der irische Mönch war der Einzige, mit dem ich über das Wyrd in dieser Sache reden konnte, denn er verstand, warum ich fast wünschte, wir hätten kein Schiff. Es war mir zwar wie ein Geschenk in den Schoß gefallen, aber nur, weil ein Thor-Anhänger Blut getrunken und damit Christus-Anhänger verärgert hatte. Es war fast, als hätte der Donnergott selbst die Hand im Spiel gehabt. Und Thor war Odins Sohn.

Bruder Johannes nickte, obwohl er die Sache etwas anders sah. " Es stimmt schon, die Wege des Herrn sind unergründlich", sagte er sinnend und nickte Radoslaw zu, der ebenfalls Ballaststeine schleppte. " Ein Mensch begeht eine Sünde, und für einen anderen erwei

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