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Sämtliche Werke: Gedichte + Erzählungen + Autobiographische Schriften Über 800 Titel in einem Buch: Kinder-Verwirr-Buch + Als Mariner im Krieg + Kuttel Daddeldu + Die Schnupftabaksdose + Mein Leben bis zum Kriege + Allerdings + Turngedichte... von Ringelnatz, Joachim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.05.2015
  • Verlag: e-artnow
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Sämtliche Werke: Gedichte + Erzählungen + Autobiographische Schriften

Dieses eBook: 'Sämtliche Werke: Gedichte + Erzählungen + Autobiographische Schriften' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Joachim Ringelnatz (1883-1934) war ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler, der vor allem für humoristische Gedichte um die Kunstfigur Kuttel Daddeldu bekannt ist. Inhalt: Die Walfische und die Fremde Vom Tabarz Der arme Pilmartine Die Ode an Elisa Drama im Zoo Der ehrliche Seemann Rätselhaftes Ostermärchen (nur mit Ei und Eier aufzulösen) Vom andern aus lerne die Welt begreifen (Ein Märchen) Die wilde Miß vom Ohio Durch das Schlüsselloch eines Lebens Der tätowierte Apion Jemand erzählt von Illineb Das schlagende Wetter Nervosipopel Diplingens Abwesenheit Vom Baumzapf ...liner Roma... Ein jeder lebt's Die Woge: Marine-Kriegsgeschichten Mein Leben bis zum Kriege Als Mariner im Krieg Die Flasche und mit ihr auf Reisen Kuttel Daddeldu Avant-propos Vom Seemann Kuttel Daddeldu Daddeldus Lied an die feste Braut Seemannstreue Abendgebet einer erkälteten Negerin Die Weihnachtsfeier des Seemanns Kuttel Daddeldu Kuttel Daddeldu und Fürst Wittgenstein Kuttel Daddeldu besucht einen Enkel Seemannsgedanken übers Ersaufen Kuttel Daddeldu im Binnenland Kuttel Daddeldu und die Kinder Matrosensang Geheimes Kinder-Spiel-Buch Abzählreime Maikäfermalen Himmelsklöße Das Bergmannspiel Schlacht mit richtigen Bomben Das Doktor-Knochensplitter-Spiel Afrikanisches Duell Eine Erfindung machen Sich interessant machen Volkslied Kinder-Verwirr-Buch Kleine Lügen Babies Kind, spiele! Beinchen Schlängelchen Nie bist du ohne Nebendir Die Guh gibt Milch und stammt aus Leipzig Unter Wasser Bläschen machen Kinder, spielt mit einer Zwirnsrolle! Das Hexenkind Den Unterschied bei Mann und Frau Emanuel Pips Arm Kräutchen Ernster Rat an Kinder Kinder, ihr müßt euch mehr zutrauen! Bist du schon auf der Sonne gewesen? Kindersand...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 2500
    Erscheinungsdatum: 07.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026836810
    Verlag: e-artnow
    Größe: 2779 kBytes
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Sämtliche Werke: Gedichte + Erzählungen + Autobiographische Schriften

Auf der Presse

Inhaltsverzeichnis
Frau Fischer nahm ihren Sohn vom Gymnasium fort und brachte ihn auf eine jener Drillschulen, die wir Presse nannten. Auch mich steckte man in ein solches Institut. Es hieß nach seinem Direktor "Tollersche Privat-Realschule". In der Stadt war diese Schule berüchtigt.

Latein fiel weg. In den andern Fächern fand ich mich dort um einen Grad besser zurecht als im Gymnasium. Höchstens um einen Grad.

Am schwersten fiel mir die französische Sprache. Sächsisch gelehrt war sie wohl auch von einem Sachsen nicht zu lernen. "Schö nä ba, dü na ba, il na ba, nu nawong ba, wu nawä ..." Leider wußte ich mir für teures Geld ein für Schüler verbotenes und schwer zu erlangendes Buch zu verschaffen. Eine wörtliche Übersetzung des Lehrbuches von Plötz. Mit Hilfe dieses Schlüssels fertigte ich Hausübersetzungen an, die erstaunlich wenig Fehler aufwiesen. Mußte ich aber unter Aufsicht des Lehrers nach Diktat übersetzen, so entstand etwas, was von Fehlern wimmelte. Dieser Lehrer, er hieß Rochlitz, war ein graumelierter Herr. So wie er aussah, stellte ich mir damals einen Marquis vor. Er zeigte jedoch weit mehr Interesse für mich als ich für ihn.

Ich hatte mir angewöhnt, allzeit an den Fingernägeln zu kauen. Wenn ich während des französischen Unterrichts mich so recht innig und fernsinnend diesem Sport hingab, beschlich mich Rochlitz und schlug mir unversehens mit dem Lineal gehörig auf die Hand. Das half aber nur für kurze Zeit. Später mußte ich ihm vor Beginn jeder Stunde meine häßlich verstümmelten Fingerspitzen hinhalten, und er schmierte mir zum Gaudium der ganzen Klasse Ochsengalle darauf. Ochsengalle ist gelb und schmeckt bitter. Aber meine Leidenschaft nahm das mit in Kauf und gewöhnte sich rasch daran. Als man dieser üblen Angewohnheit von mir keine Aufmerksamkeit mehr schenkte, verlor sie sich von selber.

Rochlitz beschlich mich auch auf einem anderen Gebiete. Während der öden Schulstunden vertrieb ich mir die Zeit damit, mit Buntstift, ich glaube sogar mit Wasserfarben, Bilder zu malen. Feuersalamander, Reiter, rote Husaren oder sogar politische Bilder. Politisch deswegen, weil ich in ihnen irgend etwas Aufgeschnapptes oder dem Kladderadatsch Abgesehenes darzustellen versuchte. Etwa den großen Russischen Bären neben der zierlichen Französischen Marianne. Rochlitz beobachtete mich dann heimlich, und auf einmal sprang er zu mir und entriß mir das Bild. Zufällig immer dann, wenn es fertig war. Er sah stets von einer Bestrafung ab, und es war mir gleichgültig, daß ich das Bild nicht zurückerhielt.

Wie sollte dabei Französisch in mich kommen. Auch als mein Vater sich persönlich meiner annahm und mir daheim Unterricht erteilte, ergab sich nichts anderes als Peinlichkeiten. Ich gestand nicht, daß ich die Anfangsgründe nicht begriff, schämte mich zu sagen, daß ich gar nichts, rein gar nichts wußte. Und der Privatunterricht endete damit, daß mein Vater wieder den Klemmer verlor, mich an seine rauhe Backe drückte, und wir beide weinten.

Englisch fiel mir leicht, aber ich war völlig uninteressiert. - Dem Religionsunterricht mißtraute ich im Unterbewußtsein. - In Geographie war ich faul. - In Geschichte schwitzte ich Angst. - Naturbeschreibung hatte scheinbar nichts mit Natur zu tun. Naturlehre auch nicht. (Ich beschreibe diese Aufzählung nach einem Zensurenverzeichnis, das vor mir liegt. Den vorgedruckten Fächern sind handschriftlich Zensuren hinzugefügt.) - Zahlenrechnen fand ich entsetzlich. - Mathematik entsetzlich. - Für Freihandzeichnen zu unbegabt. - Geometrisches Zeichnen: Darüber spreche ich noch. - Schreiben ganz schlimm. - Gesang: nur ein Strich. - Turnen: Lehrer und Schüler sich gegenseitig nicht im klaren. - Alle übrigen Fächer kamen, weil sie fakultativ waren, für mich nicht in Betracht.

Im deutschen Aufsatz und in deutscher Grammatik unterrichtete der gestrenge Direktor selbst. - "Den besten Aufsatz haben

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