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Südsternjahre - Die Australien-Saga Gesamtausgabe von Maly, Rebecca (eBook)

  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Südsternjahre - Die Australien-Saga Gesamtausgabe

Dies ist die Gesamtausgabe der gleichnamigen Serie 'Südsternjahre - Die Australien-Saga' von Rebecca Maly und enthält die Einzelbände 1-5. Die mutige Reise einer Forscherin Ende des 19. Jahrhunderts und eine bewegende Dreiecksgeschichte: Cambridge, Mai 1880 / Die 27-jährige Florence Niles ist Wissenschaftlerin durch und durch - doch als Frau darf sie ihre Leidenschaft und Interessen für ferne Länder und Kulturen nicht frei ausleben. Auf Umwegen bekommt die Völkerkundlerin dann die lang ersehnte Chance: Sie geht eine Zweckehe mit dem wohlhabenden Ernest Furnish ein und plant mit ihm eine Forschungsreise nach Australien. Doch noch während der Überfahrt lernt sie einen attraktiven Schweden kennen, der die Zukunftspläne der sonst so zielstrebigen Forscherin gehörig durcheinanderbringt und bald nicht nur ihre Expedition gefährdet ... 'Südsternjahre' ist eine ergreifende Lovestory und zugleich die Entwicklungsgeschichte einer außergewöhnlichen Frau, die ihrem Herzen folgt!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 470
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955309114
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 20259 kBytes
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Südsternjahre - Die Australien-Saga Gesamtausgabe

KAPITEL 1

CAMBRIDGE, Mai 1880

In diesem Moment hasste Florence ihren Vater. Wäre sie noch einen Augenblick länger geblieben, hätte sie ihm vor seinem Gast laut die Meinung gesagt. Deshalb war sie nur wütend davongestürmt.

Aus Professor Niles' Arbeitszimmer hinaus, durch die Flure der ehrwürdigen Universität von Cambridge, quer über den belebten Hof bis zu ihrem Lieblingscafé an der Bridge Street, wo sie völlig außer Atem ankam.

Zum Glück gab es noch freie Tische, sonst wäre sie an diesem Tag wirklich vollends verzweifelt. Florence hatte sich auf eine kleine schmiedeeiserne Bank gesetzt und gehofft, ihre Gefühle ließen sich so problemlos ordnen wie ihre Kleidung.

Der Oberstoff aus Seide raschelte leise, als sie die dunkelgrünen Falten glatt strich.

Am Saum ihres Ärmels haftete noch eine winzige, blau schillernde Feder. Florence zupfte sie ab und riss dabei versehentlich einen Faden aus dem Spitzensaum, der sich daraufhin hässlich kräuselte. Ruiniert.

Zornig blies sie die Feder davon und sah zu, wie sie von einem schwachen Windzug durch das Café getragen wurde und schließlich im Rinnstein der kopfsteingepflasterten Straße liegen blieb. Vom Urwald Südamerikas in den Dreck der Gassen von Cambridge. Es war so absurd, dass Florence am liebsten laut aufgelacht hätte.

Sie tat es nicht. Die anderen Gäste beobachteten sie auch so schon mit einer Mischung aus Irritation und Herablassung, seit sie vor wenigen Minuten mit gerafften Röcken und geröteten Wangen hereingestürmt war. Drei junge Männer schauten immer, wenn sie meinten, Florence bemerke es nicht, zu ihr hinüber und redeten leise.

Sie war sich sicher, das Trio schon einmal gesehen zu haben. Es waren Studenten ihres Vaters aus den ersten Semestern. Der Versuch, sie zu ignorieren, scheiterte kläglich, doch Florence war diese Blicke gewohnt. Viele Männer wollten nicht einsehen, dass inzwischen auch Frauen studierten - und dabei womöglich sogar besser waren als sie. Universitätsabschlüsse durften die Studentinnen allerdings noch immer nicht machen, und bislang sah es auch nicht so aus, als würde sich in den nächsten Jahren etwas daran ändern.

Mittlerweile ließ die Hitze, die von ihr Besitz ergriffen hatte, langsam nach, doch wütend war Florence noch immer. Sie fühlte die Aufregung in ihrer Kehle pochen und wedelte sich mit einer gestärkten Serviette Luft zu.

"Ihre Limonade, Miss." Der Kellner wischte mit einem Lappen über den ohnehin glänzend polierten Tisch und stellte das Getränk vor ihr ab.

Florence legte ihre Hände um das kühle Glas und schloss einen Moment lang die Augen. Ja, jetzt war es besser. Sie atmete tief durch. Dem Getränk entströmte ein intensiver Minzduft.

Eine Kutsche ratterte vorbei. Tauben flogen mit klatschenden Flügeln auf. Ein Zeitungsjunge pries leidenschaftslos seine Ware an. Florence meinte, neben seiner dünnen Stimme die Orgel der Trinity College Chapel zu hören. Eine Fantasie von Bach, wenn sie sich nicht irrte, der Organist spielte sie häufig. Auch in ihrem Arbeitszimmer konnte sie die Musik aus der Kapelle oft hören. Die Klänge waren beruhigend.

Als schließlich vertraute Schritte über den Dielenboden des Cafés klackerten, fühlte sie sich beinahe schon wieder, als sei nichts geschehen.

Sie hob den Kopf und sah sich ihrer besten Freundin gegenüber. Rosalie Whittingham wirkte wie das blühende Leben. In ihrem veilchenfarbenen Kleid mit rüschiger Schleppe und dem Schirmchen aus zarter Spitze zog sie alle Blicke der vornehmlich männlichen Gäste auf sich.

"Ich bin gekommen, so schnell ich konnte", sagte sie und klang ein wenig außer Atem.

Florence stand auf und umarmte sie. Rosalie schien von so viel Nähe überrascht und erwiderte die Geste nur zögernd. Besorgt musterte sie Florence. "Du siehst aus, als hättest du einen Geist gesehen. Was ist denn? Der Botenjunge sagte, ich müsse so schnell wie möglich herkommen."

"Mein Vater!

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