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Sabine Wulff - Gesucht wird die freundliche Welt von Kruschel, Heinz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.04.2012
  • Verlag: EDITION digital
eBook (ePUB)
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Sabine Wulff - Gesucht wird die freundliche Welt

Sabine Wulff reißt von zu Hause aus und lebt mit Jimmy zusammen, der sie zum Zigarettendiebstahl verleitet. Dafür muss sie in den Jugendwerkhof. Nach der Entlassung möchte sie ein neues Leben beginnen. Sie mietet ein möbliertes Zimmer und arbeitet in einer Schuhfabrik. Ihre Kolleginnen reagieren misstrauisch und ablehnend. Doch sie hat einen starken Willen und vertritt offen ihre Meinung. Sie deckt einen Betrug auf und fasst allmählich in der Fabrik Fuß. Sabine sehnt sich nach Liebe und scheint von Jimmy nicht loszukommen. Doch in der Fabrik ist ein tüchtiger junger Mann, der Vorurteile gegen eine vom Werkhof hat. Das Buch erschien erstmals 1976 beim Mitteldeutschen Verlag Halle - Leipzig unter dem Titel 'Gesucht wird die freundliche Welt'. 1978 wurde es unter dem Titel 'Sabine Wulff' von der DEFA verfilmt (Drehbuch und Regie: Erwin Stranka, die Sabine spielte Karin Düwel). Inhalt: Für Ruth Nach einem Tag Freiheit Aber halten Sie sich bitte an die Wahrheit Sie denkt, sie kennt sich ganz gut Da war sie gegangen Was sind denn das für Töne? Wie freundlich ist eigentlich die Welt? Sie hat mich nicht gesehen Die hundert Minuten im Schatten Eteputete, schämst du dich manchmal? Wunde Finger im Labyrinth Ich kann mich gut an sie erinnern Hotte und Mule, das Maultier Gerade auf ein paar Zeilen von ihr Moritz, die Hose brennt! Nein, weder den Käfer im Ohr noch Sabine Und einen Ordinären! Die mischt sich in deine Angelegenheiten ein? Höchstens drei Wochen und drei Tage Denn sie führt was im Schilde ...wenn er anfängt, ein Mensch zu sein. Ich bin um einige Erfahrungen reicher Aber will der Mensch auch mehr, wenn er kann? Ich zerreiße mir nicht den Mund Doch nicht für das Land Nirgendwo Meinem Modellbild von einem Mädchen entspricht sie Muss er damit rechnen?

Heinz Kruschel, 1929-2011, Sohn eines Bergmanns und späteren kaufmännischen Angestellten der Staßfurter Salzbergwerke, entging nur knapp dem für seine Generation typischen Schicksal, im finalen Aufgebot der letzten Kriegstage - dem "Volkssturm" - verheizt zu werden. Noch ehe er seine Modelltischlerlehre beendet hatte, beschloss die Partei, in die er jung eingetreten war, dass er Neulehrer zu werden habe, und ließ ihn 1949/50 am Lehrerbildungsinstitut in Staßfurt studieren. Anschließend war er Lehrer in Sandersdorf - den Schülern jeweils ein Kapitel im Lehrbuch voraus -, danach in Magdeburg und Egeln sowie Direktor einer Erweiterten Oberschule in Havelberg. Nach einem berufsbgeleitenden Fernstudium der Germanistik war er Journalist und Kulturredakteur bei der "Volksstimme" in Magdeburg. Ab 1963 lebte er als freier Schriftsteller in Magdeburg, bereiste im Auftrag von Illustrierten wie der "Für dich" Ungarn, Bulgarien, Usbekistan und Kuba und schrieb zahlreiche Erzählungen und Romane für Jugendliche und Erwachsene. Sein Roman "Das Mädchen Ann und der Soldat" wurde 25 Jahre lang immer wieder neu aufgelegt, während Bücher wie "Der Mann mit den vielen Namen" oder "Leben. Nicht allein" erst nach erbitterten Auseinandersetzungen mit jenen Behörden, die Literatur zu genehmigen hatten, erscheinen durften. Sein Roman "Gesucht wird die freundliche Welt", der als erster in der DDR das Thema des Umgangs mit straffällig gewordenen Jugendlichen thematisierte, wurde 1978 von Erwin Stranka unter dem Titel "Sabine Wulff" verfilmt. Auszeichnungen: Erich-Weinert-Preis der Stadt Magdeburg Theodor-Körner-Preis Banner der Arbeit Literaturpreis des FDGB Vaterländischer Verdienstorden

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 443
    Erscheinungsdatum: 03.04.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863944247
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 444kBytes
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Sabine Wulff - Gesucht wird die freundliche Welt

Wer ist hier der Spießer? Dann betrachtete sie den Ring. Noch nie hat ihr ein Mann einen Ring geschenkt. Jimmy hatte ihr einmal eine Kette umgehängt, die er aus bunten Bohnen angefertigt hatte, aber einen so teuren Ring hat sie nun von Sebastian Aller, der ihretwegen drei Mädchen aufgegeben hat. Für den Ring hat sie wieder mit ihm geschlafen, er hat sie weicher, nachgiebiger gestimmt, aber wie ein Kranker hat er sie nicht umarmt, er ist nicht krank, er ist ein Drückeberger, ein charmanter Drückeberger, der seine Kollegen in Stich lässt. Das sagt sie ihm am nächsten Abend ins Gesicht, als er wieder vor seinem Bier sitzt, wieder seine Zigaretten raucht und wieder darauf wartet, dass sie die Wurst aus dem Papier wickelt. "Es läuft doch draußen, soll ich mir eine Lungenentzündung holen? Ich fühle mich tatsächlich nicht", sagt er. "Ich fühle mich auch nicht." "Dann bist du einfach doof, nicht zu Hause zu bleiben." "Und du bist einfach ein egoistisches Schwein." Er schlappt auf sie zu und schlägt sie ins Gesicht, und sein hübsches Gesicht verzerrt sich nicht dabei. Er schlägt nicht stark, aber gezielt auf beide Wangen, die sich rasch röten. In diesem Moment ist sie nicht mehr in dem möblierten Zimmer der Prieselank, sie stürzt in den Schacht ihrer Erinnerungen, und die Wände krümmen sich. Sie hört die Stimme ihres Vaters, du hast Tante Wörpel so beleidigt, nimm das und das, und sie hebt nicht die Hände gegen die Schläge, die in ihr Gesicht klatschten. Sie sieht sich im Wohnzimmer, sie sieht, wie Vater nach dem hölzernen Kleiderbügel greift, hört sein Splittern, sie hält sich die Haare, er soll sie nicht abreißen, sie schließt vor Schmerz die Augen und öffnet sie rasch wieder, glaubst du etwa, dir ist nicht recht geschehen, ha, glaubst du das etwa, gib mir meine Tropfen, Frau, ich bin fix und fertig, sie spürt die Schmerzen auf dem Rücken gar nicht, da ist ein anderer Schmerz in ihr, viel größer als der körperliche. Sabines Nasenflügel zittern. Sie nähert sich, rückwärts gehend und immer Atsche Dean ansehend, dem Fenster und stößt es auf, zieht langsam den Ring vom Finger, wirft ihn spielerisch hoch, fängt ihn wieder auf und wirft ihn dann mit einem Schwung über die Schulter hinab in den engen Hof. Sie hören einen pinkenden metallischen Laut, anscheinend ist er auf den Deckel eines der abgeschlossenen Aschenkübel gefallen.

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