text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

San Sebastian Blues. Roman von Ambjørnsen, Ingvar (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.02.2016
  • Verlag: CulturBooks Verlag
eBook (ePUB)
4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

San Sebastian Blues. Roman

Alex, ein ehemaliger Journalist, der sich als Schriftsteller beweisen möchte, wird in eine mysteriöse Affäre hineingezogen. Er trifft seinen Jugendfreund Skeie, der in dunkle Geschäfte verwickelt ist und sich auf der Flucht befindet. Alex inspiriert die Figur seines Freundes zu einer Verbrecherbiographie. Als an der norwegisch-schwedischen Grenze eine Leiche gefunden wird, kommen einige Dinge ins Rollen und der Schauplatz der Geschichte wechselt nach San Sebastian. In diesem wie ein Thriller geschriebenen Roman beleuchtet Ingvar Ambjørnsen die Rolle des Schriftstellers als 'Voyeur', als einen der in das Leben anderer eingreift, es auf- und aussaugt und selber als Unbeteiligter im Hintergrund bleibt. Diese parasitäre Haltung beginnt Alex im Laufe seiner Nachforschungen zu begreifen. Und so wird die Reise mehr und mehr auch zu einer Begegnung mit sich selbst. Eine Begegnung, bei der ein plötzlicher Tod weder wahrscheinlicher noch unwahrscheinlicher ist als ein Erwachen zum Leben. Leicht und unaufdringlich trifft Ambjørnsen den Jargon der Szene und mit schlafwandlerischer Sicherheit diesen "I've got the Blues"-Ton. Hamburger Abendblatt Ingvar Ambjørnsen inszeniert eine Unterweltverstrickung zwischen Oslo und San Sebastian als einen packenden Trip aus Alkohol, Flucht, Mord, Heroin, einer Liquidierung und dem großen Geld.

Ingvar Ambjørnsen, geb. 1956 in Tønsberg, Norwegens kneipenreichster Stadt, aufgewachsen in Larvik. Nicht vollendete Gärtnerlehre und mancherlei Jobs in Industrie und Psychiatrie. Erste Buchveröffentlichung 1981: "23-salen", seitdem zahlreiche Romane, Welterfolg mit den "Elling"-Romanen. Lebt seit 1985 in Hamburg. Bei CulturBooks erscheinen seine frühen Kriminalromane "Stalins Augen" (1989) und "Die mechanische Frau" (1991) und der Roman "San Sebastian Blues" (1990) als digitale Neuauflagen. Ingvar Ambjørnsen wurde 2012 mit dem Willy-Brandt-Preis ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 159
    Erscheinungsdatum: 16.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959880077
    Verlag: CulturBooks Verlag
    Größe: 432kBytes
Weiterlesen weniger lesen

San Sebastian Blues. Roman

1

Mit der Kleinen lief wieder alles daneben. Sie konnte nicht eine einzige Anekdote aus dem Kindergarten erzählen und sie wollte auch nicht wissen, warum der Himmel blau war, und das Wasser nass. Ihr Blick sagte mir, dass sie schon halbwegs in ihrem geistigen Teddybärenreservat war, zu dem Jedes-dritte-Wochenende-Väter keinen Zutritt haben.

"Ich freu mich auf den Sommer", sagte ich. "Dann können wir draußen sitzen und gar nichts tun. Wie findest du das?" Ich gab der Fernschaltung einen Klaps und die blöde Visage von Bugs Bunny tauchte auf der Mattscheibe auf.

"Meinste vielleicht, das wär witzig?", fragte sie, den Mund voller Salzlakritz.

"Nein", sagte ich. "Das ist nicht witzig."

Ich stand auf und ging in die Küche, um mir ein Bier zu holen.

"Ich glaub, das hat keinen Zweck, Alex", sagte Toril, als ich dem Halben den Hut abschlug. Sie sah beim Reden Thor an und Thor tat so, als passierte draußen vor dem Fenster etwas Spannendes.

"Nein, sieht nicht so aus", antwortete ich. "Hoffentlich habt ihr für dieses Wochenende nicht die große Supersause vor."

"Wir haben überhaupt nichts vor", sagte sie. "Wie sollten wir auch?"

Thor meinte: "Vielleicht hatte die Psychologin recht. Vielleicht ist das für sie wirklich zu viel Hin und Her."

Toril stöhnte und machte ein ziemliches Theater wegen ihres wunden Rückens, als sie zum Küchenschrank hinüberging, um die Thermoskanne zu holen. "Warum hast du bei der Zeitung aufgehört?" fragte sie. "Hast du mit deinem Schmöker so massenhaft Flocken abgezockt, dass du deine Einkünfte begrenzen musstest? Oder hattest du Angst, die Druckerschwärze der Tagespresse könnte deinen guten Namen als Schriftsteller versauen?"

Ich nahm noch einen Schluck. "Diese Psychofrau hat nicht recht. Heute haben alle Kinder zwei Väter und drei Paar Großeltern, das weißt du verdammt nochmal genau. Das Problem ist, dass ich den ganzen Mist nicht in den Griff kriege." Ich leerte die Flasche und stellte sie auf den Tisch. "Und das macht mir Sorgen."

Nun hatte ich einen Giftspritzer ins Auge erwartet, aber der kam nicht Stattdessen folgte ein langes und böses Schweigen, das Toril schließlich zerstörte, wahrscheinlich aus purer Nächstenliebe.

"Ich weiß nicht, was mit dir los ist. Aber du kommst mir genauso verwickelt vor wie ein Seemannsknoten. Und Kinder sind keine Idioten."

"Vielleicht sollte ich mal bei Kåre vorbeischauen", sagte Thor.

"Bleib ruhig hier", erwiderte ich. "Keine Panik. Toril hat recht und deshalb gibt's auch keinen Knatsch."

Ich nahm mir ein neues Bier aus dem Kühlschrank. "Wir legen mal ein Päuschen ein. Bis sie nach mir fragt."

Sie sahen verlegen aus.

"Und die Zeitung?", fragte Toril und betrachtete forschend den Kaffeesatz in ihrer Tasse.

"Da war ich doch nicht fest angestellt, zum Henker", sagte ich entnervt.

"Nein, aber es war doch zumindest ein fester Aufenthaltsort."

"Das war diese Bude hier auch mal", sagte ich. "Du hast dir nicht solche Sorgen gemacht, als mir dieser Aufenthaltsort durch die Lappen gegangen ist."

"Ich gehe runter zu Kåre", sagte Thor.

"Du bleibst!" befahl Toril.

Ich gab Thor eine seiner Bierflaschen aus meinem Kühlschrank. "Alles klar. Diese LP brauchen wir nicht nochmal aufzulegen."

"Du bist 35", sagte Toril. "Und du wuselst wie ein von zu Hause durchgebrannter Teenie durch die Gegend. Willst du nach dem Bohème-Image leben, das einige Rezensenten dir angehängt haben?"

"Ja", antwortete ich. "Im Herbst gebe ich all die schweinischen Briefe heraus, die du mir damals aus Lesbos geschickt hast. 'Siecher Sex'."

"Fein", sagte sie. "Das Geld zahlst du dann direkt auf das Konto der Kleinen ein. Schließlich habe ich ja das Copyright, meine ich."

"Ach ja?", fragte ich. "Die Alimente spuken also wieder? Mach dir keine Sorgen. Oder hab ich damit vielleicht rumgetrödelt?"

"Nein, has

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen