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Sanders Lake - Herz zu vergeben Roman von Fox, Iris (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.12.2020
  • Verlag: Forever
eBook (ePUB)
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Sanders Lake - Herz zu vergeben

Kleine Stadt, große Liebe
Als Nelly ihren Freund mit einer anderen im Bett erwischt, ist damit nicht nur ihre Beziehung passé, sondern leider auch die Wohnung und der Job in Chicago. Da kommt der Anruf aus Sanders Lake gerade richtig: Ihre alte Tante Lucy braucht ihre Hilfe. Und so packt Nelly ihre Sachen in ihren alten Toyota und fährt los. Doch noch vor der Stadtgrenze wird sie von einem Polizisten angehalten, weil sie zu schnell gefahren ist. Kein guter Start in der Kleinstadt, wo jeder jeden kennt. Von da an laufen Nelly und Reed sich auch noch ständig über den Weg. Und was mit einem hitzigen Schlagabtausch begann, wird bald zu einer nicht zu leugnenden Anziehungskraft zwischen den beiden. Doch Nelly hat nicht vor, länger in Sanders Lake zu bleiben als nötig. Sie ist eine Großstadtpflanze und muss zurück. Und Reed ist ein Junge vom Land. Egal, was sie füreinander empfinden, sie kommen aus verschiedenen Welten...

Iris Fox, 1982 in Elmshorn geboren, lebt heute mit ihrer Familie in Syke in der Nähe von Bremen. Nach ihrem Schulabschluss absolvierte sie eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten. Viele Jahre blieb sie dem medizinischen Bereich treu, bis sie nach ihrer Elternzeit in eine Einrichtung für körperlich und geistig beeinträchtigte Menschen wechselte. Obwohl seit jeher unzählige Geschichten in ihrem Kopf herumschwirren, widmet sie sich erst seit 2014 mit viel Herz und Leidenschaft aktiv dem Schreiben von Romanen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 07.12.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958185913
    Verlag: Forever
    Größe: 2793 kBytes
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Sanders Lake - Herz zu vergeben

Kapitel 2

Irgendwo in Indiana

Nelly

Mein alter Toyota besitzt so etwas Luxuriöses wie eine Klimaanlage nicht, deshalb habe ich beide Fenster bis auf Anschlag heruntergekurbelt, bevor ich heute Morgen in Chicago losgefahren bin. Während ich die Mais- und Getreidefelder im Staat Indiana immer weiter Richtung Süden durchfahre, strömt der schwere Geruch des heißen Sommers zu mir herein.

Ich schaue auf die Uhr. Ich brauche länger als geplant. Es ist schon Mittag durch und ich bin noch nicht einmal bei meiner Großtante Lucy angekommen. Meine Tante lebt in einer Kleinstadt namens Sanders Lake, wie ich von Mrs Norris vor ein paar Tagen am Telefon erfahren habe. Einer kleinen Ortschaft in Indiana. Vermutlich mitten im Nirgendwo. Mein innerer Antrieb ist gleich null. Ich interessiere mich im Prinzip für nichts und niemanden mehr nach der Pleite mit Jack! Doch nun habe ich dieser Mrs Norris bereits zugesagt, und meine Versprechen halte ich immer ein. Auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass ich selbst bei meiner Tante vermutlich noch weniger ausrichten kann als Mrs Norris selbst.

Zuletzt bin ich Tante Lucy wie gesagt begegnet, als ich noch ein kleines Kind war. Sie hatte wieder geheiratet und ist mit ihrem neuen Mann fortgegangen. Das ist alles, was ich weiß. Seitdem hat niemand aus meiner Familie mehr etwas von ihr gehört. Schließlich hatte sie den Kontakt zu allen abgebrochen. In diesem einen Punkt sind wir uns demnach also ähnlich.

Während der langen Fahrt habe ich viel Zeit zum Nachdenken. Zwischendurch muss ich mich zusammenreißen und die Tränen zurückdrängen, so aufgewühlt bin ich immer noch, als Jack und die neue Kellnerin vor meinem geistigen Auge aufblitzen. Ich habe die beiden in unserem Schlafzimmer überrascht. Jack dachte, ich hätte die Abendschicht im Deep purple und würde vor zwei Uhr nachts nicht zu Hause sein. Tja, da hatte er falsch gedacht. Ich kam nach Hause, bepackt mit ein paar Einkäufen für ein leckeres Abendessen. Dann hörte ich Stimmen. Als ich die Tür zum Schlafzimmer öffnete, sah ich sie. Nackt. In unserem Bett! Wieder und wieder schiebt sich das Bild von Jacks auf und abschwingendem blanken Arsch in mein Gedächtnis, wie er es ihr besorgt. Und jedes Mal wird mir übel davon.

Ich stehe vollkommen neben mir. Ich habe keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Mehr als einmal frage ich mich während der eintönigen Fahrt, warum ich mir diese Reise antue. Ob meine Entscheidung zu meiner Tante zu fahren richtig war. Wäre es nicht besser gewesen, erst einmal selbst wieder auf die Beine zu kommen und sie in ein paar Wochen zu besuchen? Doch ich weiß auch, der Abstand wird mir guttun, um mich neu zu sortieren. Und ist das nicht allemal ein besserer Plan, als weiterhin auf Catherines Sofa in Selbstmitleid zu zerfließen? Außerdem kann ich jetzt nicht einfach stumpf die nächsten Wochen Netflix durchsuchten, jetzt, wo ich weiß, dass es dort draußen jemanden gibt, der meine Hilfe gebrauchen könnte.

Hier bin ich also. Habe den Großteil meines letzten Geldes in Benzin investiert und treibe meinen guten, alten Toyota zu Höchstleistungen an, mitten auf einer öden Landstraße zwischen Mais und Getreide. So im Nachhinein gesehen, wünschte ich, ich hätte etwas Geld für schlechte Zeiten zur Seite gelegt und nicht alles in den letzten Jahren für Klamotten und Konzertkarten ausgegeben. Doch das ist jetzt leider nicht mehr zu ändern. Mein Fuß tritt beherzt das Gaspedal durch, wild entschlossen, das Leben meiner Tante und anschließend mein eigenes wieder auf die Reihe zu bekommen.

Meine Gedanken driften wieder zum Deep purple. Je mehr Meilen ich hinter mir lasse, desto stärker wird mir bewusst, dass ich eigentlich mehr um die Music Bar trauere als um Jack. Laut seufze ich auf, als mir klar wird, wie sehr ich die Arbeit dort vermissen werde. In den letzten vier Jahren ist mir dieser Ort zu so etwas wie einer Heimat geworden.

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