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Schiffbrüche Wahre Geschichten von Dumas, Alexandre, d. Ält. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.04.2012
  • Verlag: Matthes & Seitz Berlin Verlag
eBook (ePUB)
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Schiffbrüche

Alexandre Dumas, der Autor von weltbekannten Abenteuerklassikern wie ?Die drei Musketiere? und ?Der Graf von Monte Christo?, hat auch vier Geschichten von historischen Schiffskatastrophen hinterlassen, in denen er sich ganz auf der Höhe seiner Erzählkunst zeigt. 1852 als Zeitungsfeuilletons veröffentlicht, wurden sie 2003 wiederentdeckt und nun erstmals ins Deutsche übersetzt. Dumas erzählt mitreißend vom Kampf gegen die Naturgewalt des Wassers. Vom Durst, Erschöpfung, Tapferkeit, Aufrichtigkeit, Mut, Durchhaltekraft: Der Mensch in seiner elementaren Nacktheit im Kampf um das Überleben steht im Zentrum dieser eindrucksvollen Schilderungen. Sie vermitteln pure Lesefreude, immer findet sich ein Held, mit dem man mitfiebern, immer auch Schurken, gegen die man sich verbünden kann. Alexandre Dumas (1802-1870), verlor bereits als Kind seinen Vater, der General bei der Revolutionsarmee war. Er erhielt durch Protektion ein Verwaltungsamt und später eine Bibliothekarsstelle beim Herzog von Orléans. Während der Revolution von 1830 war er Offizier der Nationalgarde. Er lebte von 1851-1854 im Exil in Brüssel. Nicola Denis, 1972 in Celle geboren, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Romanistik in Köln, wo sie 2001 mit einer Arbeit zur Übersetzungsgeschichte ?Tartuffe in Deutschland? promoviert wurde. Sie lebt in Westfrankreich und arbeitet dort seit 2002 als freie Übersetzerin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 263
    Erscheinungsdatum: 19.04.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783882211337
    Verlag: Matthes & Seitz Berlin Verlag
    Originaltitel: Les drames de la mer
    Größe: 661 kBytes
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Schiffbrüche

Kapitel I - 1619

Gegen Ende des Monats Mai 1619 fuhren drei holländische Schiffe - die Neu-Zeelandt unter Kapitän Pieter Tijsz, die Enchuysen , unter Kapitän Jan Jansz, und die Neu-Hoorn unter Kapitän Bontekoe - nachdem sie das Kap der Guten Hoffnung ohne aufzulaufen umsegelt hatten, bei herrlichem Wetter an der Terra do Natal entlang.

Einhundertzweiunddreißig Jahre zuvor hatte der Portugiese Bartholomäus Diaz, auf der Suche nach dem berühmten Priester Johannes, den seit drei Jahrhunderten gesuchten Papst des Morgenlandes, es selbst unwissentlich umsegelt und war durch einen Sturm, der ihn unter seine Fittiche genommen hatte, von Süden nach Osten abgetrieben worden.

Von diesem Tag an war ein neuer Seeweg nach Indien entdeckt.

Um die zukünftigen Seefahrer nicht allzu sehr zu entmutigen, hatte König Johann II. von Portugal den Namen Kap der Stürme , den Bartholomäus Diaz ihm bei seiner Rückkehr nach Lissabon gegeben hatte, in Kap der Guten Hoffnung verwandelt, der ihm seither geblieben ist.

Zehn Jahre später war die Reihe an Vasco da Gama.

Es hieß, die Reise von Diaz dort wieder aufzunehmen, wo dieser sie unterbrochen hatte; Indien musste mit Portugal verbunden werden, Kalikut mit Lissabon.

Nachdem er der Terra do Natal in Erinnerung an die Geburt Unseres Herrn ihren Namen gegeben hatte; nachdem er den Anker in Sofala geworfen hatte, das er für das einstige Ophir hielt; nachdem er nacheinander Mosambik, Kilwa, Mombasa und Malindi angelaufen hatte; nachdem er vom König der letztgenannten Stadt einen erfahrenen Steuermann bekommen hatte, wagte sich Vasco da Gama entschlossen in das Arabische Meer, segelte aller Wahrscheinlichkeit nach zwischen den Lakkediven und den Malediven hindurch und legte am 20. Mai 1498 in Kalikut an, Zentrum des Handels, den Indien zu diesem Zeitpunkt mit dem ganzen weiten Kontinent unterhielt, der sich von Sansibar bis zur Meerenge von Malakka erstreckt.

Dann war die Reihe an Camões, dem Homer des Indischen Ozeans; Die Lusiaden sind der epische Bericht seiner Reise.

Camões hatte im Kampf gegen die Mauren von Ceuta ein Auge verloren, fast zur gleichen Zeit, als Cervantes im Kampf gegen die Türken bei Lepanto eine Hand verlor.

Es ist bekannt, wie ein paar satirische Verse nach dem Besuch von Goa, nach den Kämpfen bei Chembe, am Kap Guardafu und in Maskate ihn ins Exil auf die Molukken führten; wie Dom Konstantin von Braganza ihn zum Erbschaftsverwalter von Makao ernannte, das noch nicht existierte oder gerade erst entstanden war; wie Camões, als er keine Erbschaft zu verwalten hatte, seine Dichtung verfasste; wie er sich mit seinem doppelten Schatz, dem des Vermögens und dem der Dichtung, einschiffte, um nach Goa zurückzukehren; wie der Dichter, nachdem sein Schiff vor der Küste von Siam Schiffbruch erlitten hatte, sein Gold dem Chinesischen Meer überließ, seine Dichtung aber über das Wasser hielt und sich so mit einer Hand sein Leben und mit der anderen seine Unsterblichkeit sicherte.

Aber ach! Obwohl die Dichtung der Lusiaden sechs Jahre darauf erschien, obwohl es noch im selben Jahr eine zweite Auflage gab, obwohl alle Portugiesen die Geschichte vom Riesen Adamastor und vom Unglück Inês de Castros auswendig kannten, sah man nichtsdestoweniger einen armen, auf seine Krücke gestützten Greis durch die Straßen Lissabons gehen, der sich zum Kloster San-Domingo begab, wo er, unter die Schüler gemischt, die Theologiestunden verfolgte, während ein javanischer Sklave für ihn bettelte und ihn mit den erhaltenen Almosen versorgte.

Es stimmt, dass man innehielt, wenn der Greis vorüberging, um ihn anzuschauen, und dass er jene für seinen Stolz tröstlichen Worte vernehmen konnte:

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