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Schluss mit Sorry! Ein Lisa-Haubenstädt-Roman von Vogels, Rebecca (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.03.2016
  • Verlag: Eulenspiegel Verlag
eBook (ePUB)
7,99 €
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Schluss mit Sorry!

Lisa ist glücklich. Auch wenn ihr Freund Alex eigentlich das komplette Gegenteil von ihr ist. Doch genau das bewundert sie an ihm - bis er kurzerhand den Heiratsantrag seiner Kindergartenfreundin annimmt, die mit gemeinsamer Wohnung, Medizinstudium, Spinat-Sellerie-Saft und Stöckelschuhen aufwartet. Das stellt Lisa vor schwerwiegende Fragen: Ist Sex doch wichtiger als Schlafen? Welche Außenwirkung haben bekleckerte Erdbeernachthemden und Nackenkrausen, und hilft Rauchen auf dem Balkon, um endlich wieder den Durchblick zu bekommen? Und - verflixt - wie, bitte schön, wird man bindungsfähig?

Rebecca Vogels, geboren 1984, ist Co-Founder und Editor-in-Chief der Medien-Agentur Pfiff Media. Sie schreibt u. a. Moderationstexte fürs Fernsehen, arbeitet als Autorin und twittert unter @schlussmitsorry aus dem Leben ihrer Protagonistin Lisa Haubenstädt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 14.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783359500537
    Verlag: Eulenspiegel Verlag
    Größe: 2280 kBytes
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Schluss mit Sorry!

Traue keiner, die nach einem Spinat-Sellerie-Saft pappsatt ist

Ich habe einen tollen Freund und ein unmögliches Nachthemd. Das wird mir mit Schrecken bewusst, als ich am nächsten Tag in meinem Erdbeer-Nachthemd auf dem Sofa aufwache. Während ich noch träumte, hat Alex bereits Frühstück gemacht und klappert in der Küche mit Geschirr. Es riecht nach frisch gebrühtem Kaffee und nach Aftershave.

"Ich beneide dich, dass du einen Mann hast, der den Unterschied zwischen einem Hemd und einem Unterhemd kennt", sagt meine Freundin Henni immer. Damit hat sie recht: Alex gehört zu den Männern, die nicht nur kulturell wertvollen Freizeitbeschäftigungen nachgehen, sondern auch wissen, wie man sich gut anzieht.

Hennis Mann Paul hingegen fehlt jedes modische Feingefühl. Mit seinen langen, struppigen Haaren und dem Fünf- bis Zwanzig-Tage-Bart sieht Paul aus wie der Gitarrist einer motivierten, aber erfolglosen Rockband. Als Henni letztes Jahr gemeinsam mit mir im Urlaub auf Sardinien war, wurden wir bei der Rückkehr am Flughafen von einem Typen empfangen, der mit Baseballkäppi, lila Parker und einem Vogelnest-Bart wie ein Obdachloser aussah. Erst auf den fünften Blick erkannten wir, dass der Penner Paul war! Seitdem spielen wir manchmal "Hipster oder Hobo", indem wir uns fragen, ob der Typ ein Neukölln-Hipster oder ein Bahnhofs-Obdachloser ist. Die Grenzen sind fließend, und meistens lässt sich diese Frage nur beantworten, wenn man das Aussehen des Hundes mit einbezieht.

Paul besitzt zwar inzwischen ein sehr schickes Hemd, das Henni ihm vor zwei Jahren zum Geburtstag geschenkt hat. Aber offensichtlich ist er der Meinung, eins wäre genug.

Alex hingegen ist das, was Henni einen "fertigen" Mann nennt. Er versteht sowohl den Wirtschafts- als auch den Feuilletonteil der F.A.Z., kauft jeden Samstag sein Bio-Gemüse vom Markt, und am Wochenende guckt er anstelle von fragwürdigen Horror-Filmen, die in Deutschland nicht zugelassen sind, Pedro Almodóvar.

Alex' Leben ist perfekt organisiert. So organisiert, dass es heute zum Frühstück ein Sechs-Minuten-Ei, Stoffservietten und Deutschlandfunk gibt. Der einzige unorganisierte Teil in seinem Leben bin ich.

Als ich in mein Marmeladenbrötchen beiße, klingelt es an der Tür.

"Machst du auf?", frage ich kauend. Mir ist gerade ein Tropfen Aprikosenmarmelade auf mein Erdbeer-Nachthemd getropft, und auch wenn der Postbote vermutlich schon alle meine Nachthemden kennt, will ich jetzt nicht zur Tür rennen, um Alex' Amazon-Päckchen entgegenzunehmen. Alex bestellt sogar Büroklammern bei Amazon, und selbst erschreckende Berichte über menschenunwürdige Arbeitsbedingungen halten ihn nicht vom nächsten Kaufen-Klick ab.

"Ach, Eva", ruft Alex von der Tür her.

Doch nicht der Postbote.

Ich seufze. Eva ist Alex' Freundin seit Kindertagen und der Dorn im Auge meiner Beziehung, von Anfang an. Ich traf Eva damals unter entwürdigenden Umständen auf einer Gala, bei der Alex' Vater als Chefarzt einer Privatklinik geehrt wurde.

Noch nie war ich auf einer Ärztegala gewesen, und bevor ich Alex und seine Familie kennenlernte (mit Ärzten von A wie Augen- bis Z wie Zahnarzt) war das engste Verhältnis, das ich mit einem Arzt hatte, das zu meinem Gynäkologen. Den sah ich einmal im Jahr, und der wusste über meine Geschlechtsteile weitaus besser Bescheid als über mich.

Vor der Gala hatte ich Alex' Hinweis, mich "zurechtzumachen ", befolgt. Und das war ehrlich gesagt schwer genug. Ich bin nämlich keine Frau, deren Schrank vor teuren Fummeln nur so überquillt. Ich habe keine ausgewählte Garderobe, ich habe Klamotten. (Ich erwähnte das ja schon: Ich liebe meine abgewetzten Converse. Und ich bin stolz darauf, dass ich in diesen nicht nur meine Diplom-Prüfung bestanden habe, sondern damit schon beim Konsul war. Aber das war nur der bolivianische, und der trug selber welche.) Glücklicherweise war meine Cousine weitaus besser bestückt als ich, und

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