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Schmetterlinge im Winter Roman von Jio, Sarah (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2018
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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Schmetterlinge im Winter

Kailey kommt gerade von einem romantischen Dinner mit ihrem Verlobten Ryan, als sie auf der Straße einem obdachlosen Mann begegnet. Sie sieht ihm in die Augen und erkennt sofort: Es ist Cade, ihre große Jugendliebe. Der Mann, der von einem auf den anderen Tag verschwunden ist und der vor vielen Jahren ihr Herz gebrochen hat. Dieses Wiedersehen führt Kailey in ihre Vergangenheit zurück und stellt sie vor die schwerste Entscheidung ihres Lebens. Doch gerade als sie zu wissen glaubt, wem ihr Herz und ihre Zukunft gehören, hebt das Schicksal ihre Welt erneut aus den Angeln.

Sarah Jio ist New-York-Times-Bestsellerautorin, Journalistin und Kolumnistin. Ihre Romane werden in über 30 Ländern veröffentlicht. Sie lebt mit ihren drei Söhnen und ihrem Golden Retriever in Seattle, USA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 10.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641211165
    Verlag: Diana Verlag
    Originaltitel: Always
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Schmetterlinge im Winter

Zwei

19. April 1996

G laubst du an Seelenverwandtschaft?", fragt Tracy und blickt von ihrem Buch auf, mit dem sie in unserer gemeinsamen Wohnung in Seattle auf dem Futon liegt. Wir hatten uns augenblicklich in das Studio mit der einen Wand aus nicht verputzten Ziegelsteinen und den raumhohen Fenstern verliebt, auch wenn es kleiner war als mein früheres Kinderzimmer. Fünfunddreißig Quadratmeter - eindeutig zu klein für zwei Menschen, aber Hochschulabsolventen, die im coolsten Gebäude der First Avenue von Seattle mit Blick auf die Elliott Bay wohnen wollen, müssen Kompromisse eingehen. Zum Glück schnarcht Tracy nicht.

"Nein", antworte ich, während ich zusehe, wie sie mit ein paar geübten Handbewegungen ihr Haar zu einem Pferdeschwanz zusammenbindet. Mit ihren hohen Wangenknochen, der schlanken Figur und der angeborenen Eleganz ist sie eine natürliche Schönheit, die als Model viel Geld verdienen könnte, aber Tracey würde sich eher die Augen ausstechen, als vor einer Kamera zu posieren.

Wir hatten uns in Chicago ein Zimmer im Studentenwohnheim geteilt, und nach Abschluss unseres College-Studiums haben wir uns die Karte der USA gründlich angesehen und uns schließlich für Seattle entschieden. Eine Woche später haben wir unsere Habseligkeiten in den Kofferraum des alten Subaru von Traceys Vater gepackt und uns auf den Weg in die regenreichste Stadt Amerikas gemacht - und auf der langen Fahrt ziemlich schief, aber begeistert gesungen, weil die Stereoanlage kaputt war. Gleich im ersten Monat bekam ich einen Job als Lokaljournalistin beim Seattle Herald , während Tracy für die Aufnahmeprüfung an der medizinischen Fakultät büffelte. Wir lebten unsere Jugendträume aus.

"Jeden Abend zu Hause rumhocken geht gar nicht", sagt Tracy, legt ihr Buch weg und schiebt sich die Brille höher auf die Nase.

Ich schenke mir eine Tasse Kaffee aus der Kaffeemaschine ein, die meine Großmutter mir gekauft hat, eine Woche bevor ich ans College gegangen bin. Dann lasse ich mich auf den abgewetzten roten, eiförmigen Ikea-Sessel am Fenster fallen. Wir beide könnten glatt für Ikea Reklame machen.

"Hast du dein Horoskop heute schon gelesen?", fragt Tracy.

"Du weißt doch, dass ich an den Kram nicht glaube, Tracy."

"Okay", erwidert sie, "dann lese ich es dir eben vor." Sie nimmt die Zeitung vom Sofatisch, schlägt sie auf und liest. "Oha", sagt sie schließlich. "Neue Liebe wartet auf dich." Sie nickt. "Aber hier steht: 'Du musst dich dafür öffnen. Anstatt dich zu Hause zu verkriechen, solltest du spontane und überraschende Dinge tun. Wer weiß, wem du begegnest.'"

Ich verdrehe die Augen.

"Geh heute Abend mit uns aus!", sagt Tracy.

Sie hat einen neuen Freund namens Mark, der am Uniklinikum seine Facharztausbildung zum Chirurgen macht. Er ist groß, hat schütteres Haar und lacht laut. Wenn sie beide mal einen freien Abend haben, was selten vorkommt, lädt er sie zu Konzerten oder ins Theater ein, oder sie gehen am Green Lake spazieren. Manchmal denke ich, ich brauche auch einen Mark in meinem Leben. Manchmal fände ich es schön, wenn mich jemand ins Theater oder auf den Wochenmarkt oder in ein Symphoniekonzert begleiten würde. "Mark hat Tickets für Mazzy Star im Crocodile."

"Und wenn ich mitkomme", frage ich und hebe fragend die Brauen, "muss ich dann mit einem Blind Date rechnen?"

"Na ja", sagt Tracy verschmitzt, "Marks Freund Eric kommt auch mit."

"Ich weiß nicht", sage ich und schaue hinaus auf die Bucht, wo gerade eine Fähre ablegt.

"Komm einfach mit", sagt Tracy. "Du stehst doch auf Mazzy Star."

"Stimmt", sage ich erfreut.

Sie nickt. "Also abgemacht."

Es hat angefangen zu regnen, und Tracy, Mark und ich drängeln uns unter die Markise des Klubs, wo eine Frau mit kurzem Pony und Nasenring unsere Tickets kontrolliert. Drinnen ist es schummrig, irgendeine düstere Mus

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