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Schwarzer Opal von Holt, Victoria (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.08.2014
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Schwarzer Opal

Die englischen Grafschaft Kent gegen Ende des 19. Jahrhunderts. In einem Dorf wird unter einem Azaleenbusch das Findelkind Carmel entdeckt, das bei einer Pflegemutter aufwächst. Nach deren Tod holt ein Verwandter die junge Carmel zu sich nach Australien. Hier erfährt sie die wahre Identität des Onkels - und sie lernt die gefährliche Faszination kennen, die Gold und Opale auf die Einwanderer ausüben. Nach Jahren zieht es Carmel wieder heim nach England. Sie möchte den Geheimnissen ihrer Kindheit auf die Spur kommen ... Ein romantischer Spannungsroman von Victoria Holt, der Meistererzählerin des Unheimlichen!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 15.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955305000
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 2187 kBytes
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Schwarzer Opal

Die Gouvernante

M an hat sie nicht auf einer Trage nach Hause gebracht wie damals Mr. Carteret von Letch Manor, der sich auf der Jagd das Bein gebrochen hatte. Man hat sie ins Krankenhaus gebracht, und das ließ Schlimmes befürchten.

Der Doktor blieb lange fort. Die Neuigkeit, die Herrin habe einen Jagdunfall erlitten, verbreitete sich im Haus. Es müsse schlimm sein, hieß es, denn man habe sie nicht nach Hause gebracht, sondern ins Krankenhaus. Es ist ganz natürlich, daß die Menschen sich bei einem solchen Ereignis als erstes fragen, welche Auswirkungen es für sie persönlich haben werde. Würde die Herrin sterben? Für die Dienstboten konnte dies bedeuten, daß sie ihre Stellung verloren. Alle Welt wußte, daß Mrs. Marline das Geld hatte. Niemand im Haus konnte sie gut leiden, das Personal ging ihr aus dem Weg, wann immer es möglich war.

Davon, daß Mrs. Marline ein "wahrer Drachen" sei, war freilich nicht die Rede. Im Gegenteil, sie verwandelte sich geschwind in eine Heilige. Ich wußte längst, daß der Tod sich auf diese Art auf die Menschen auswirkte. Demnach stand fest, daß Mrs. Marline sterben werde.

Endlich kam der Doktor zurück. Er sprach mit den Bediensteten, dann schickte er nach Estella, Henry und mir.

Als wir versammelt waren, sagte er zu uns: "Ich muß euch mitteilen, daß eure Mutter schwer verletzt ist. Ihr Pferd ist über eine vorstehende Baumwurzel gestolpert, als sie gerade über einen Zaun springen wollte. Dabei wurde das Pferd so schlimm verletzt, daß es getötet werden mußte. Eure Mutter ist im Krankenhaus und muß ein paar Tage dort bleiben. Es steht zu befürchten, daß sie nie mehr gehen kann. Wir müssen beten, daß es Mittel und Wege gibt, damit sie gesund wird. In der Zwischenzeit können wir nur abwarten ... und hoffen."

Wir waren alle sehr ernst. Nanny schloß sich mit Mrs. Barton ein, und die beiden besprachen die Zukunft. Estella und ich wußten nicht, was wir sagen sollten. Wir waren erschrocken und irgendwie gespannt. Da Mrs. Marline in meinem Leben nie eine große Rolle gespielt hatte, stellte ihre Anwesenheit oder Abwesenheit für mich kaum einen Unterschied dar. Aber ich wußte jetzt schon, daß nichts mehr ganz so sein würde, wie es vorher war.

Und ich behielt recht.

Wie eh und je wurde das Haus auch jetzt von Mrs. Marline beherrscht. Man hatte zwei Zimmer im Erdgeschoß für sie hergerichtet. Beide hatten Fenstertüren zum Garten hinaus, das eine wurde ihr Schlafgemach, das andere ihr Wohnzimmer. Mit einem Rollstuhl konnte sie sich von einem Zimmer zum anderen bewegen, aber sie war auf Hilfe angewiesen, um durch die Fenstertüren in den Garten zu gelangen. Sie hatte Glocken, mit denen sie die Dienstboten rufen konnte, und ihr gebieterisches Klingeln war häufig im Haus zu hören.

Jeden Morgen kam Annie Logan, um ihr beim Waschen und Anziehen zu helfen, und abends kam sie wieder. Annie Logan war die Gemeindeschwester. Sie traf auf ihrem Fahrrad pünktlich um neun Uhr ein und verbrachte ungefähr eine Stunde bei Mrs. Marline. Dann ging sie in die Küche, um mit Nanny Gilroy und Mrs. Barton Tee zu trinken. Sie plauderte ein wenig, und nach einer Weile radelte sie zu dem nächsten bedauernswerten Geschöpf, das ihrer Pflege bedurfte.

Es war offensichtlich, daß Mrs. Marline zeitweise unter Schmerzen litt. Dr. Everest aus dem Nachbardorf behandelte sie. Das kam mir ziemlich seltsam vor, da wir doch einen Arzt im Hause hatten, und ich sagte es laut.

"Dummes Kind!" versetzte Henry. "Ein Doktor kann doch nicht seine eigene Frau behandeln."

"Warum nicht?" fragte ich.

"Weil die

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