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Schweigende Augen Eine geheimnisvolle Liebe von Lenz, Franz (eBook)

  • Verlag: TWENTYSIX
eBook (ePUB)
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Schweigende Augen

In frühen Jahren verliert Christine Duval bei einer Feuersbrunst ihr Augenlicht. Doch statt sich dem Schicksal ewiger Dunkelheit hinzugeben, gibt sie sich nicht auf, studiert in Paris Musik und wird trotz ihres Handicaps eine erfolgreiche Cellospielerin. Allein in der Liebe hat die starke Frau kein Glück - bis sie eines Tages auf den reichen Kapitalmanager Thomas König trifft. Sie verliebt sich leidenschaftlich in ihn. Sie heiraten und bekommen die kleine Lara. Eines Tages trifft sie der böse Fluch, der über ihr zu schweben scheint, erneut und beendet ihre romantische Liebe jäh. Der Freund Francisco, der Christine seit langem heimlich liebt, richtet sie wieder auf. Kaum öffnet sie ihm ihr Herz, tut sich jedoch ein Abgrund vor ihr auf, mit dem sie niemals gerechnet hat. Franz Lenz wurde 1953 als erstes von fünf Kindern geboren und trug schon in jungen Jahren Verantwortung, was ihn früh prägte. Als späterer Rechtsanwalt vertrat er mit besonderem Engagement die Scheidungsangelegenheiten von Frauen. Mitte fünfzig begann er damit, sich seiner weiteren Leidenschaft zu widmen - dem Schreiben. Mit großer Hingabe verfasst er heute ebenso spannende wie äußerst gefühlvolle Romane, in denen seine Hauptfiguren empfindsame und zugleich starke Frauen sind, die ihrem tragischen Schicksal trotzen und am Ende die große Liebe erleben dürfen ('Die verlorene Frau - Eine schicksalhafte Liebe' sowie 'Schweigende Augen - Eine geheimnisvolle Liebe'). Als glücklich verheirateter Mann schreibt er zudem hoch emotionale Gedichte, Sinnsprüche und Kurzgeschichten über das, was uns alle am meisten bewegt - über die Liebe ('1000 bunte Schmetterlinge - Liebesgedichte und mehr'; drei Bände). Die Fertigstellung seines nächsten Romans erwartet er zum Weihnachtsfest 2016. Mehr Informationen über ihn sowie die Inhalte und Hintergründe seiner Romane finden Sie unter: www.franzlenz-romane.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 308
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740718268
    Verlag: TWENTYSIX
    Größe: 963 kBytes
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Schweigende Augen

Kapitel 1

Erschrocken riss sie die Augenlider hoch. Um sie herum war Dunkelheit. Ihr Herzschlag hämmerte gegen die Brust. "Guten Morgen!" Sie begriff nicht. Erneut drang eine Männerstimme in ihr Gehirn. "Heute ist Donnerstag, der dreißigste Juli." Noch immer verstand sie nicht, weil ihre Gedanken an dem Traum von eben hafteten; an jenem wundervollen Traum, in dem ihr Thomas sie soeben verführen wollte. "Ach Tom ..." - ganz lang zog sie seinen Namen, gleich einem wehmütigen Sehnen. "Es ist sieben Uhr." Jetzt erkannte sie die Stimme. Die, die sie nicht mochte, weil sie so rau war. Ganz anders als jene, die sie so sehr geliebt hatte. Damals, als sie noch ganz anders geweckt wurde. Sanft und einfühlsam. Von ihm. Tom. So viele Jahre hatten ihre Lippen diesen Namen geformt - zärtlich, sehnsüchtig und stets dankbar dafür, dass sie diesen Mann lieben durfte. "Sie hören Nachrichten." Ärgerlich zerrte sie mit einer heftigen Bewegung ihr Kissen unter dem Kopf hervor und presste es gegen ihre Ohren. Auch wenn sie dadurch nichts hören konnte, kannte sie diese Worte im Prinzip genau. Ihre flache Hand schlug hart auf dem Bettlaken auf. "Warum muss ich mich von dem da wach machen lassen? Warum nur darfst du das nicht mehr tun, Tom?" Bitter klang ihre Stimme dabei. "Immer werde ich allein gelassen, von allen, seit ich Kind war."

Vor ihrem inneren Auge tauchte ihre Mutter auf. Fräulein Duval, aufstehen! Zack, zack! Es ist fünf Uhr dreißig. Hör auf zu schlafen! Ich und Vater müssen gleich weg. Das weißt du doch, du ungezogene Göre. Mit einem Ruck schleuderte sie ihr Kissen auf den Boden. Ach Mutter ...! Nie hattest du Zeit für mich. War ich dir so wenig wert, dass du mich von einem Kindermädchen hast aufziehen lassen? Wozu habt ihr mich überhaupt gemacht? Erschrocken über die Heftigkeit ihres Vorwurfs legte sie ihren Zeigefinger über die Lippen. Doch im selben Augenblick brauste sie auf: "Ach was! Ist doch so!"

Ein anderes Gesicht erschien vor ihr. Guten Tag, mein Kind. Hast du fleißig geübt? Natürlich, Frau Schönbaum. Ja, dachte sie, hätte ich mein Cello nicht so geliebt, wäre meine Kindheit absolut freudlos geblieben. Sie lächelte, während sie ihren Erinnerungen folgte. Ich hab sogar mit dir gesprochen, während du mir die schönsten Töne schenktest. Und später hast du mich in die großen Konzertsäle begleitet. Sie hob ihren Kopf leicht und richtete ihn nach vorn - dort hinten in die Zimmerecke, wo es stand. "Ich komme gleich zu dir; dann spielen wir wieder."

Sie schlug das leichte Leinentuch zur Seite. Nur damit bedeckte sie in diesen heißen Sommernächten ihren nackten Körper. Dennoch hatte sie wieder nicht durchgeschlafen. Und immer wieder geträumt. Von ihm. Wie jede Nacht. Sollte das denn nie aufhören? "Tom, komm entweder zu mir zurück oder lass mich endlich in Ruhe. Sonst werde ich noch verrückt vor Schmerz und Sehnsucht" - es war nur ein hoffnungsloses Murmeln, denn eines wusste sie: Er würde nie mehr nach Hause kommen.

Sie atmete schwer. Es war stickig in dem winzigen Schlafzimmer. "Luft - ich brauche frische Luft!", stöhnte sie laut. Mit Schwung rollte sie sich von der durchgelegenen Matratze auf die Füße und erhob sich. Einen einzigen Schritt weiter und sie stand am Fenster. Mit beiden Händen zog sie am Rollladengurt, bis das schwere Holz oben anschlug. Dann suchte ihre Rechte den gusseisernen Fenstergriff. Komm bloß nicht an die Scheibengardine, ermahnte sie sich wortlos. Zu viel Mühe hätte es ihr bereitet, wäre sie herunter gefallen. Das passierte so leicht. Sie wusste warum. Das dumme Ding hing an einer dünnen Metallstange, die an ihren Enden nur auf den scharfkantigen Spitzen zweier winziger Häkchen ruhte. Passte sie beim Fensteröffnen nicht auf, sauste alles nach unten. Bis sie das wieder mit ihren tastenden Händen auf die klitzekleinen Haken geklemmt hatte - oh je! Oft genug hatte sie sich dabei die Fingerspitzen verletzt und gleich darauf die warmen Blutstropf

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