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Schwester Monika von Verfasser, Anonymer (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.08.2015
  • Verlag: OTB eBook publishing
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Schwester Monika

'Schwester Monika' entstanden 1815 ist ein anonym verfasster erotischer Roman. Irrtümlich E. T.A Hoffmann zugeschrieben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 94
    Erscheinungsdatum: 11.08.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956765773
    Verlag: OTB eBook publishing
    Größe: 438 kBytes
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Schwester Monika

"Der Mensch allein hat unter allen Wesen das Vorrecht, in den Ring der Notwendigkeit, der für bloße Naturwesen unzerreißbar ist, durch seinen Willen zu greifen und eine ganz frische Reihe von Erscheinungen in sich selbst anzufangen."
Schiller [Bild]
II. Abschnitt

Schwester Monika fährt fort zu erzählen. Ohne Falcks Helden und Menschen in Anschlag zu bringen, sprechen unsere Helden und Menschen sich immer deutlicher aus. Die verkappte Fredegunde erzählt Moniken ihr Leben.

Ich habe euch unsere Ankunft in Teschen erzählt; hört nun weiter!

Wir fuhren bey unserer Tante vor. Ich hatte diese Tante noch nicht gesehen; sie hatte so etwas Strenges im Gesicht, daß sie gegen das immer freundliche Antlitz meiner Mutter aussah, wie drey Tage Regenwetter nach einer schönen Frühlingsonne von vier Wochen.

Ey, schon so groß, so hübsch gewachsen! ma nièce! - fing sie gegen mich an.

O ja! gewachsen ist sie, fiel meine Mutter ein, aber - hier sagte sie Tanten etwas ins Ohr - die Kenntnis ihrer Natur erstreckt sich schon bis auf die Wendezirkel, und da - ihr Herr Zuchtmeister - hat schon Physik mit ihr studiert.

Est-il possible! schrie Tante und legte ihre Hände ineinander.

Gervasius wurde feuerrot, ich schlug die Augen nieder, erröthete gleichfalls, und Linchen spielte an ihrer Busenschleife. Ich wünschte, Schwester - fing meine Mutter an, nachdem sie sich an der Verlegenheit von uns Dreyen geweidet hatte - dich allein zu sprechen, willst du nicht so gut seyn, diesem Herrn da und meinem Mädchen ihre Zimmer anzuweisen, ich werde diesmal etwas lange bey dir hausen und vieles Geld bey dir lassen.

Sogleich, Schwester, sollst du bedient werden, versezte jene; schellte, gab dem eintretenden Bedienten ihre Befehle, und Gervasius und Linchen verließen mit ihm das Zimmer.

Stell dir vor, Schwester! fing jezt meine Mutter an, mein Malchen glaubt steif und fest aus lauter Lust zusammengesezt zu seyn, und die wenigen Begriffe, die ich ihr vom Schmerz gegeben hab, haben durchaus keine bleibenden Eindrücke je noch auf ihr zurückgelassen. -

Ey ey, mon enfant! versezte Tante, das ist nicht gut! In der Welt wohnt die Lust auf dem Dache bey den Sperlingen, die fliegen davon, wenn es ihnen zu wohl ist; aber der Schmerz liegt wie ein Kettenhund im Hof und muß beständig entweder beißen oder bellen.

Ich will Malchen hier lassen, fuhr meine Mutter fort, weißt du nicht in der Nähe ein Institut für Mädchen ihrer Art, so eines, wo die Lust Ferien hat, und die Unlust den Tag und die Nacht herumtreibt?

Hm, Schwester! wir thun sie zu Madame Chaudelüze, dort lernt sie alles, was verdrüßlich macht, und hat dabey nicht einmal Muße sich darüber zu beklagen.

Wie ich die Beyden so reden hörte, wurde mir angst und wehe, ich konnte meine Thränen nicht mehr zurückhalten.

Ey, wer wird weinen, mon enfant! tröstete die Base, hast du nicht gelesen, was Apostel Paulus alles gelitten hat, und das war doch ein Heiliger, und du bist eine unzeitige Geburt schnöder Lüste? - Ma Soeur.

Wenn du willst, so wollen wir die Kleine gleich fortschaffen?

Ich fiel bey diesen gewitterschwangern Worten meiner Mutter zu Füßen; aber da war keine Barmherzigkeit, so wenig als auf dem Gesicht der Tante zu finden.

Ich bin es zufrieden, Jettchen, erwiderte die Mutter und befahl mir aufzustehen.

Weinend gehorchte ich, und die beyden satanischen Weiber nahmen mich zwischen sich und schleppten mich zum Wagen, der noch vor der Thüre stand, und nun fuhren wir wieder zu der Stadt hinaus nach einem kleinen Landgute zu, das meine Tante der Mutter in einer ziemlichen Entfernung von Teschens Weichbild zeigte, und dessen edle Simplizität, als wir näher kamen, mich sehr eingenommen haben würde, wenn die Verfassung, in der ich gleichsam aufgelöst, wie ein Embryon in Brandwein mich befand, mir erlaubt hätte, mehr als einen Blick auf die mich umgebende

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