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Schwester Monika Illustriert und neu bearbeitet (Klassiker der ofd edition) von Hoffmann, E. T. A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.03.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Schwester Monika

Im Roman "Schwester Monika" erzählt die Titelfigur ihre Lebensgeschichte, wobei die körperlichen Freuden im Fokus stehen. Die Geschichte ist im Stil der erotischen Literatur des beginnenden 19. Jahrhunderts gehalten und bedient sich auch bei der Schilderung äußerst pikanter Vorgänge einer gehobenen Sprache. So stellt die Geschichte auch für Fans von "50 Shades of Grey" eine anregende Lektüre dar, ohne etwa ordinär oder pornografisch zu werden. Dieser Ausgabe von "Schwester Monika" wurden klassische Illustrationen der erotischen Kunst beigefügt. Wie bei allen Werken der ofd edition wurde die ursprüngliche Druckfassung nicht automatisiert kopiert, sondern sorgfältig neu editiert und der aktuellen Rechtschreibung angepasst - die bessere Lesbarkeit und Gestaltung verhelfen zu einem ungetrübten Lesegenuss.

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (1776 - 1822) war ein deutscher Schriftsteller der Romantik. Zu seinen bekanntesten Werken zählen "Der Sandmann", "Die Elixiere des Teufels" und "Lebensansichten des Katers Murr". E. T. A. Hoffmann hinterließ neben einem umfangreichen literarischen Werk auch Lieder, Bühnenwerke und Instrumentalmusikstücke.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 145
    Erscheinungsdatum: 30.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839120989
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 9045 kBytes
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Schwester Monika

Kapitel II


"Der Mensch allein hat unter allen Wesen das Vorrecht, in den Ring der Notwendigkeit, der für bloße Naturwesen unzerreißbar ist, durch seinen Willen zu greifen und eine ganz frische Reihe von Erscheinungen in sich selbst anzufangen."

Schiller



Schwester Monika fährt fort zu erzählen. Ohne Falcks Helden und Menschen in Anschlag zu bringen, sprechen unsere Helden und Menschen sich immer deutlicher aus.


Ich habe Euch unsere Ankunft in Teschen erzählt; hört nun weiter!


Wir fuhren bei unserer Tante vor. Ich hatte diese Tante noch nicht gesehen. Sie hatte so etwas Strenges im Gesicht, dass sie gegen das immer freundliche Antlitz meiner Mutter aussah wie drei Tage Regenwetter nach einer schönen Frühlingssonne von vier Wochen.


"Ei, schon so groß, so hübsch gewachsen, ma nièce!", fing sie gegen mich an.


"Oh ja, gewachsen ist sie", fiel meine Mutter ein, "aber" - hier sagte sie Tante etwas ins Ohr - "die Kenntnis ihrer Natur erstreckt sich schon bis an die Wendezirkel, und da - ihr Herr Zuchtmeister - hat schon Physik mit ihr studiert."


"Est-il possible!", schrie Tante und legte ihre Hände ineinander.


Gervasius wurde feuerrot, ich schlug die Augen nieder, errötete gleichfalls, und Linchen spielte an ihrer Busenschleife.


"Ich wünschte, Schwester", fing meine Mutter an, nachdem sie sich an der Verlegenheit von uns dreien geweidet hatte, "Dich allein zu sprechen. Willst Du nicht so gut sein, diesem Herrn da und meinem Mädchen ihre Zimmer anzuweisen, ich werde diesmal etwas lange bei Dir hausen und vieles Geld bei Dir lassen."


"Sogleich, Schwester, sollst Du bedient werden", versetzte jene, schellte, gab dem eintretenden Bedienten ihre Befehle, und Gervasius und Linchen verließen mit ihm das Zimmer.


"Stell Dir vor, Schwester", fing jetzt meine Mutter an, "mein Malchen glaubt steif und fest, aus lauter Lust zusammengesetzt zu sein, und die wenigen Begriffe, die ich ihr vom Schmerz gegeben habe, haben durchaus keine bleibenden Eindrücke je noch auf ihr zurückgelassen."


"Ei, ei, mon enfant", versetzte die Tante, "das ist nicht gut! In der Welt wohnt die Lust auf dem Dache bei den Sperlingen, die fliegen davon, wenn es ihnen zu wohl ist; aber der Schmerz liegt wie ein Kettenhund im Hof und muss beständig entweder beißen oder bellen."


"Ich will Malchen hier lassen", fuhr meine Mutter fort, "weißt Du nicht in der Nähe ein Institut für Mädchen ihrer Art, so eines, wo die Lust Ferien hat, und die Unlust den Tag und die Nacht herumtreibt?"


"Hm, Schwester, wir tun sie zu Madame Chaudelüze, dort lernt sie alles, was verdrießlich macht, und hat dabei nicht einmal Muße, sich darüber zu beklagen."


Wie ich die beiden so reden hörte, wurde mir angst und wehe, ich konnte meine Tränen nicht mehr zurückhalten.


"Ei, wer wird weinen, mon enfant", tröstete die Base, "hast Du nicht gelesen, was der Apostel Paulus alles gelitten hat, und das war doch ein Heiliger, und Du bist eine unzeitige Geburt schnöder Lüste? - Ma Soeur."


"Wenn Du willst, so wollen wir die Kleine gleich fortschaffen?"


Ich fiel bei diesen gewitterschwangeren Worten meiner Mutter zu Füßen; aber da war keine Barmherzigkeit, so wenig wie auf dem Gesicht der Tante zu finden.


"Ich bin es zufrieden, Jettchen", erwiderte die Mutter und befahl mir, aufzustehen.


Weinend gehorchte ich, und die beiden satanischen Weiber nahmen mich zwischen sich und schleppten mich zum Wagen, der noch vor der Tür stand, und nun fuhren wir wieder zu der Stadt hinaus nach einem kleinen Landgut zu, das meine Tante der Mutter in einer ziemlichen Entfernung von Teschens

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