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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 22 Karibik-Piraten von Craig, John Roscoe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.07.2013
  • Verlag: Pabel eBooks
eBook (ePUB)
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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 22

Im frühen Morgengrauen blitzen von Puerto de Caldero Schüsse, und über die See rollt Kanonendonner heran. Hasard erkennt, daß zwei Schiffe sich ein hitziges Gefecht liefern. Weil Hasard zuerst an die 'Golden Hind' denkt, mischt er sich ein. Er hilft wider Willen einem Piraten zu fetter Beute, doch nun läßt sich der Irrtum nicht mehr korrigieren. Der Seewolf soll noch oft Gelegenheit haben, seine freundliche Hilfe zu bereuen, denn 'Einohr' Mac Dundee, der Schotte, ist zu jeder Gemeinheit fähig...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 115
    Erscheinungsdatum: 26.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783954392483
    Verlag: Pabel eBooks
    Größe: 665 kBytes
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Seewölfe - Piraten der Weltmeere 22

1.

Mac Dundee sprang brüllend zur Seite, als er das Rauschen über sich hörte und mit einem kurzen Blick nach oben feststellte, daß die Kettenkugel der Spanier die Fallen der Großrah zerschossen hatten.

Die schwere Spiere taumelte. Die Backbordnock verfing sich für einen Moment in den Webleinen der Wanten, dann riß sie sich los, und die mächtige Rah schlug mit ohrenbetäubendem Krachen aufs Deck.

Das Splittern des Holzes mischte sich mit dem Schreien der Männer. Mac Dundee sah, wie drei seiner Kameraden von der Spiere regelrecht erschlagen wurden. Das angeschlagene Großsegel färbte sich vom Blut eines Mannes innerhalb von Sekunden dunkelrot. Ein Mann mit blutüberströmtem Gesicht taumelte an ihm vorbei. Ein anderer hockte auf den Knien und versuchte verzweifelt, den armlangen Holzsplitter, der in seiner Brust steckte, herauszuzerren.

Mac Dundee warf einen kurzen Blick zu den beiden spanischen Galeonen hinüber, die in der Bucht von Puerto de Caldera ankerten und das angreifende Piratenschiff mit einem Hagel von Kugeln und griechischem Feuer überschütteten.

Mac Dundee wurde vom Tod seiner Kameraden nicht berührt. Er starrte nur haßerfüllt hinauf zum Quarterdeck. Seine rechte Hand, in der er ein Enterbeil hielt, zuckte. Am liebsten hätte er es dem größenwahnsinnigen Araber, der dieses Schiff befehligte, entgegengeworfen und ihm den Kopf mit seinem lächerlichen Turban gespalten.

Eine Kugel der Spanier sägte die Marsstenge des Großmastes in zwei Teile. Der Araber auf dem Quarterdeck brüllte sinnlose Befehle, auf die niemand mehr hörte. Die Piraten hatten nur noch den Wunsch, sich vor den herabkrachenden Spieren in Sicherheit zu bringen.

Das Großmarssegel, das im auflandigen Wind flatterte, seit dieser Idiot von Araber das Schiff hatte beidrehen, lassen, senkte sich über den Großmars. Kreischend zerriß die Segelleinwand. Zum Glück hielt das Großmarsstag und verhinderte, daß auch noch die Marsrahe aufs Deck krachte und das Chaos vergrößerte.

Die Geschützmannschaften an Backbord wurden durch die Trümmer der Großrah stark behindert. Eine Kanone war mitsamt der Lafette umgekippt, und zehn Männer bemühten sich vergeblich, sie wieder aufzurichten.

Mac Dundee nahm seinen haßerfüllten Blick von dem tobenden Araber. Jetzt ging es um ihrer aller Leben. Er packte die Axt in seiner rechten Faust fester und sprang den Männern bei den Backbordkanonen zur Hilfe. Wie ein Berserker begann er auf die Spieren und Taue einzuhacken, und nach wenigen Augenblicken hatte er es geschafft, die eine Hälfte der zersplitterten Großrahe über Bord zu befördern.

"An die Geschütze, Männer!" brüllte er aus Leibeskräften, um das Getöse zu übertönen, das die heranzischenden Kugeln der Spanier verursachten, wenn sie in die Takelage schlugen.

Mac Dundees Axt hieb weiter auf geteertes Tauwerk ein. Er sah nicht die verbissenen Gesichter seiner Kameraden, die genau wie er mit dem Blut der Toten und Verwundeten besudelt waren. Zum Glück hielten die Spanier bisher nur hoch in die Takelage, um dem angreifenden Schiff seine Bewegungsfähigkeit zu nehmen. Mac Dundee mochte nicht daran denken, welch verheerende Wirkung eine in die Kuhl einschlagende Kugel haben würde. Fast fünfzig Männer drängten sich hier. Sie alle hatte Mac Dundee mit seinem Eingreif en aufgerüttelt. Sie schrien ihre verzweifelte Hoffnung hinaus.

Das erste Geschütz war feuerbereit. Mac Dundee schrie dem Mann mit der Lunte zu, er solle feuern, um die Spanier abzulenken, aber er wußte nicht, ob der Mann ihn verstanden hatte.

Mac Dundee sprang auf ihn zu und riß ihm die Lunte aus der Hand. Ein kurzer Blick genügte ihm, um festzustellen, daß das Geschütz richtig visiert war. Zischend fraß sich die Flamme durchs Zündkraut.

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