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Sei mein Frosch Roman von Bähr, Julia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.02.2015
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Sei mein Frosch

Einen Frosch zum Küssen, einen zum An-die-Wand-Klatschen Zwar hat Viola ihren Traumjob als Anwältin ergattert, doch der Alltag mit zickigen Vorzimmerdrachen, schnöseligen Kollegen und dem eitlen Chef ist kaum auszuhalten. Sie braucht dringend Abwechslung - am besten in Form eines Dates. Bei einer Onlinebörse flirtet Viola unter falschem Namen ausgerechnet mit dem einen Kerl, mit dem sie nicht flirten darf: dem Ex-Date ihrer besten Freundin. Und als Viola dann auch noch von ihrem kontrollsüchtigen Chef auf dem Portal entdeckt wird, muss sie sich ein echt gutes Plädoyer für ihr Gefühlschaos überlegen ... Julia Bähr, geboren 1982, absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München und arbeitet als Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Ihr Herz schlägt für Pommes frites und Karaoke. Zusammen mit Christian Böhm verfasste sie 2013 den Hochzeitsroman Wer ins kalte Wasser springt, muss sich warm anziehen, gefolgt von ihren romantischen Komödien Sei mein Frosch und Liebe mich, wer kann!.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 16.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641145705
    Verlag: Blanvalet
    Größe: 453 kBytes
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Sei mein Frosch

Kapitel 2

Am nächsten Morgen bin ich um halb neun im Büro. Wenn ich jetzt auf die gestrige Mail von meinem Chef antworte, dürfte ich auf der sicheren Seite sein. Bestimmt haben meine permanent Squash spielenden und im Sommer am Gardasee windsurfenden Kollegen sich schon alle angemeldet. Aber Interesse heucheln muss ich, sonst stehe ich als die Zicke ohne Biss da. Also, antworten.

Lieber Herr von Schilo,

bin ich zu spät dran? Ich musste noch abklären, ob das Datum bei mir passt. Hoffentlich ist noch ein Platz für mich frei. Ich würde Ihren Sport sehr gerne mal ausprobieren.

Mit besten Grüßen,

Viola Nienhaus

Lüge. Alles Lüge. Allmählich verstehe ich, warum die Hölle voller Anwälte ist.

Nur zehn Minuten später flattert die Antwort in meinen Posteingang.

Frau Nienhaus,

Sie sind dabei! Melde mich bald mit Details.

Grüße,

SvS

Und wenn ich fürs Lügen nicht in die Hölle komme, dann fürs Fluchen.

Es gibt in unserer Kanzlei eine Sitte, auf die man meines Erachtens gut verzichten könnte: Jeden Tag wird um 11 Uhr die Post aller Anwälte gemeinsam geöffnet und gelesen. Das dient der Transparenz, und ich als Neuling lerne dabei auch viel darüber, wie die Kollegen mit ihren Mandanten und Fällen umgehen. Leider hat Stefan von Schilo besondere Freude daran, Passagen vorzulesen, in denen die Gegenseite meine Kollegen und mich persönlich beleidigt. Unter Anwälten kommt das eigentlich nicht häufig vor, aber gerade bei Zivilprozessen vor dem Amtsgericht vertreten sich die größten Spinner am liebsten selbst. Und einen davon hat meine Kollegin Silvia Schreiner gerade an der Backe. Es geht in dem Fall, oh Wunder, um Schadenersatz wegen Körperverletzung. Und der Beschuldigte demonstriert uns gerade schwarz auf weiß sein Aggressionspotenzial.

"Sehr geehrte Frau Dr. Schreiner, ich habe Ihr Profil im Internet gesehen. Offensichtlich haben Ihnen die Dämpfe Ihres Haarfärbemittels geistigen Schaden zugefügt" , liest mein Chef genüsslich vor. "Aber dieses Wechseljahrerot steht Ihnen ausgezeichnet . "

Silvia Schreiner sitzt mir gegenüber und blickt gequält auf den großen Mahagonitisch.

"Trotz Ihres fortgeschrittenen Alters möchte ich Ihnen Mut machen: Es ist noch nicht zu spät, auf Grundschullehrerin umzusatteln! Zur Anwältin taugen Sie jedenfalls nicht." Von Schilo grinst hämisch. "Oder wie möchten Sie es entschuldigen, dass bei einem klaren Fall von Notwehr gar kein Schadenersatz bezahlt wird? Da hätten Sie sich wohl mal besser informiert!"

Peinlich berührt scharre ich mit den Füßen auf dem Boden herum. Matthias, der kalte Fisch, schaut gelangweilt aus dem Fenster. Im Gesicht der Kollegin sehe ich eine Röte aufsteigen, die zu ihrer Haarfarbe tatsächlich ganz gut passt. Jetzt zu widersprechen wäre ein großer Fehler. Es ist offensichtlich, dass dieser Brief Mumpitz ist. Und genauso offensichtlich ist, dass unser Chef sich an der unterdrückten Wut seiner Mitarbeiterin weidet. Mit seinem Muränenlächeln lässt er den Brief sinken.

"Na, Frau Schreiner? Das mit der Grundschullehrerin ist natürlich Quatsch. Sie haben ja reich geheiratet und sollten besser den ganzen Tag zu Hause bleiben und Angestellte befehligen! Ha! Ha!" Er lacht sein hässliches, kehliges Lachen. Das ist sein liebster wunder Punkt an der Kollegin.

Allmählich treten an Silvia Schreiners Hals die Adern hervor, aber sie fixiert weiterhin die Tischplatte und verzieht keine Miene. Sie ist in zweiter Ehe mit einem Großgrundbesitzer verheiratet, der sein Geld am liebsten in Pferde investiert. Aber nicht etwa in Rennpferde, die Siegprämien bringen. Er hat einen ganz normalen Reitstall, in dem unter anderem Lianes kleine Nichte reitet. Besonders elitär oder reich, versicherte

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