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Seltsamer Wein von Forrest, Katherine V. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.04.2015
  • Verlag: Verlag Krug & Schadenberg
eBook (ePUB)
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Seltsamer Wein

Sieben Frauen zwischen dreißig und vierzig treffen sich zu Skiferien auf einer Berghütte. Am abendlichen Kaminfeuer reden und streiten sie und enthüllen einander ihre Liebes- und Eheerfahrungen. Zwischen zwei der Frauen, Lane und Diana, bahnt sich eine leise Liebesgeschichte an, die sich bald zu dramatischer und leidenschaftlicher Intensität steigert.

Ein Klassiker der lesbischen Literatur - einer der meistgelesenen Lesbenromane aller Zeiten.

Katherine V. Forrests Romane sind in zahlreiche Sprachen übersetzt worden, einschließlich der lesbischen Klassiker 'Seltsamer Wein' und 'Die Fremde am Pool' sowie ihre neun Bände umfassende Kate-Delafield-Krimireihe, die mit 'Wüstenfeuer' ihren Höhepunkt findet. Katherine V. Forrest wurde vielfach ausgezeichnet, darunter mehrmals mit dem Lambda Literary Award, dem wichtigsten lesbisch-schwulen Literaturpreis der USA. Sie hat viele Jahre als Herausgeberin und Lektorin für Naiad Press gearbeitet und ist heute für Spinsters Ink tätig sowie für Bella Books, dem größten US-amerikanischen Verlag für lesbische Literatur. Katherine V. Forrest lebt mit ihrer langjährigen Gefährtin in der südkalifornischen Wüste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 220
    Erscheinungsdatum: 17.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944576565
    Verlag: Verlag Krug & Schadenberg
    Größe: 1555 kBytes
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Seltsamer Wein

1. KAPITEL

Warmes, helles Licht schien aus der Berghütte. Schon von ferne, auf der gewundenen Gebirgsstraße hatten Diana Holland und Vivian Kaufman es leuchten sehen - freundliches gelbes Licht, das in die dunkle Nacht hinausstrahlte und auf den glitzernden Schnee fiel.

Liz Russo öffnete die Tür, begrüßte die beiden überschwänglich, lautstark. Sie umarmte Vivian und nahm die Mäntel in Empfang. Um ein flackerndes, knisterndes Kaminfeuer versammelt saßen vier Frauen. Eine von ihnen erregte sofort Dianas Aufmerksamkeit. Sie saß auf dem Kaminvorsprung und erhob sich, als Liz die Frauen einander vorstellte.

Lane Christiansen, die Frau, die Diana aufgefallen war, gab erst ihr, dann Vivian die Hand. Groß und schlank stand sie vor ihnen und strich sich das blonde Haar aus der Stirn.

"Elaine?", fragte Vivian lächelnd und hielt ihre Hand einen Augenblick fest, ehe sie sie wieder freigab.

"Lane", berichtigte sie. "Die Abkürzung für Marlene - wie Dietrich. Meine Mutter liebte die Dietrich. Es ist ihr nie in den Sinn gekommen, wie rücksichtslos es war, mir auch noch im Vornamen drei Silben aufzuladen."

"Lane gefällt mir gut", sagte Vivian und strich sich die Jacke glatt.

Lane Christianson trug gut geschnittene dunkelgrüne Hosen und einen weich fallenden Kamelhaarpullover. Unwillkürlich hatte Diana ihren eigenen Pullover zurechtgezogen und amüsierte sich innerlich, als ihr bewusst wurde, wie eine ungewöhnlich attraktive Frau andere Frauen immer ein wenig unsicher und abwehrbereit zu machen schien. Bewundernd, aber auch neugierig betrachtete sie Lane; die anderen Frauen trugen Jeans oder Trainingsanzüge.

"Wahrscheinlich kann ich für Marlene noch dankbar sein. Meine Mutter hätte ja auch ein Fan von Hedy Lamarr oder Pola Negri sein können", sagte Lane zu Vivian gewandt. "Wie würde Hedy oder Pola klingen?"

Die Frauen lachten, und Lane lächelte; Diana empfand dieses Lächeln als kühl und distanziert.

Vivian fragte: "Kennt ihr eigentlich alle Liz' Mädchennamen?"

"Klar. Taylor", sagte Madge Vincent.

Diana kicherte. "Du warst also früher Liz Taylor?" Lane lachte hell auf.

"Pass bloß auf, Kaufman", sagte Liz. "Sonst reiß ich dir deine falschen Wimpern ab." Mit einem entschuldigenden Blick zu Diana, der auch Lane einschloss, fuhr sie fort: "Stellst euch doch mal vor, ihr müsstet mit dem Namen Liz Taylor aufwachsen. Ich wollte schon mit zwölf Jahren heiraten, bloß um diesen Namen loszuwerden."

Die Frauen lachten. Liz fragte Diana: "Was möchtest du trinken? Wodka haben wir keinen mehr, dafür aber reichlich Bourbon, Scotch und Gin. Auch ein bisschen Wein."

"Hast du Weißwein?"

"Ja, aber nicht unbedingt einen, den sie dir im Beverley Hilton kredenzen würden. Meine Söhne haben hier immer einen kleinen Vorrat. Mach's dir gemütlich, Herzchen. Wenn du den Wein nicht magst, kannst du immer noch zu den harten Drinks übergehen. Komm, Viv, wir gehen in die Küche; ich möchte gern ein bisschen mit dir quatschen."

Um den Kamin herum standen ein breites Sofa, zwei Sessel und ein niedriger runder Tisch mit Getränken und einer Käseplatte. Große Cordkissen lagen überall im Raum verstreut. Diana beschloss, sich in der Nähe des Feuers niederzulassen.

Madge Vincent sagte: "Gehen wir recht in der Annahme, dass Vivian und du gute Gründe dafür habt, freiwillig in eurer grauenhaften Stadt zu leben?" Madge, eine Frau um die fünfunddreißig, mit wirrem, schulterlangem dunklem Haar, sah angespannt aus. Sie saß auf dem Sofa, rauchte und klopfte die Asche ihrer Zigarette in einen Aschenbecher, der schon von langen Kippen überquoll.

Diana setzte sich auf ein Kissen. Sie schmunzelte und streckte die Hände zu einer versöhnlichen Geste aus. "Ich verneige mich vor der Erhabenheit eurer prächtigen Stadt. Schon allein weil ich gegen euch fünf keine Chance habe, wenn Viv nicht dabei ist. Aber eigentlich trifft mich keine Schuld. Ich

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