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Serena und das Ungeheuer von Heyer, Georgette (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.06.2020
  • Verlag: beHEARTBEAT
eBook (ePUB)
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Serena und das Ungeheuer

England, 1816: Die eigenwillige Serena erfährt zu ihrem Entsetzen, dass ihr verstorbener Vater den Marquis of Rotherdam zu ihrem Vormund ernannt hat. Vor Jahren waren sie einander versprochen, doch dann zerbrach die Verlobung an einem heftigen Streit. Und jetzt soll dieser Mann wieder Macht über Serenas Leben haben? Niemals! Die junge Frau reist nach Bath und trifft dort auf einem Ball ihren Jungmädchenschwarm wieder, den schneidigen Offizier Hector, der bald schon um ihre Hand anhält. Doch in dieser Angelegenheit hat ihr strenger Vormund ein Wörtchen mitzureden ... 'Serena und das Ungeheuer' (im Original: 'Bath Tangle') besticht mit funkensprühenden Streitgesprächen, charmanten Nebenfiguren und dem meisterhaft eingefangenen Flair der eleganten Kurstadt Bath. Jetzt als eBook bei beHEARTBEAT - Herzklopfen garantiert. 'Ich könnte ihre Bücher immer wieder und wieder lesen.' Stephen Fry 'Einfach entzückend!' The Guardian

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 276
    Erscheinungsdatum: 29.06.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732589166
    Verlag: beHEARTBEAT
    Größe: 1398 kBytes
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Serena und das Ungeheuer

Kapitel 1

In der Bibliothek des Herrenhauses Milverley Park saßen zwei Damen; die jüngere - deren Häubchen und wogender schwarzer Krepp die Witwe erkennen ließen - neben einem Tisch, auf dem ein Gebetbuch lag; die ältere, eine Schönheit von etwa fünfundzwanzig Jahren mit tizianrotem Haar, in einer der tiefen Fensternischen, die auf den Park hinausgingen. Die Witwe hatte die Totengebete mit ihrer hübschen Stimme ehrerbietig vorgelesen, aber das Gebetbuch war schon vor einer Weile geschlossen und beiseite gelegt worden, und die Stille wurde nur von gelegentlichen Bemerkungen der einen oder anderen Dame und vom Ticken der Uhr auf dem Kaminsims unterbrochen.

Die Bibliothek, deren eigenartig geschnitzte Bücherborde und vergoldete und bemalte Decke in jedem "Führer durch Gloucestershire" gewürdigt wurden, war ein schöner Raum, im Erdgeschoss des Herrenhauses gelegen und mit düsterer Noblesse eingerichtet. Bis vor Kurzem war sie fast nur vom verstorbenen Earl of Spenborough benutzt worden. Ein zartes Aroma von Zigarren hing noch immer in der Luft, und von Zeit zu Zeit schweiften die blauen Augen der Witwe zu dem großen Mahagonischreibtisch, als erwartete sie, den Earl hinter ihm sitzen zu sehen. Eine sanfte Trauer umschwebte sie, und in ihrem bezaubernden Gesicht stand ein Ausdruck der Bestürzung, als könnte sie den Verlust, der sie getroffen, noch kaum fassen.

Dieser war ebenso plötzlich wie unerwartet eingetreten. Niemand, geschweige denn der Earl selbst, hätte angenommen, dass er, ein schöner, robuster Mann von fünfzig, seinen Tod einer so schäbigen Ursache wie einer bloßen Verkühlung zu verdanken haben würde, die er sich beim Lachsfischen am Wye-Fluss zugezogen hatte. Keine noch so dringenden Bitten seiner Gastgeber hatten ihn zu überreden vermocht, diesem geringfügigen Unwohlsein etwas Aufmerksamkeit zu schenken; er hatte das Fischen noch einen weiteren Tag lang genossen, doch als er nach Milverley zurückkehrte, machte er sich zwar standhaft über seinen Zustand lustig, war aber so schlecht beisammen, dass sich seine Tochter einfach über sein Verbot hinwegsetzte und sofort um den Arzt sandte. Die Diagnose lautete auf beiderseitige Lungenentzündung, und eine Woche später war er tot. Er hinterließ eine Gattin und eine Tochter, die ihn beweinten, und einen etwa fünfzehn Jahre jüngeren Neffen, der ihn in Rang und Würden beerbte. Außer dieser Tochter hatte er keine anderen Kinder, was man allgemein seiner Ehe mit dem hübschen Mädchen zuschrieb, das er vor drei Jahren überraschend geheiratet hatte und das noch keine zwanzig Jahre alt war. Nur die nachsichtigsten seiner Freunde konnten mit dieser Verbindung einverstanden sein. Denn weder seine glänzende körperliche Verfassung noch sein schönes Gesicht vermochten über die Tatsache hinwegzutäuschen, dass er älter als der Vater seiner Braut war, denn schließlich war sein Geburtsdatum in jeder englischen Genealogie nachzulesen, und seine Tochter war schon seit vier Jahren großjährig und hatte seinem Haushalt vorgestanden. Als der ungleichen Verbindung kein Erbe des Titels entsprang, verkündeten jene, die das exzentrische Wesen des Earls am meisten verurteilten, dies sei eben die Strafe, und seine Schwester, Lady Theresa Eaglesham, fügte zwar unklar, aber nachdrücklich hinzu, dies würde Serena eine Lehre sein. Wenn ein Mädchen von einundzwanzig seine Anstandsdame entlasse, zwei schmeichelhafte Heiratsanträge ablehne und von der Verlobung mit der glänzendsten Partie auf dem Heiratsmarkt zurücktrete, dann geschehe es diesem Mädchen nur recht, wenn der Vater eine junge Frau ins Haus bringe, um die Tochter zu verdrängen, sagte Lady Theresa. Und alles das ganz vergeblich, wie sie es ja gleich vorausgesagt habe!

Ähnliche Überlegungen schienen in der jungen Witwe vorzugehen. Denn tieftraurig sagte sie: "Wenn ich bloß meine Pflicht besser erfüllt hätte! Ich war mir ihrer so tief bewusst, und gerade jetzt bedrückt mich der Ge

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