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Serenus II Roman Teil 2 von Mann, Raya (eBook)

  • Verlag: epubli
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Serenus II

Weshalb gibt ein Mann in den Dreißigern die Suche nach der Liebe auf? In welche Sackgasse führt ihn seine Sexualität? Wie viel von der weiblichen Seele bleibt dabei noch übrig? Teil Eins endete damit, dass Serenus eine langjährige Liebe verliert. Teil Zwei beginnt mit seiner gescheiterten Ehe, dem Tod der Mutter und dem Verrat, den seine neue Gefährtin und sein bester Freund zusammen begehen. Bei der jungen Prostituierten namens Alba hätte es für Serenus vielleicht eine Chance gegeben. Stattdessen verfolgt er ein Kind mit seiner Gier nach sexueller Lust. Später fixiert er sich ganz auf seine schöne Nachbarin. Allerdings wird diese nie erfahren, dass sie monatelang aus dem Haus gegenüber observiert wird. Als Serenus schon in die mittleren Jahre kommt, kehrt Alba, inzwischen geschiedene alleinerziehende Mutter, zurück. Bekommt er eine zweite Chance? Auch bei diesem Buch von Raya Mann besorgte Nina Eisen das Lektorat. -

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783748519836
    Verlag: epubli
    Größe: 266 kBytes
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Serenus II

Die Mutter 2000 - 2001

An einem Freitagabend, als Serenus, der länger gearbeitet hatte, nach Hause kam, blinkte der Anrufbeantworter. Der Vater bat ihn nachdrücklich, sich zu melden. Serenus rief sofort zurück, aber das Besetztzeichen erklang. Während er wartete, dass der Vater sein Gespräch beendete, bekam er schlechte Laune, weil ihm die bevorstehende Scheidung einfiel. Es mussten eine Menge Papiere angefertigt werden: Scheidungsbegehren und -vereinbarung, Einkommens- und Vermögensnachweise. Er benötigte einen Anwalt, für den er ebenso würde zahlen müssen wie für den Prozess. Er glaubte nicht, dass er die Scheidung noch dieses Jahr hinter sich bringen würde. Die ganze Heiratsprozedur hingegen hatte nur sechs Wochen gedauert. "Eigentlich müsste es genau umgekehrt sein", dachte Serenus. "Man müsste ein Jahr lang mit den Anwälten um die Eheerlaubnis kämpfen, aber die Scheidung bekäme man in sechs Wochen."

Er nahm das Telefon und drückte die Repeat-Taste.

"Soeben habe ich aufgelegt", sagte der Vater. "Ich habe mit deinem Bruder telefoniert. Er fährt jetzt gleich los und übernachtet bei uns. Du musst morgen auch kommen, wenn es dir möglich ist. Dann können wir beim Frühstück alles besprechen."

Wenn der Bruder gleich losfuhr, das wusste Serenus, dann war mit der Mutter etwas nicht in Ordnung.

"Was ist eigentlich los?", fragte er. "Ist etwas mit Mutter? Soll ich auch heute Abend noch kommen?"

"Für dich ist es kein weiter Weg. Komm morgen. Die Mutter liegt nicht im Sterben."

"Aber was hat sie denn?", rief Serenus.

"Sie war am Dienstag zur Routineuntersuchung beim Hausarzt. Er hat Knoten in den Lymphdrüsen entdeckt und sofort Blutanalysen gemacht. Am Mittwoch wurde Gewebe entnommen. Heute haben sie uns in der Klinik den Befund mitgeteilt. Es ist ein aggressiver Tumor. Sie wissen nicht, ob er sich schon ausgebreitet hat. Auf jeden Fall müssen die Knoten entfernt und danach muss eine Chemotherapie eingesetzt werden."

Serenus wusste nicht, was er dazu sagen sollte. "Was für ein Elend", dachte er. "Die Mutter ist fünfundsiebzig Jahre alt und hat diese Torturen vor sich. Ob sie überhaupt etwas nützen werden?"

Als ob er erraten hätte, was Serenus durch den Kopf ging, fuhr der Vater fort: "Chemotherapie ist heute nicht mehr so extrem wie vor zehn Jahren. Es hilft auf jeden Fall, auch dann, wenn die Mutter nicht mehr lange zu leben hat. Wenn man zulässt, dass sich der Krebs unkontrolliert verbreitet, wird alles viel schlimmer. Eigentlich wäre sie robust und gesund, wenn die Tumore nicht wären. Man merkt ihr überhaupt nichts an. Die Operation und die Chemotherapie werden ihr nicht allzu viel anhaben können. Sie will diese erste Runde mitkämpfen, sagt sie." Serenus konnte hören, wie der Vater leer schluckte: "Sie sagt, nur eine Runde, keine zweite."

"Eine Runde kämpfen. Das passt zu ihr", dachte Serenus, "es ist eine Anstandsrunde, eine Ehrenrunde. Die Mutter ist keine Kämpfernatur. Wenn sie für eine Runde den Kampf aufnimmt, dann nur, weil sie weiß, dass sie ihn schon verloren hat. Dass sie den beflissenen Ärzten entgegenkommt, ist eine ihrer letzten großen Gesten."

"Der Arzt gab mir zu verstehen", sagte nun der Vater, "dass manche Krebspatienten sich ihren Angehörigen zuliebe der Behandlung unterziehen."

Eine halbe Minute lang fiel kein Wort. "Du hast noch kaum etwas gesprochen", sagte der Vater.

"Ich will sie weder krank noch tot. Vielleicht ist die Mutter ja in ein paar Wochen wieder ganz gesund. Ich werde um zehn Uhr bei euch sein. Kann ich noch kurz mit ihr sprechen?"

"Sie hat ein Schlafmittel genommen. Ich würde sie nicht wach kriegen. Ich werde auch gleich eines nehmen."

"Dann schlaft gut. Wir sehen uns ja morgen." Serenus legte auf.

Was sollte er jetzt tun? Mit wem konnte er sprechen? Der Bruder war sicher schon im Auto unterwegs. Seine Ehefrau fiel ihm ein. Wenn er ratlos gewesen war, hatte sie stets d

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