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SERGE - und die Suche nach dem Glück von Sodar, Caro (eBook)

  • Verlag: BookRix
eBook (ePUB)
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SERGE - und die Suche nach dem Glück

Serges Aussehen ist polarisierend und extravagant. Die optische Hülle spiegelt allerdings kaum seinen Charakter wieder, der erstaunlich bodenständig ist. Trotzdem endete auch die letzte Beziehung mal wieder katastrophal, weswegen er eigentlich erst einmal genug von Männern hat. Dumm nur, dass ihm unverhofft ein blonder Engel mit eisblauen Augen über den Weg läuft. Soll er erneut auf sein Glück vertrauen, das bisher ein eher unzuverlässiger Weggeselle war? Vielleicht ist die Frage ja auch eine ganz andere: Kann er Orion überhaupt widerstehen? Einen kurzen Auftritt hatte Serge bereits in 'János, Julius & die Wagenburg'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 92
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783736858275
    Verlag: BookRix
    Größe: 1864 kBytes
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SERGE - und die Suche nach dem Glück

1 Alles läuft großartig! Na ja, zumindest fast ...

"Wo bist du nur wieder mit den Gedanken, Serge?"

"Ich lausche deinen Worten, maman. Was sonst?"

"Oh, das freut mich zu hören. Es ist lieb von dir, dass du dich ein wenig um Camille kümmerst. Sie wird morgen Nachmittag gegen 15 Uhr hier sein." Mit einem feinen Lächeln senkte Chloé Bernard den Kopf und widmete sich dem Rinderbraten. Den entsetzten Gesichtsausdruck ihres Sohnes ignorierte sie standhaft.

"Du hast ... wieso ... Camille ... Auf gar keinen Fall kümmere ich mich auch nur eine Minute um diese schreckliche Frau." Die weiße Stoffserviette, die sich bis eben noch auf Serges Knien befunden hatte, wurde mit Inbrunst neben den Teller geworfen. Der hohe Holzstuhl stoppte bei dem Versuch, ihn nach hinten zu schieben, bedingt durch den edlen, hochflorigen Teppich. Verzweifelt bemühte sich Serge vom Tisch aufzustehen, was angesichts des Umstandes, dass er so aufgewühlt war, zusätzlich erschwert wurde.

"Merde", fluchte er wenig vornehm, weil seine Kniescheibe eine unerfreuliche Kollision mit dem Tischbein hatte, was der stechende Schmerz bestätigte.

"Jetzt bleib entspannt sitzen und iss zu Ende, mein Junge. Die gute Camille weilt in Brüssel, wo sie gerade einen Mitarbeiter des EU-Parlaments umgarnt. Möge der Mann immun gegen Naturgewalten sein, damit wir die Ruhe ein wenig länger genießen dürfen als beim letzten Mal."

"Dass du dich nicht schämst, dein eigen Fleisch und Blut dermaßen an der Nase herumzuführen. Maman, ich bin entsetzt."

"Zumindest schenkst du mir nun deine ungeteilte Aufmerksamkeit. Los, erzähl schon. Was hat dieser crétin von einem Vermieter von dir gewollt?"

"Er hat mir die Wohnung wegen meines inakzeptablen Lebenswandels, der für die anderen Mieter unzumutbar wäre, gekündigt."

"Wie bitte? Das ist unerhört! Du hast dem kleinen, dünnen Mann doch sicherlich gesagt, dass du die Räume schnellstmöglich renovieren lässt?"

"Natürlich, maman, das habe ich. Die lieben Nachbarn scheinen allerdings der Meinung zu sein, dass ich prinzipiell mit verrückten Männern verkehre, die irgendwann das Haus abfackeln. Davon abgesehen, dass ich ihnen sowieso suspekt bin."

"Du wohnst in einer merkwürdigen Stadt. Auch wenn Eupen viel kleiner ist, beschleicht einen das Gefühl, dass wir hier weltoffener sind als die Menschen im großen Köln."

Am nächsten Tag war Serge mit dem Anstreicher eines Malerunternehmens verabredet. Der junge Mann, der sich als Roman Esser vorstellte, starrte mit einer Mischung aus Faszination und Fassungslosigkeit auf die ruinierte Wohnung. Serges Exfreund hatte ganze Arbeit geleistet und ein wahres Schlachtfeld hinterlassen. Beginnend bei heruntergerissenen Tapeten, roten Farbflecken an Wand und Decke, umgeschmissenen Möbeln bis hin zu den aufgeschlitzten Matratzen im Schlafzimmer. Die Nachbarn bekamen Wind von der Verwüstung, da Wasser an ihren Wänden entlanglief, was durch die Überschwemmung in Serges Badezimmer ausgelöst wurde. Das aufgequollene Echtholzparkett musste aus diesem Grund komplett herausgerissen und neu verlegt werden.

"Was ist denn hier passiert?", fragte Roman nach, wobei er sich mehrmals um seine eigene Achse drehte.

"Mein Ex ist durchgedreht, weil ich mit ihm Schluss machte", antwortete Serge und nahm missmutig das Handy aus der Tasche, als es klingelte.

"Bunny, mon amour", rief er erfreut. "Bist du zurück in Köln? Aber ja, ich habe die Feiertage in Leipzig sehr genossen. Deine Freunde sind toll und ich bin garantiert zwei Kilo schwerer. Gustav ist ausgezogen, insoweit hat der Plan funktioniert. Ärgerlicherweise ist nun meine Wohnung ruiniert und der Vermieter hat mir den Vertrag gekündigt. Frag besser, was er ganz gelassen hat. Keine Bange, ein Makler kümmert sich bereits um eine neue Unterkunft für mich. Dieses Mal ziehe ich auf jeden Fall in die Nähe des Ladens.

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