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Sex für Wiedereinsteiger Roman von Paulsen, Mila (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.03.2021
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
9,99 €
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Sex für Wiedereinsteiger

Per VHS-Kurs von der Midlife-Crisis zu einem erfüllten Leben.
Sex ist die schönste Sache der Welt - glaubt man Netflix-Serien oder Tinder-Mythen. Dass es im realen Leben oft ganz anders läuft, vor allem wenn man die 40 überschritten hat, davon wissen vier Hamburgerinnen ein Lied zu singen: Andrea, Ende 40, gelangweilte Hausfrau, Maren, 46, neurotische Journalistin, Anja, 51, verklemmter Single, und Iris, 43, gestresste Mutter. Doch Hilfe naht dank des Volkshochschulkurses »Sex für Wiedereinsteiger - schöner kommen in der zweiten Lebenshälfte«. Dort begegnen sich die vier Frauen, schließen Freundschaft, und schon bald verändert der vielversprechende Kurs nicht nur ihr Sexleben ...


Mila Paulsen ist das gemeinsame Pseudonym zweier befreundeter Autorinnen, die unter ihren wahren Namen seit über zwanzig Jahren erfolgreich Artikel, Kolumnen, Bestseller, Liebes- und Abschiedsbriefe sowie Einkaufslisten schreiben. Ab und zu auch mal WhatsApp-Texte sexuellen Inhalts. Auf die Idee zu dem Buch kamen sie in einem Gespräch darüber, dass großartiger Sex als Stimmungsaufheller besser wirkt als Johanniskrauttropfen und Yoga zusammen - und wieso Frauen immer noch ein Problem damit haben, zuerst zu kommen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 15.03.2021
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641275303
    Verlag: Goldmann
    Größe: 1363 kBytes
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Sex für Wiedereinsteiger

Andrea

Andreas Baltrum hasste es! Dieses Gefühl, dass seine Frau Andrea etwas hatte, ihm aber nicht sagen wollte, was. Sie verbreitete so eine ungemütliche Stimmung, und das am Sonntag.

»Nun sag doch endlich, was los ist«, verlangte er genervt. Sie schlich seit Stunden um ihn herum, hielt immer wieder plötzlich inne, öffnete den Mund, starrte dann abwesend vor sich hin, überlegte, seufzte, machte den Mund wieder zu und ging weg.

»Ach. Nichts«, sagte sie.

Er kannte sie genau: Sie hatte was, wusste aber nicht, wie sie es ihm beibringen sollte.

Allmählich wurde er wütend. War er etwa nicht der Mann, dem man alles sagen konnte?! Seine Angestellten der Firma »Baltrum&Sohn«, die er von seinen Eltern übernommen hatte, hätten bei dieser rhetorischen Frage heftig die Köpfe geschüttelt, allerdings nur in seiner Abwesenheit. Alle wussten, wie überzeugt Herr Baltrum davon war, dass seine Sicht der Welt die einzig wahre Realität darstellte. Und eine andere Meinung nicht nur keine Chance hatte, sondern, schlimmer, als Affront aufgefasst wurde.

Den ganzen Tag ging das so weiter. Sie saugte um ihn herum energisch nicht vorhandenen Staub. Machte plötzlich entschlossen den Staubsauger aus. Guckte ihn ungewohnt direkt an, holte tief Luft ... und atmete wieder tief aus. Machte den Staubsauger an und saugte wütend weiter, weg von ihm.

Endlich war auch dieser Sonntag zu Ende. Ihr 18-jähriger Sohn kam von einer Party nach Hause, zu der er Samstagabend aufgebrochen war. Andreas und Andrea Baltrum auf ihrem Wohnzimmersofa im Erdgeschoss hörten die Haustür auf- und zugehen, die Kühlschranktür auf- und zuklappen, schwere Schritte, die gedämpft die Treppe mit dem Treppenläufer aus Kokosfaser hochsprangen, und dann die Tür zum Kinderzimmer im Dachgeschoss zuknallen.

Der »Tatort« war schlecht wie immer. Und wie immer hatten sie ihn zusammen geguckt, um hinterher festzustellen, dass der »Tatort« so schlecht gewesen war wie immer, und sich gefragt, warum man sich den eigentlich trotzdem noch angucken würde. Nun lagen sie endlich in ihrem Ehebett aus Wildkirsche, das er auch von seinen Eltern übernommen hatte. Sie links, er rechts. Wie seit zwanzig Jahren. Mit zwei Matratzen, und zwei Matratzenschonern dafür, wobei in diesem Bett nie etwas passiert wäre, wovor man diese Matratzen hätte schützen müssen. Nicht einmal Frühstück. Auch Getränke waren wegen der Gefahr von Flecken streng verboten, ohne dass man das je hätte thematisieren müssen. Das verstand sich von selbst.

Andreas Baltrum stopfte sich das Stützkissen im Nacken zurecht und knipste seine Nachttischlampe aus. Tiefe Dunkelheit erfüllte das Zimmer. Es roch von ihrer Bettseite wie immer nach ihrer Nachtcreme und dem Weichspüler, mit dem sie ihren Baumwollnachthemden regelmäßig einen frischen Hauch von Frühling verlieh, wie auf der Flasche verheißen wurde. Sie raschelte unruhig herum. Wie sollte er so schlafen können?

Wütend setzte er sich auf. »Andrea, also, entweder du sagst jetzt, was los ist, oder du liegst endlich still«, rief er in der Lautstärke, die sie absurderweise stets als »Schreien« bezeichnete, während er einfach nur mal etwas energischer wurde. Er war eben ein Mann, und Männer hatten nun mal laute Stimmen. Außerdem gab es ihm ein Gefühl von Männlichkeit, laut zu werden. Er mochte das. Und meistens wirkte es. Er lauschte angespannt. Es herrschte Stille. Tiefes Schweigen. Zufrieden wickelte er sich in seine Einzeldecke ein und war gerade am Wegdösen, als er leise ihre Stimme vernahm: »Leck mich!«

Das konnte nicht seine Frau gewesen sein.

»Was?«

Stille.

Dann etwas lauter: »Du kannst mich mal lecken, bitte!«

Andreas Baltrum war hellwach. Was war das für eine Gossensprache von seiner Ehefrau?

»Andrea«, rief er schockiert aus, »hast du diese Ausdrucksweise von deinem Sohn übernommen?«

Lautes Schweigen.

Ihm wurde heiß. Konnte se

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