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Sharpes Ehre von Cornwell, Bernard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.12.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Sharpes Ehre

Spanien, 1813. Major Richard Sharpe wartet begierig darauf, dass Wellington die Franzosen zu einer entscheidenden Schlacht stellt. Ohne die Spanier wäre ein englischer Sieg allerdings unmöglich, weshalb die Allianz mit ihnen unter allen Umständen bewahrt werden muss. Das weiß auch der französische Spion Dierre Ducos, ein Todfeind Sharpes. Mit Hilfe der schönen Marquesa Hélène hat der Franzose einen teuflischen Plan ausgeklügelt, der die spanisch-englische Allianz zerbrechen und den verhassten Sharpe vernichten wird ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 415
    Erscheinungsdatum: 10.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732514656
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Richard Sharpe Bd.16
    Originaltitel: Sharpe's Honour
    Größe: 1231 kBytes
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Sharpes Ehre

PROLOG

Es gab ein Geheimnis, durch das der Krieg für Frankreich gewonnen werden konnte. Keine Geheimwaffe und ebenso wenig irgendeine überraschende Strategie, durch die alle Feinde Frankreichs besiegt werden würden, sondern eine politische Finte, die die Briten aus Spanien vertreiben würde, ohne dass eine Muskete abgefeuert werden musste. Es war ein Geheimnis, das bewahrt und für das bezahlt werden musste.

Deshalb ritten an einem eisigkalten Wintertag im Jahre 1813 zwei Männer in die nördlichen Hügel Spaniens. Immer wenn sich die Straße gabelte, wählten sie den schmaleren Pfad. Sie stiegen über gefrorene Wege immer höher zu einem Platz der Felsen, der Adler, des Windes und der Grausamkeit, bis sie schließlich unter der Februarsonne das ferne Meer glitzern sahen und in ein verstecktes Hochtal gelangten, in dem es nach Blut roch.

Am Zugang zum Tal gab es Wachtposten, in Lumpen und Felle gehüllte Männer, die mit Musketen bewaffnet waren. Die Posten stoppten die beiden Reiter, riefen sie an, und dann knieten sie sich vor einem der Reiter hin, der ihnen mit behandschuhter Hand den Segen erteilte. Die beiden Männer ritten weiter.

Der Kleinere der beiden, der Bewahrer dieses größten aller Geheimnisse, hatte ein schmales, bleiches Gesicht mit Pockennarben. Er zügelte sein Pferd oberhalb einer felsigen Arena, die entstanden war, als in diesem Tal in einem Bergwerk Erz gefördert worden war. Der kleine Mann blickte kalt auf die Szene, die sich unter ihm abspielte. "Ich dachte, ihr veranstaltet keine Stierkämpfe im Winter."

Es war ein primitiver Stierkampf, kein prächtiges Schauspiel, wie es auf den mit Barrikaden abgesperrten Plazas der großen Städte im Süden geboten wurde. Vielleicht hundert Männer jubelten von den Seiten der Felsarena, während zwei Männer einen schwarzen, gereizten Stier quälten, aus dessen Nacken das Blut rann. Das Tier war ohnehin geschwächt, weil es im Lauf des Winters schlecht gefüttert worden war, seine Angriffe waren Mitleid erregend, und der Tod kam schnell. Der Stier wurde nicht mit dem traditionellen Degen getötet und auch nicht mit dem kleinen Messer zwischen den Nackenwirbeln, sondern mit dem Schlachtbeil.

Ein riesiger Mann in Lederbekleidung unter einem Wolfsfell schwang das Schlachtbeil, das in der schwachen Sonne glänzte. Der Stier versuchte dem Hieb auszuweichen, schaffte es jedoch nicht. Er sandte einen letzten, nutzlosen Schrei zum Himmel, dann schlug das Schlachtbeil durch Knochen, Sehnen und Muskeln, und die Zuschauer jubelten.

Der kleine Mann, dessen Miene bei dem Anblick Abscheu widerspiegelte, wies auf den Mann mit dem Schlachtbeil. "Ist er das?"

"Das ist er, Comandante." Der große Priester musterte den kleinen bebrillten Mann, als genieße er dessen Reaktion. "Das ist El Matarife - der Schlächter."

El Matarife bot einen Furcht erregenden Anblick. Er war groß und kraftstrotzend, doch es war vor allem sein Gesicht, das Furcht einflößte. Mit seinem dichten Bart wirkte er wie eine Mischung aus Mensch und Tier. Der Bart wucherte bis zu den Wangenknochen, sodass seine kleinen, verschlagen blickenden Augen wie Schlitze zwischen Bart und Haupthaar aussahen. Es war das Gesicht einer Bestie, das jetzt über dem toten Stier zu beiden Reitern aufblickte. El Matarife verneigte sich spöttisch. Der Priester hob grüßend eine Hand.

Die Männer in der Felsarena, Partisanen des Schlächters, riefen nach einem Gefangenen. Der Kadaver des Stiers wurde am Felshang hochgezogen zu den anderen drei toten Tieren, deren Blut das weiße, kalte Gestein gefärbt hatte.

Der kleine Mann runzelte die Stirn. "Ein Gefangener?"

"Sie erwarten doch wohl nicht, dass El Matarife auf einen Willkommensgruß für Sie verzichtet, Comandante? Schließlich kommt nicht jeden Tag ein Franzose her." Der Priester freute sich über das Unbehagen des kleinen Franzosen. "Und es wäre klug, zuzuschauen, Comandante. Eine Weigerung würde als Beleidigung seiner Gast

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