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Sherlock Holmes Das getupfte Band und andere Detektivgeschichten von Doyle, Arthur Conan (eBook)

  • Verlag: Nexx
eBook (ePUB)
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Sherlock Holmes

Der vorliegende Band ist eine Sammlung von 6 Sherlock Holmes-Geschichten: 'Das getupfte Band', 'Der Daumen des Ingenieurs', 'Die verschwundene Braut', 'Die Geschichte des Beryll-Kopfschmuckes', 'Silberstrahl' und 'Das Landhaus in Hampshire'. Sir Arthur Ignatius Conan Doyle M.D. (1859-1930) war ein britischer Arzt und Schriftsteller. 1887 veröffentlichte er die erste Geschichte des Detektivs Sherlock Holmes und seines Freundes Dr. Watson: Eine Studie in Scharlachrot. Doyle, selbst Arzt, lehnte die Rolle des Dr. Watson an sich selbst an, Sherlock Holmes stattete er mit Eigenschaften seines Lehrers an der Edinburgher Universität, Joseph Bell, aus.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958702264
    Verlag: Nexx
    Größe: 248 kBytes
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Sherlock Holmes

Der Daumen des Ingenieurs

Von all den schwierigen Kriminalfällen, die meinem Freund Sherlock Holmes zur Lösung übertragen wurden, erhielt er nur zwei durch meine Vermittlung. Einer davon betraf Hatherleys Daumen. Wenn sich auch das großartige Kombinationstalent meines Freundes, dem er so wunderbare Erfolge zu verdanken hatte, hier weniger dabei entfalten konnte, so fing diese Aufgabe doch so toll an und verlief so dramatisch, dass sie mir wohl der Aufzeichnung wert erscheint. Jedenfalls hat sich der tiefe Eindruck, den ich damals erhielt, noch heute, nach zwei Jahren, kaum abgeschwächt.

Es war an einem Sommertag. Ein Bahnbeamter, den ich bei einem Unfall behandelt hatte, verkündete mein Lob in allen Tonarten und hätte mir am Liebsten jeden Patienten geschickt, dessen er habhaft werden konnte.

Eines Morgens, kurz vor sieben, wurde mir gemeldet, dass eben jener Bahnbeamte mit einem andern, offenbar verletzten Herrn gekommen wäre, um mich zu sprechen. Ich eilte die Treppe hinunter, da ich vermutete, es könne sich wieder um einen Eisenbahn-Unfall handeln, bei dem rasche Hilfe notwendig sei. Mein alter Freund kam mir vor dem Zimmer schon entgegen.

"Ich hab' ihn hergebracht", flüsterte er, mit dem Daumen über die Schulter deutend, "den hätten wir sicher."

"Was fehlt ihm denn?" fragte ich, denn das sonderbare Benehmen des Bahnbeamten verriet mir, dass es eine ganz besondere Bewandtnis mit dem Verletzten haben musste, den er so sorglich in mein Zimmer gesperrt hatte. "Es ist 'n neuer Patient", raunte er mir in seiner treuherzigen Art leise zu. "Ich hielt es für schlauer, ihn gleich selbst herzubringen. Aber jetzt muss ich gehen, Doktor, die Pflicht ruft." Und weg war er, ehe ich noch Zeit gefunden hatte, ihm für diese gutgemeinte Belebung meiner gar nicht beabsichtigten Praxis zu danken.

Im Empfangszimmer fand ich einen Herrn am Tisch sitzen, der einen schlichten, bräunlichen Anzug trug, seine einfache Tuchmütze hatte er auf die dort aufgelegten Bücher gelegt. Eine seiner Hände war in ein völlig mit Blut durchtränktes Taschentuch gewickelt. Er war vielleicht 25 Jahre alt; sein Gesicht war ernst und männlich, aber so bleich, dass es mir den Eindruck machte, als wenn er eben eine schwere Nervenerschütterung durchgemacht hätte, die er trotz aller Anstrengung noch nicht überwinden konnte.

"Verzeihen Sie die frühe Störung, Herr Doktor", sagte er, "ich habe in dieser Nacht einen ernsten Unfall gehabt. Ich kam heute Morgen mit dem Zug hier an und erkundigte mich bei einem Bahnbeamten, wo ich einen Arzt finden könnte. Dieser Herr hatte die Güte, mich hierher zu begleiten. Ich übergab dem Mädchen meine Karte, doch wie ich sehe, liegt sie noch dort auf dem Tischchen."

Ich nahm sie auf und las: Victor Hatherley, Ingenieur, Victoria Street 16a III. Das war also Namen, Beruf und Wohnung meines Morgenbesuches. Dann setzte ich mich zu ihm. "Sie sind also die Nacht durchgefahren?" fragte ich. "Das ist gewöhnlich recht ermüdend und langweilig."

"Oh, in diesem Falle trifft das nicht zu", sagte er und dann lachte er, so laut und gellend, dass er sich im Stuhl zurückwarf und sich die Seiten halten musste. Es lag etwas Krankhaftes in dieser übertriebenen Heiterkeit, das erkannte ich sofort. "Hören Sie auf", rief ich, "reißen Sie sich zusammen!" Er hatte einen regelrecht hysterischen Anfall, wie er zuweilen bei sehr starken Naturen vorkommt, die eine große Aufregung hinter sich haben.

Erst allmählich beruhigte er sich und nun wurde er dunkelrot vor Verlegenheit.

"Ich habe mich schön lächerlich gemacht vor Ihnen", keuchte er.

"Durchaus nicht. Bitte, nehmen Sie." Ich gab ihm etwas Kognak mit Wasser zu trinken.

"Das tut gut", sagte er. "Und nun haben Sie vielleicht die Güte, Herr Doktor, und sehen sich einmal meinen Daumen an oder vielmehr die Stelle, wo er gesessen hat." Er band das Tuch ab und hielt mir die Hand entgegen, deren Anblick selbst mich ersch

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