text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Sherlock Holmes Das Zeichen der Vier und andere Detektivgeschichten von Doyle, Arthur Conan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.01.2016
  • Verlag: Nexx
eBook (ePUB)
0,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Sherlock Holmes

In 'Das Zeichen der Vier' aus dem Jahre 1902 (erste deutsche Fassung) geht es um das rätselhafte Verschwinden des Vaters von Mary Morstan, die anonym ein Geschenk erhalten hat: eine sehr große, prächtige Perle. Diese Schenkung wiederholt sich Jahr für Jahr zu ihrem Geburtstag. Doch nun ist die Aufforderung an sie ergangen, sich noch am selben Abend mit dem unbekannten Spender vor dem Lyceum Theatre zu treffen. Holmes und Watson willigen ein, Miss Morgan zu dem geheimnisvollen Rendezvous zu begleiten. Und damit beginnt die Suche nach dem unermesslichen, doch todbringenden Agra-Schatz, die mit einer nächtlichen Verfolgungsjagd auf der Themse ihren Höhepunkt findet. Sir Arthur Ignatius Conan Doyle M.D. (1859-1930) war ein britischer Arzt und Schriftsteller. 1887 veröffentlichte er die erste Geschichte des Detektivs Sherlock Holmes und seines Freundes Dr. Watson: Eine Studie in Scharlachrot. Doyle, selbst Arzt, lehnte die Rolle des Dr. Watson an sich selbst an, Sherlock Holmes stattete er mit Eigenschaften seines Lehrers an der Edinburgher Universität, Joseph Bell, aus. Die von Doyle in seinen Romanen beschriebenen Methoden der Kriminalistik waren den Polizeimethoden ihrer Zeit weit voraus.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Erscheinungsdatum: 11.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958703995
    Verlag: Nexx
    Größe: 234 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Sherlock Holmes

Beobachtung und Schlussfolgerung

Durch seinen Scharfsinn und seine unermüdliche Tatkraft erfüllte mich Sherlock Holmes stets von neuem mit Bewunderung. Wenn er jedoch das Rätsel gelöst hatte, so schien alle Geistesfrische von ihm gewichen, und mein Freund versank in völlige Apathie.

Ihn in diesem Zustand zu sehen, war für mich äußerst peinlich, aber noch unleidlicher erschien mir das Mittel, welches er anwandte, um seinen Trübsinn zu verscheuchen.

Auch heute, als wir im Zimmer beisammen saßen, langte Sherlock Holmes die Flasche von der Ecke des Kaminsimses herunter und nahm die Induktionsspritze aus dem sauberen Lederetui. Mit seinen weißen, länglichen Fingern stellte er die feine Nadel ein, und schob seine linke Manschette zurück. Eine kleine Weile ruhten seine Augen gedankenvoll an den zahllosen Narben und Punkten, mit denen sein Handgelenk und der sehnige Vorderarm über und über bedeckt waren. Endlich bohrte er die scharfe Spitze in die Haut, drückte den kleinen Kolben nieder, und sank mit einem Seufzer innigsten Wohlbehagens in seinen samtenen Lehnstuhl zurück.

Seit vielen Monaten hatte ich diesen Hergang täglich dreimal mit angesehen, ohne mich jedoch damit auszusöhnen. Im Gegenteil, Tag für Tag steigerte sich mein Verdruss bei dem Anblick, und in der Nacht ließ mir der Gedanke keine Ruhe, dass ich zu feige war, dagegen einzuschreiten. So oft ich mir aber vornahm, meine Seele von der Last zu befreien, immer wieder erschien mir mein Gefährte, mit der kühlen, nachlässigen Miene, als der letzte Mensch, dem gegenüber man sich Freiheiten herausnehmen dürfe. Seine großen Fähigkeiten, die ganze Art seines Auftretens, die vielen Fälle, in denen er seine außerordentliche Begabung schon vor mir betätigt hatte - das alles machte mich ihm gegenüber ängstlich und zurückhaltend.

Aber an diesem Nachmittage fühlte ich plötzlich, dass ich es nicht länger aushalten könne. Der starke Wein, den ich beim Frühstück genossen, mochte mir wohl zu Kopfe gestiegen sein, vielleicht hatte mich auch Holmes' umständliche Manier ganz besonders gereizt.

"Was ist denn heute an der Reihe," fragte ich kühn entschlossen, "Morphium oder Kokain?"

Er erhob die Augen langsam von dem alten Folianten, den er aufgeschlagen hatte.

"Kokain," sagte er, "eine Lösung von sieben Prozent. Wünschen Sie's zu versuchen, Doktor Watson?"

"Wahrhaftig nicht," antwortete ich ziemlich barsch. "Ich habe die Folgen des afghanischen Feldzugs noch nicht verwunden und kann meiner Konstitution dergleichen nicht zumuten."

Er lächelte über meine Heftigkeit. "Vielleicht haben Sie recht, der physische Einfluss ist vermutlich kein guter. Ich finde aber die Wirkung auf den Geist so vorzüglich anregend und klärend, dass alles andere dagegen von geringem Belang ist."

"Aber überlegen Sie doch," mahnte ich eindringlich, "berechnen Sie die Kosten! Mag auch Ihre Hirntätigkeit belebt und erregt werden, so ist es doch ein widernatürlicher, krankhafter Vorgang, der einen gesteigerten Stoffwechsel bedingt und zuletzt dauernde Schwäche zurücklassen kann. Auch wissen Sie ja selbst, welche düstere Reaktion Sie jedes Mal befällt. Wahrlich, das Spiel kommt Sie zu hoch zu stehen. Um eines flüchtigen Vergnügens willen setzen Sie sich dem Verlust der hervorragenden Fähigkeiten aus, mit denen Sie begabt sind. Ich sage Ihnen das nicht nur als wohlmeinender Kamerad, sondern als Arzt, da ich mich in dieser Eigenschaft gewissermaßen für Ihre Gesundheit verantwortlich fühle. Bedenken Sie das wohl!"

Er schien nicht beleidigt. Seine Ellenbogen auf die Armlehnen des Stuhls stützend, legte er die Fingerspitzen gegeneinander, wie jemand, der sich zu einem Gespräch anschickt.

"Mein Geist," sagte er, "empört sich gegen den Stillstand. Geben Sie mir ein Problem, eine Arbeit, die schwierigste Geheimschrift zu entziffern, den verwickeltsten Fall zu enträtseln. Dann bin ich im richt

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen