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Sie kamen bis Konstantinopel von Becker, Frank Stefan (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.01.2012
  • Verlag: Philipp von Zabern
eBook (ePUB)
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Sie kamen bis Konstantinopel

7. Jahrhundert n. Chr.: Europa versinkt in Barbarei, im Osten erobern die Araber immer größere Gebiete. Da verlässt Pelagia, eine junge Frau aus gutem Hause, ihre Heimatstadt Karthago auf der Suche nach Rang und Reichtum - der Beginn eines großen Abenteuers. Sie lebt am Hofe von Kaisern und Kalifen, wird von Piraten verschleppt, erlebt Liebe und Enttäuschung. Als schließlich die muslimische Flotte vor Konstantinopel steht, hat sie den Schlüssel zu einer geheimen Erfindung in der Hand, die den Lauf der Geschichte verändern wird ...

Frank S. Becker, Jahrgang 1952, promovierter Physiker, war schon früh von der Römerzeit fasziniert. Seit über drei Jahrzehnten reist er auf den Spuren der Antike durch Europa und den Mittelmeerraum. 2004 erschien der erste seiner sorgfältig recherchierten historischen Romane, 'Der Abend des Adlers', 2007 folgte 'Der Preis des Purpurs'. Der Autor war lange Zeit Sprecher von Quo Vadis, dem Autorenkreis Historischer Roman. Sein zunehmendes Interesse an der Begegnung zwischen europäischem und islamischem Mittelalter gipfelt nun im Roman 'Sie kamen bis Konstantinopel'. Becker lebt in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 382
    Erscheinungsdatum: 01.01.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783805341400
    Verlag: Philipp von Zabern
    Größe: 1593 kBytes
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Sie kamen bis Konstantinopel

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Prolog
Allahs Schwert ...

(674 n. Chr.)

"Ihr werdet gewiss Konstantinija erobern. Vortrefflich der Führer und das Heer, die es nehmen."

Mohammed zugeschriebener Ausspruch (Hadith der Umm Haram)

Als der rote Feuerball über die blaugrauen Berggipfel stieg, frischte der Wind auf. Er kräuselte das Meer und ließ das Spiegelbild der Sonne in zahllose Lichtflecken zerfallen, die funkelten, als habe jemand eine Handvoll Diamanten über die türkise Fläche gestreut. Hunderte von Schiffen begannen sanft zu schwanken. Ihre grünen Wimpel flatterten, lose Taue pochten an die Masten und Wellen schmatzten leise gegen die hölzernen Rümpfe.

Der hagere, sonnenverbrannte Mann mit dem Turban beugte sich ein letztes Mal gen Südosten. Er murmelte die Schlussworte seines Morgengebetes, bevor er sich mit leisem Ächzen erhob, die Glieder streckte und die kleine Matte zusammenrollte, die auf dem Deck ausgebreitet lag. Mehr als die Hälfte seines Lebens hatte Daud dem Djihad gewidmet, dem Bemühen um den wahren Glauben. Manchmal bedauerte er es, dass es ihm nicht vergönnt gewesen war, schon mit den ersten Kriegern zu reiten. Mit den Kampfgenossen des Propheten, gepriesen werde sein Name, die aus der Wüste hervorgebrochen waren, um einem Sandsturm gleich die Reiche der Ungläubigen hinwegzufegen. Doch damals, dachte er dann spöttisch, hatte noch Furcht vor dem Meer die Herzen beherrscht. Wenn heute dagegen sein Blick durch den Mastenwald zu den Mauern der fernen Stadt vordrang, so erfüllte ihn unbändiger Stolz auf das, was die Gläubigen im Namen Allahs, des Allmächtigen, geschaffen hatten: Die stärkste Flotte des Meeres, das die Rum einst als das Ihrige betrachtet hatten.

Hier war die letzten Jahre sein Platz gewesen - am Bug stehend, von salziger Luft umweht, den Blick nach vorne gewandt. Hierher gehörte er, auf die Planken seines Schiffes, des zweitgrößten der Flotte. Saif ud-Din, Schwert des Glaubens - so nannte man ihn auf den Schiffen, die ihm der Kalif in seiner Gnade unterstellt hatte. Er war ein Teil jener unaufhaltsamen Woge, die Insel um Insel für das Dar al-Islam eroberte, unaufhörlich dessen Grenzen vorschob und das grüne Banner an Küsten aufpflanzte, von denen früher nicht einmal die Märchenerzähler zu berichten gewusst hätten.

Aber noch immer gab es das Dar al-Harb, das Haus des Krieges. Dort lebten die Feinde, denen Allah ein schreckliches Los zugedacht hatte: "Für die Ungläubigen sind Kleider aus Feuer bereitet und siedendes Wasser soll über ihre Häupter gegossen werden, wodurch sich ihre Eingeweide und ihre Haut auflösen. Geschlagen sollen sie werden mit eisernen Keulen. Sooft sie versuchen, der Hölle zu entfliehen aus Angst vor der Qual, so oft sollen sie auch wieder in dieselbe zurückgejagt werden mit den Worten: 'Nehmt nun die Strafe des Verbrennens hin.'" So stand es in der zwanzigsten Sura des Korans, und Daud, der das ganze Buch auswendig konnte, hatte diese Zeilen in letzter Zeit oft wiederholt. Doch die Kräfte der Ungläubigen schwanden, und es wurden immer weniger, die sich weigerten, die Herrschaft des Islams anzuerkennen. Dieser Kampf sollte Dauds letzter sein, dann war er am Ziel. Er würde heimkehren, endlich wieder das Haus mit dem plätschernden Brunnen im Hof betreten, das Gesicht in den dunkelblonden Locken seiner jungen Frau vergraben und seinen kleinen Sohn an sich drücken.

Lange blickte er zu den Feinden hinüber, die jetzt gewiss zwischen den Zinnen der Stadtmauer hervorspähten. Kurz stellte er sich vor, dort eine vertraute Gestalt zu erkennen, doch die Entfernung war zu groß. Dennoch spürte er einen leichten Stich im Herzen, hatte er selbst doch einst eine Ungläubige geliebt. Aber sie hatte ihn hintergangen, und sein Wohlwollen war in Hass und Rachsucht umgeschlagen. Er schüttelte den Kopf, als wolle er eine lästige Erinnerung verscheuchen, und erteilte seine Befehle. Schon

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