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Silicon Wahnsinn Wie ich mal mit Schatzi nach Kalifornien auswanderte von Kessler, Katja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Silicon Wahnsinn

'Wir waren gerade zehn Jahre verheiratet. Andere Ehefrauen bekommen da ja gern einen Ring, eine Reise oder einen neuen Busen spendiert. Mir schenkte mein Kerl mal eben ein neues Leben.' Als ihr Mann für ein Jahr ins kalifornische Silicon Valley muss, sagt Katja Kessler ihrem gemütlichen Leben in Potsdam kurzentschlossen Tschüss und findet sich über Nacht mit vier kleinen Kindern und sieben großen Koffern in einem Mini-Apartment am Highway wieder. Mit einem Mal heißt Alltag: Kolibris vor dem Küchenfenster, der Duft von Eukalyptus in der Luft, Popo-Vermessungs-Roboter in der Jeans-Abteilung. Aber schnell wird auch klar: Mist! Hier läuft leider gerade verdammt viel schief ... Wie es ist, im Land der unbegrenzten Möglichketen an eigene Grenzen zu stoßen, warum Glück ein Gast ist, der gern durch die Hintertür kommt - Katja Kessler erzählt. Mitreißend und saukomisch. 'Beim Reisen lernst du vieles kennen. Zum Beispiel dich selbst.' Katja Kessler, geboren 1969 in Kiel, ist Zahnärztin, Journalistin und Bestsellerautorin - u.a. Herztöne , Das Mami Buch und Der Tag, an dem ich beschloss, meinen Mann zu dressieren . Kessler ist mit dem Gesamtherausgeber der Bild -Gruppe, Kai Diekmann, verheiratet. Sie lebt mit ihrem Mann und vier Kindern in Potsdam.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 01.08.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843709439
    Verlag: Ullstein
    Größe: 24151 kBytes
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Silicon Wahnsinn

Wir zogen in zwei Gruppen los. Ich und die anderen.

Die anderen, das waren Schatzi, Peter, Martin, Julia und Andrea, auf die unten in der Hotellobby zwei weitere "andere" warteten: Carol – drahtiger, blondgesträhnter Immobilien-Schießhund im Stiftrock –, außerdem Mike, Modell "ausgebuffter Fuchs", die Haare nass zurückgekämmt, keine Ahnung, wo der herkam, auf jeden Fall machte er in Verträge. Schon beim ersten Händeschütteln hatte Carol nach Art einer Stabsärztin die Brille ins Haar geschoben, an den Mädels vorbeigeguckt, die Jungs süßlich angelächelt, als wolle sie sagen: "Nur dass das klar ist, im Bett liege ich immer oben." Dann war sie im Stechschritt zur Drehtür, ihre kleine Armee hinter sich herziehend. Warteten schließlich Besichtigungstermine.

Ich machte mich auf ins University Café. Liegt an der University Avenue, die zur Stanford University führt. Manchmal sind die Dinge so einfach. Ich wollte Rosie treffen, meinen Immobilien-Schießhund. Ich schaute mich um. Angeblich hing hier auch immer Mark Zuckerberg mit seinen Facebook -Leuten ab und machte dicke Deals klar. Aber: Laden leer. Nur eine nette Omi mit schlohweißem Haar, Schultertüchlein und Antithrombosestrümpfen hinter einem riesigen, zerlesenen San Francisco Chronicle . Vor ihr auf dem Tisch: das Seniorinnentäschchen mit dem langen Riemen. Wie frisch von der Kaffeefahrt.

"Are you Mrs Gordon?", versuchte ich mein Glück

Die Omi ließ ihre Zeitung sinken: "Yes! Griaß di! Katja, oda? I bin die Rosie. Und hier samma auf Du und Du. Woast?"

Huch – in jeder Hinsicht. Die Stimme einer Vierzigjährigen. Wahrscheinlich Botox in den Stimmbändern.

"Setz di her! I bin a bissl zu early. Sorry!"

Was natürlich eine Lüge war, ich war zu spät. "Gern doch!", log ich zurück. Natürlich wollte ich viel lieber gleich Häuschen gucken.

"Bist zum erstn Moi do im scheena Palo Alto?" Rosie schaute neugierig.

"Ja. Und wie lange lebst, ähm, du hier?"

"A geh! Scho ewig und drei Dog." Rosie machte eine wegwerfende Handbewegung. "Ned von schlechtn Socken, oda? O'g'fanga hob i ois Ranchverkäuferin. I bin oane von die wenigen Weibersleid, die sich mit die Cowboys die Stangen g'haltn hat."

Oder so. Was auch immer sie gehalten hatte.

"Und was hat dich nach Palo Alto verschlagen?"

"Mei Gspusi. A fescher Kerl." Sie schwelgte kurz.

"Da haben wir ja was gemeinsam."

"Na, des glaub i net. Mei Gspusi is scho abg'haun." Sie legte ihre Hand auf meinen Arm: "Im Valley werden de Kerle olle ..." Sie tippte sich mit dem Finger an die Schläfe und machte eine Kurbelbewegung.

Wir bestellten zwei Weißweinschorlen. Weiß man ja: Ist der Alkohol zu früh, hat sich der Tag in der Stunde geirrt. Und plauderten uns ein wenig warm.

"Woast? Oans sog i da: Des is hier ois a bissl crazy", führte mich Rosie in die Riten des Valley ein. "Die san hier olle ned ganz sauba. Aber liab sans scho, muss i sogn."

"Ach ja?" So ganz langsam bekam ich Angst.

Rosie war kurz offline – einem ihrer vielen Gedanken auf der Spur. "Jetz schau dir amoi des riasige Stanford-Dingens hier o. Des ham die Eheleit Stanford hiae hig'pflanzt. Die ham nur oan Buam g'habt, aber der is mit sechzehn krepiert. Dragisch is des. Da hamm's sich dann g'sogt: The children of California should be our children!" Sie hatte rezitierend die Stimme gehoben. "Sau

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