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Smaragdvogel Roman von Holeman, Linda (eBook)

  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)

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Smaragdvogel

Eine Liebe, die alle Widerstände überwindet: Der opulente historische Bestseller-Roman "Smaragdvogel" von Linda Holeman jetzt als eBook bei dotbooks. Mitte des 19. Jahrhunderts. Linny setzt alles daran, endlich ihrer dunklen Vergangenheit in den Straßen Liverpools entkommen zu können. Nach einer langen, beschwerlichen Reise gelangt sie schließlich nach Indien - das exotische Kalkutta hält für sie das Versprechen eines neuen Lebens bereit. Und tatsächlich: Schon bald scheinen all ihre Wünsche an der Seite des britischen Offiziers Somers wahr zu werden. Doch nach der Hochzeit begegnet er ihr nur noch mit kalter Pflichterfüllung. Mehr und mehr fühlt sich Linny in einem goldenen Käfig gefangen - bis sie in den Bergen Kaschmirs einem geheimnisvollen Fremden begegnet. Sie spürt, mit ihm könnte sie endlich die ersehnte Freiheit finden. Doch kaum sind Linny Flügel gewachsen, wollen andere sie wieder brechen ... Ein großartiges Epos vor der farbenprächtigen Kulisse Indiens im 19. Jahrhundert: Die bewegende Reise einer jungen Engländerin von Kalkutta zu den grünen Bergen Kaschmirs - im Kampf für ihre Liebe und ihre Freiheit. "Ein glanzvolles, zu Tränen rührendes Werk mit allen Qualitäten, die ein großer Bestseller braucht." Bookseller Jetzt als eBook kaufen und genießen: Der internationale Bestseller "Smaragdvogel" von Linda Holeman - in der Tradition von "Shantaram" und des Welterfolgs "Palast der Winde". Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Linda Holeman, geboren im kanadischen Winnipeg, arbeitete nach ihrem Studium der Soziologie und Psychologie zunächst zehn Jahre als Lehrerin, bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete. Ihrem ersten Roman "Smaragdvogel" folgten zahlreiche weitere historische wie auch zeitgenössische Romane, die internationalen Bestsellerstatus erlangten und in sechzehn Sprachen übersetzt wurden. Heute lebt Linda Holeman abwechselnd in Toronto und Santa Monica, Kalifornien. Von der Autorin erscheint bei dotbooks "Smaragdvogel" "Das Mondamulett" "Der Lotusgarten"

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783961487639
    Verlag: dotbooks
    Originaltitel: The Linnet Bird
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Smaragdvogel

DREI

Mr Jacobs war nur der Erste in einer Reihe unzähliger weiterer Männer, die Ram auftrieb. Niemals wieder nannte ich ihn Pa; überhaupt sprach ich kaum noch mit ihm, und wenn, dann nannte ich ihn bei seinem Namen. Er konnte nicht regelmäßig Freier in unsere Wohnung im zweiten Stock bringen: Wenn der Vermieter Wind davon bekam, so befürchtete er, würde er uns rausschmeißen oder gar einen Prozentsatz seiner Einnahmen verlangen. Stattdessen musste ich mich umziehen, kaum kam ich nach einem Zehn-Stunden-Tag in der Buchbinderei nach Hause. Meinen Arbeitskittel tauschte ich gegen ein albernes Mädchenkleid mit Schürze, das er in einem Pfandhaus erstanden hatte. Dann flocht ich meine Haare zu Zöpfen und setzte eine Strohhaube mit blauen Bändern auf, die ebenfalls aus dem Pfandhaus stammte. Und so brachte er mich zu den Freiern.

Ich fand nie heraus, wie er die Männer auftrieb. Sie waren alle alt, zumindest schienen sie es für mich zu sein. Jedenfalls waren es Männer, die alle dieselbe Vorliebe für Mädchen hatten, wie ich eines war: klein und zart. So erschien ich an der Tür ihres Hotel- oder Pensionszimmers, an der Hand des untersetzten, groben Kerls, der vorgab, mein Vater zu sein. Alle Sorten Männer waren darunter. Die meisten von ihnen waren geschäftlich von London oder Manchester nach Liverpool gekommen, manche auch von weiter her, aus Schottland oder Irland. Einige waren grob, andere wiederum freundlich. Manche brauchten eine Ewigkeit, um sich Befriedigung zu verschaffen, bei anderen genügte es schon, wenn ich meinen Rock lüftete und mich so auf den Bettrand setzte oder mich über einen Tisch lehnte.

Während ich an manchen Abenden zwei Männer für je eine Stunde aufsuchen musste, wartete Ram stets, um das Geld entgegenzunehmen. Doch es gab auch drei Stammkunden, die für den ganzen Abend bezahlten. Meine festen Abende waren Montag, Mittwoch und Donnerstag. Diese Freier waren mir sogar recht lieb geworden, bevorzugten sie doch ein Kind, das lächelte, statt eines, das weinte. Bei ihnen wusste ich, was mich erwartete, und im Umgang mit ihnen lernte ich so manches über mich.

Montag nannte mich Ophelia. Nach seinen ungeschickten Versuchen brach er stets in Tränen aus. Er schenkte mir tütenweise Süßigkeiten und strich mir sanft über das Haar. Auch erzählte er mir von Shakespeare, zitierte aus dessen Dramen und Sonetten. Montag behauptete, er sei ebenfalls ein Dichter und Stückeschreiber, doch werde seinen Werken die Anerkennung versagt. Nachdem seine dichterischen Versuche für ihn zur Obsession geworden waren, habe seine Frau ihn mit der gemeinsamen Tochter verlassen. An dieser Stelle weinte er dicke Tränen und wurde von tiefen Seufzern erschüttert. Und wenn er mich dann ansah, schüttelte er den Kopf, so als schmerzte ihn mein Anblick. Doch er konnte mir nicht widerstehen. "Mein kleines unschuldiges Wesen", sagte er. "So unschuldig und rein, und dennoch dazu verdammt, die Geheimnisse des Lebens kennen zu lernen. Du hast die Sehnsucht in dir, die Welt um dich herum ergründen zu müssen, nicht wahr?"

Mittwoch liebte es, mir beim Baden zuzusehen. Jedes Mal wartete eine kupferne Sitzbadewanne vor einem kuscheligen Kamin auf mich. Ich wusch mich ausgiebig und seifte mein Haar mit einer frischen Lavendelseife ein - die ich hinterher mit nach Hause nehmen durfte -, dann trocknete er mich mit dicken, flauschigen Handtüchern ab und trug mich zum Bett hinüber. Sein Vergnügen bestand darin, mich zu betrachten und vorsichtig meine Haut zu berühren; ob er impotent war oder in seiner fest zugeknöpften Hose ein seltsames Geheimnis verbarg, dessen er sich schämte, fand ich nie heraus. Jedenfalls hatte er nichts dagegen, wenn ich einschlief, was auch regelmäßig passierte: Nach einem langen, harten Arbeitstag, dem warmen Bad und angesichts der sanften Berührungen seiner Hände, die sich wie Kinderhände anfühlten, fiel es mir schwer, wach zu bleiben. Ebenso wie es mir schwer fiel, Mittwoch

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