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So würde ich dich lieben Roman von Woods, Hannah (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.04.2016
  • Verlag: Diana Verlag
eBook (ePUB)
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So würde ich dich lieben

Die bewegende Geschichte einer unabhängigen jungen Frau, die in einer dramatischen Zeit für die Liebe und für das Leben kämpft
New York 1917: Hensley ist eine begabte junge Frau, die sich ein modernes Leben wünscht. Doch der Krieg macht all ihre Träume zunichte, und sie muss ihrem Vater ins einsame New Mexico folgen. Unglücklich flüchtet sie sich in eine Brieffreundschaft mit einem amerikanischen Arzt an der französischen Front. Und obwohl Hensley und Charles ein Ozean trennt, sind sie einander der einzige Halt. Sie wissen, dass sie zusammengehören, doch alles steht gegen ihre Liebe ...

Hannah Woods ist das Pseudonym einer mehrfach ausgezeichneten Autorin. Sie lebt mit ihrem Ehemann und ihren Kindern in New Mexico. Zu diesem Roman inspirierte sie die Geschichte ihrer Großeltern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 25.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641158835
    Verlag: Diana Verlag
    Originaltitel: This Is How I'd Love You
    Größe: 819 kBytes
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So würde ich dich lieben

H ensley Dench spürt die Bewegung des Zuges tief in ihrem Innern. Räder drehen und Achsen bewegen sich an dunklen Orten, die niemand sehen kann. Sie spürt ihren Rhythmus, ihre Kraft, ihr Vorwärtsstreben. Der zweite Tag ihrer Reise ist angebrochen, sie sind bereits seit neunundzwanzig Stunden unterwegs. New York ist so weit weg, dass es ihr ganz unwirklich vorkommt. Wie der schmutzig schillernde Rest einer Jungmädchenfantasie. Jetzt gibt es nur noch diesen Himmel, ein riesiges tiefblaues Becken. Nachmittags füllt es sich mit Wolken und verbreitet eine düstere, unheilvolle Stimmung, sodass jeder Tag ein tragisches Ende zu nehmen scheint. Sie schlafen in Kojen, ihr Vater und sie, während sich ein Nachthimmel ausdehnt, aus dem es wie aus Kübeln schüttet. Nur um sich dann morgens so blau und optimistisch zurückzumelden, dass es beinahe wehtut.

In diesem Zug reisen Relikte von Soldaten mit, in Brusttaschen verstaute und zwischen sorgfältig zusammengefalteten Pullovern versteckte Fotografien, Briefe, Münzen, Murmeln und Feldflaschen. Jeder Passagier ist entweder entfernt oder eng mit einem jungen Mann bekannt, der gerade in den Krieg zieht. Ihr Vater hat auch so ein Relikt in seiner Manteltasche. Die geschwungenen schwarzen Zeilen in Mr. Charles Reids Handschrift verkünden, dass sein Entschluss unwiderruflich ist. Er möchte wissen, ob Mr. Dench gläubig ist und wenn ja, ob er für ihn beten wird. Wird er für das Seelenheil der Männer beten, die gegen unsichtbare Waffen kämpfen werden?

Ganz am Ende verrät er seinen nächsten Zug. Auch er wird den Damenbauern ziehen. Genau darauf hat ihr Vater gewartet. Er baut das Schachbrett auf wie einen Altar und ordnet die Figuren genauso an wie vor zehn Tagen, als er brieflich seinen letzten Zug gemacht hat.

Er stellt sein Tintenfass neben das Schachbrett und zieht ein Blatt Papier aus seinem Tornister. Hensley hat ebenfalls ein Blatt vor sich liegen. Sie zeichnet Kleider, die sie nicht mehr brauchen wird. Einen schmalen Samtrock, perfekt fürs Theater, der zu einer Lampenschirmtunika und einer langen, einreihigen pechschwarzen Perlenkette getragen wird. Das ist ihre Variante eines Teekleids von Fortuny. Die Tunika ist aus Seidenkrepp und bis auf die Verschlussleiste plissiert. Dort würde sie eine Rüsche einsetzen. Nach einer gewissen Zeit langweilen sie diese Zeichnungen. Sie ist nervös und unkonzentriert.

Hensley stellt sich zwischen zwei Waggons und wirft Stücke des Brötchens weg, das sie vom Mittagessen aufgehoben hat. Das Brot kullert rasch in den Graben neben dem Gleisbett, und sie bekommt einen Adrenalinstoß. Wäre sie ein Soldat zwischen zwei Zugwaggons irgendwo in Europa, ob Russland, Österreich, Frankreich oder Großbritannien, würde sie überlegen, dem Brot hinterherzuspringen. Oder eher einer achtlos weggeworfenen Zigarette, die inzwischen überflüssig geworden ist, ein überwundenes Laster. Sich wild überschlagend, würden sie von der monoton donnernden Maschine ins Reich der Natur katapultiert, wo Würmer, Nager, Wölfe und Schlangen sie unbemerkt zerlegen würden. Sie lassen nicht zu, dass sich Verwesungsgeruch in überfüllte Schützengräben oder gar in Briefe an die Heimat einschleicht.

Wenn ihr Vater schläft, wird Hensley seine Antwort lesen, an Mr. Reids Brief schnuppern und versuchen, den Duft eines Menschen aufzunehmen, dessen Leben nicht von Mutter oder Vater abhängt. Der ein Leben lebt, in dem eigenständige Entscheidungen getroffen werden. Dann wird sie das schwarze Gekrakel ihres Vaters überfliegen und erfahren, was er dem jungen Mann über seinen Glauben mitgeteilt hat.

Gott ist seit jeher ein bloßer Platzhalter für wahren Glauben. Dafür, dass man sich und sein Ego aufopfert und ganz in den Dienst einer diesseitigen, wirklich guten Sache stellt. Gott bläht das Ego des Menschen auf, verleiht ihm mehr Bedeutung, als ihm eigentlich zusteht. Gäbe es tatsächlich einen allmächtigen, allwissenden Gott, würde dieses We

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