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Sohn der Steppe: Die Steppenwind-Saga - Erster Roman von Jaedtke, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.08.2017
  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)

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Sohn der Steppe: Die Steppenwind-Saga - Erster Roman

Vom Opferlamm zum Kriegsherrn: 'Sohn der Steppe', der erste Roman der Steppenwind-Saga von Wolfgang Jaedtke, jetzt als eBook bei dotbooks. Ein kalter Wind fegt im siebten Jahrhundert vor Christus über die Steppen des Ostens ... Das Schicksal des Waisenjungen scheint besiegelt: Auf Geheiß einer Priesterin soll er als Menschenopfer ertränkt werden. Im letzten Moment kann der Knabe sich retten - und fällt in die Hände der Skythen. Die gefürchteten Reiternomaden sind nicht für ihre Gnade bekannt, doch sie geben ihm einen Namen und eine neue Bestimmung: Artan steigt vom Sklaven zum geachteten Krieger auf. Als die Skythen beginnen, die sesshaften Stämme seiner alten Heimat anzugreifen, weiß Artan, dass seine Stunde gekommen ist. Aber wird die Rache für das, was ihm angetan wurde, ihm Frieden schenken? In Wolfgang Jaedtkes großer Trilogie erwachen die antiken Völker der Skythen und Sarmaten zu neuem Leben - ein fesselndes Lesevergnügen über den Zusammenprall von Patriarchat und Matriarchat voller Abenteuer, Sitten und Bräuche, die uns heute ebenso schaudern lassen wie faszinieren. Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Sohn der Steppe', der erste Band der Steppenwind-Saga von Wolfgang Jaedtke - ein kraftvoller historischer Roman für alle Fans der Uhtred-Serie von Bernard Cornwell. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Wolfgang Jaedtke, geboren 1967 in Lüneburg, studierte Historische Musikwissenschaft und promovierte mit einer Arbeit über Beethoven. Danach arbeitete er für ein Theater, bevor er sich als Schriftsteller selbstständig machte und seitdem unter seinem eigenen Namen und einem Pseudonym historische Romane und Thriller veröffentlicht. Bei dotbooks veröffentliche Wolfgang Jaedtke bereits den historischen Roman 'Die Tränen der Vila' und die Steppenwind-Trilogie mit den Einzelbänden 'Sohn der Steppe', 'Tochter der Steppe' und 'Herrin der Steppe'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 536
    Erscheinungsdatum: 29.08.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955207014
    Verlag: dotbooks
    Größe: 1755 kBytes
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Sohn der Steppe: Die Steppenwind-Saga - Erster Roman

Die Flut

Der Junge erwachte mitten in der Nacht. Erschrocken fuhr er von seinem Strohlager hoch und starrte in die Dunkelheit der Hütte. Zuerst sah er nichts als Schwärze und blinzelte, bis er das niedrige Gewölbe aus Binsen ausmachen konnte, in dem sich kein Fenster öffnete. Undeutlich nahm er die Gestalten seiner Eltern wahr, die er nicht Eltern nannte; unförmige Hügel am Boden vor dem erloschenen Feuer. Nichts regte sich.

Der Junge setzte sich auf. Seine Ohren rauschten. Was war geschehen - hatte er wieder geträumt? Fast in jeder Nacht träumte er denselben Traum: dass die Mädchen ihn in eine Grube steckten und sie zuschaufelten, bis nur noch sein Kopf herausragte. Stets hatte er die nasse Erde auf seiner nackten Haut gespürt, hatte in die verzerrten Gesichter der höhnenden Halbwüchsigen geblickt, hatte verzweifelt versucht, sich frei zu strampeln, doch nie einen Muskel rühren können. Die Erde hielt ihn fest.

Fast stets war er in diesem Moment aufgewacht - doch nicht heute. Er konnte sich an keinen Traum erinnern. Auch das Rauschen in seinen Ohren klang anders als sonst: Es war nicht das Rauschen des Blutes in seinem heißen Schädel; es kam von draußen, von außerhalb der Hütte. Es war auch nicht das Geheul des Windes, der Tag und Nacht vom Sonnenuntergang herwehte - es war ein Rauschen von Wasser, ein fernes Tosen und Branden wie von nahendem Unwetter.

Der Junge hatte feine Sinne, schärfere Augen und Ohren als jeder andere im Dorf. So entging ihm auch nicht das leise, gespenstische Klicken der ersten Regentropfen auf dem Dach. Dann schien es ihm, als schrie die Ziege drüben hinter den Hütten, und wie zur Antwort hallte ferner Donner von den Bergen herüber.

Warum hörte niemand sonst die Geräusche? Vielleicht sollte er sich einfach wieder hinlegen und weiterschlafen. Gewiss, er konnte den Mann und die Frau wecken, die er nicht Vater und Mutter nannte, und sie auf die unheimlichen Geräusche aufmerksam machen. Doch er war sicher, dass man es ihm nicht danken würde. Sagten nicht alle im Dorf, er höre das Gras wachsen und die Stechmücken niesen? Hatte er nicht jedes Mal, wenn er von fern das Schnauben eines Hirsches vernahm oder die kratzenden Geräusche von Ratten in ihren Erdgängen, Spott und sogar Schläge geerntet?

Dennoch: Er konnte nicht wieder einschlafen. Sein Herz hämmerte, und seine Haut fühlte sich feucht und kühl an. Unruhig stand er auf und bahnte sich seinen Weg über den eingetieften Lehmboden zur Tür, im Zickzack zwischen den unförmigen Körpern hindurch, die sein Nicht-Vater und seine Nicht-Mutter waren. Er fürchtete nicht, dass sie erwachen würden; ihre Sinne waren weitaus stumpfer als seine, und darüber hinaus hatte er schon immer die Gabe besessen, sich lautlos zu bewegen.

So trat er hinüber zum Eingang der Hütte, einem rechteckigen Lappen aus Hirschfell, und schob ihn beiseite. Kalte Nachtluft hauchte über sein Gesicht, und einzelne, schwere Regentropfen zerplatzten grell auf seiner nackten Haut. Er blinzelte, und seine scharfen Augen durchdrangen die Dunkelheit. Das Dorf lag still inmitten des unendlichen Waldes. Die kleine Lichtung mit ihren zwei Dutzend Lehmhütten duckte sich in den Schatten der mächtigen Tannen. Kein Mond strahlte über den Wipfeln; stattdessen jagten finstere Wolkenstreifen wie unheimliche Raubvögel dahin.

Etwas Helles bewegte sich am anderen Ende der Lichtung. Ein jäher Schauder fuhr dem Jungen in die Glieder, doch als er die Augen zusammenkniff und genauer hinsah, entdeckte er, dass es nur die Ziege war, die unruhig im Kreis um ihren Pflock herumlief. Wieder stieß das Tier einen Schrei aus, wie der Junge ihn schon zuvor in der Hütte gehört hatte, und es klang schrill wie das Weinen eines Säuglings.

Rasch ging er auf die Ziege zu. Er wollte dem Tier die Arme um den Hals legen, wie er es häufig tat, wenn er Trost suchte. So oft schon hatte sie ihn getröstet, wenn er von den anderen Kindern ausgelacht oder von sei

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