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Solange das Herz noch schlägt - Gewinner des schwedischen Krimipreises von Trosell, Aino (eBook)

  • Verlag: Saga Egmont
eBook (ePUB)
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Solange das Herz noch schlägt - Gewinner des schwedischen Krimipreises

Alles was ihr Leben ausmacht ist auf einmal verloren. Ihre Ehe, ihr Zuhause, ihr Arbeitsplatz. Also verlässt sie Göteborg um im dünnbesiedelten Norden Schwedens ein neues Leben zu beginnen. Doch bald ist sie von beängstigenden Ereignissen umgeben. An einem ihrem neuen Arbeitsplatz geschieht ein Mord. Durch Zufall macht sie sich auf die Jagd nach dem Mörder und begibt sich dadurch in großer Lebensgefahr. Der Roman hat den schwedischen Krimipreis gewonnen. Die schwedische Schriftstellerin Aino Trosell (geb. 1949) hat seit 1978 mehr als 15 Bücher in verschieden Genres geschrieben. Wohl am bekanntesten ist sie wegen ihrer Kriminalreihe um Siv Dahlin, welche sich immer und immer wieder in unbequeme Situationen um Verbrechen verwickelt. In ihren Romanen stellt Aino Trosell auf gesellschaftskritischer Weise die soziale Realität dar. Im Jahr 2000 hat sie mit ihrem Roman 'Solange das Herz noch schlägt' den schwedischen Krimipreis gewonnen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788711442302
    Verlag: Saga Egmont
    Größe: 1060 kBytes
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Solange das Herz noch schlägt - Gewinner des schwedischen Krimipreises

I ch nahm ein Taxi.

Die Schwere des Körpers war in die Schuhe gerutscht. Die Füße ließen sich fast nicht heben. Wie ein Gefangener mit einer Kette an den Beinen schleppte ich mich zum Informationsschalter und fragte, ob man mir einen Wagen rufen könne.

Ich war so furchtbar müde geworden. Die Frau griff bei meinem Anblick sofort zum Hörer, sie sah völlig erschrocken aus.

Die Wohnung wirkte unbekannt. Wie ein Möbellager. Welcher Idiot hatte das hier eingerichtet? Wie hässlich alles war.

Dann schlief ich, so wie ich war, sechs Stunden lang, der Länge nach quer über dem Doppelbett. Ich schlief wie eine Tote und hatte mich nicht von der Stelle gerührt, als das Telefon klingelte. Ein zerknautschtes Gesicht begegnete mir im Flurspiegel, hallo?

Es war Karl-Erik. Er war jetzt angekommen, rief von daheim an, aus Ingeborgs Haus. Er war direkt in die Krankenstation gefahren. Zwei freundliche Krankenschwestern hatten ihn empfangen und in den Keller der Leichenhalle begleitet.

Sie hatte ruhig ausgesehen. Bestimmt war es ein stiller Tod gewesen, Gehirnblutung, man ist einfach weg, sackt zusammen, und das Bewusstsein entschwindet. Es konnte nicht wehgetan haben. Es lag fast ein leichtes Lächeln auf ihren Lippen. Aber sie hatte nicht ausgesehen, als würde sie schlafen. Sie war wirklich tot, erst jetzt begriff er das in vollem Umfang.

Beide Nachbarn hatten auf ihn gewartet, als er zum Hof gekommen war. Die nette Marianne und der neue, dieser Niels. Im Ofen hatte ein Feuer gebrannt, und Marianne hatte Kaffee und Brote mitgebracht. Sie hatten ziemlich lange zusammengesessen und geredet, aber jetzt waren die beiden gegangen. Früher oder später war er ja doch gezwungen, allein zu bleiben, aber es war nett von ihnen, dass sie gekommen waren.

Es war so bedrückend im Haus.

Er versuchte zu erklären. Auf der Zeitung, die sie am Küchentisch gelesen hatte, lag ihre Brille. Die Wäsche, die im Badezimmer hing. Die Lebensmittel im Kühlschrank, die mitteilten, dass sie in den nächsten Tagen Bückling und Schweinefleisch zu Mittag essen wollte. Dazu hatte sie wohl die Kartoffeln geholt. Die nie ins Haus gekommen waren, sondern draußen, verschüttet in den Schneewehen, zu harten Klumpen gefroren waren.

Er weinte nicht, aber er seufzte schwer und erzählte weiter von den Zeichen eines alltäglichen Lebens, die nun nicht mehr der Wahrheit entsprachen. Das Radio war eingeschaltet gewesen, als Niels am Morgen gekommen war und sie gefunden hatte.

Jetzt sah Karl-Erik, dass in einem Wasserglas am Fenster Stecklinge standen.

Die wird Mama nie mehr setzen können. Obwohl sie bereits Wurzeln und all das bekommen haben. Er schluchzte auf.

Ich fand Zeit, mich zu sammeln. Schaffte es, die ganze Ladung, so wie sie war, entgegenzunehmen. Ja, so wie sie war, mit allem.

Er würde wieder anrufen. Es war das Beste, die Beerdigung so schnell wie möglich auszurichten. Er beabsichtigte an Ort und Stelle zu bleiben, bis die Sache mit dem Nachlass und so aus der Welt wäre. Ich käme ja wohl zum Begräbnis? Mein Gott, das Haus! Das musste er jetzt wohl zum Verkauf ausschreiben, er konnte es nicht behalten, er hatte sich ja für zwei Jahre in Belgien verpflichtet. Er musste das Haus loswerden.

Das eilt doch nicht, sagte ich. Sie ist ja noch nicht mal unter der Erde.

In meiner Begriffswelt musste zumindest die Beerdigung überstanden sein, bevor man an solch weltliche Dinge wie Nachlass und Hausverkauf denken konnte. Schließlich war ein Mensch gestorben. Soll sie eingeäschert werden?, fragte ich.

Nein, es wird eine Erdbestattung, sagte er. Sie hätte es so gewollt, das weiß ich. So bald wie möglich, wenn es mit dem Pfarrer und so klappt, vielleicht in einer Woche. Ich würde ja wohl kommen? Ich konnte natürlich bei ihm wohnen, dort im Haus, da gab es ja genügend Platz.

In einer Woche.

Sicher komme ich, sagte ich, ohne überhaupt etwas zu wissen. Ruf

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