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Sommer in Atlantikblau Roman von Covi, Miriam (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.04.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Sommer in Atlantikblau

Folge dem Ruf der Wellen und du findest dein Glück! Als Lotte Seliger mit ihrer Mutter und ihren zwei Schwestern eine Reise nach New York antritt, ahnt sie nicht, was sie erwartet: Auf dem Rückflug muss die Maschine notlanden und die vier Seliger-Frauen sitzen an der kanadischen Ostküste fest. Lotte weiß nun nicht, ob sie es rechtzeitig zu ihrer Hochzeit nach Deutschland schaffen wird. Doch das ist noch nicht alles: Das Flughafenhotel ist ausgebucht und ausgerechnet ein mürrischer Typ namens Connor bietet Lotte und ihrer Familie Hilfe an. Lotte verliebt sich auf Anhieb in die malerische Landschaft am Atlantik und in das 'Mapletree Bed & Breakfast', wo sie unterkommen. Der Aufenthalt in Kanada könnte dank Blaubeermuffins, Strandspaziergängen und Muschelsuppe unverhofft schön werden, wenn Lotte nicht ständig von ihrer Familie auf Trab gehalten würde - und von dem schroffen Connor mit den unverschämt blauen Augen. Warum ist er ihr gegenüber bloß so unfreundlich? Als Lotte an einem stürmischen Nachmittag in Lebensgefahr gerät, ist ausgerechnet er zur Stelle ... Miriam Covi wurde 1979 in Gütersloh geboren und entdeckte schon früh ihre Leidenschaft für zwei Dinge: Schreiben und Reisen. Ihre Tätigkeit als Fremdsprachenassistentin führte sie 2005 nach New York. Dort verliebte sie sich nicht nur in ihren Mann, sondern auch in die Insel Fire Island mit ihren Bollerwagen und endlosen Stränden. Von den USA aus ging es für die Autorin und ihren Mann zunächst nach Berlin und Rom, wo ihre beiden Töchter geboren wurden. Seit 2017 lebt die Familie in Bangkok, und auch dort arbeitet Miriam Covi weiterhin an neuen Romanen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 448
    Erscheinungsdatum: 10.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641211547
    Verlag: Heyne
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Sommer in Atlantikblau

Kapitel 1

D er Film hat gerade erst begonnen, und trotzdem kann ich mich nicht mehr darauf konzentrieren. Schuld daran ist allerdings nicht meine Mutter, die sich wegen ihrer Flugangst bei jedem noch so geringen Ruckeln der Boeing 777 in meinen Arm krallt, sondern ihre Tante Charlie.

Ich habe die Verfilmung von "Message in a Bottle", die auf dem kleinen Bildschirm vor mir läuft, schon Dutzende Male gesehen, schließlich bin ich ein Riesen-Fan von romantischen Liebesgeschichten aller Art - darum schreibe ich ja auch so gern welche. Heute schweifen meine Gedanken allerdings bereits am Anfang ab, als Robin Wright Penn am Strand entlangjoggt und die Flaschenpost im Sand findet, denn sofort sehe ich einen anderen Strand vor mir: den Strand, den ich neulich nachts entlanggelaufen bin, meiner Großtante auf den Fersen. Zwar nur in meinem Traum, aber es fühlte sich so echt an - fast glaube ich sogar jetzt noch, den feuchten Sand unter meinen Füßen zu spüren, dann höre ich mich wieder Tante Charlies Namen rufen, während sie auf eine felsige Halbinsel zuläuft. Und das in einem Outfit, das so typisch war für meine lebensfrohe Großtante: Rosafarbene Cargohosen, eine mintgrüne Bluse mit einem Muster aus Kolibris (in Knallpink!) und dazu ihren geliebten Cowboyhut aus Stroh auf dem Kopf. Den trug sie gern an heißen Sommertagen, und vor allem Papa konnte sich bei diesem Anblick nie ein leicht irritiertes Kopfschütteln verkneifen.

Ich schließe meine Augen und atme tief durch, denn immer wieder schweifen meine Gedanken von dem Film ab und hin zu Charlie. Genau heute vor einer Woche ist meine geliebte Großtante, die auch meine Patentante war, im Alter von fünfundachtzig Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben. Drei Tage später habe ich unter Tränen ihre Lieblingsblumen - tiefviolette Lupinen, die ich nur unter größter Mühe in Düsseldorf hatte auftreiben können - auf ihr frisches Grab gelegt. Und bereits am Tag darauf sind meine Mutter, meine Schwestern und ich ins Flugzeug gestiegen, um über den Atlantik nach New York zu fliegen. Schließlich war das Tante Charlies letzter Wunsch.

Ich muss daran denken, wie zerbrechlich Charlie aussah, als sie am Abend vor ihrem Tod in ihrem Krankenhausbett lag und mir stolz einen weißen Umschlag überreicht hat.

"Hier, Lottchen. Die habe ich neulich im Reisebüro abgeholt."

Ratlos öffnete ich den Umschlag und zog vier Flugtickets heraus. " DUS - JFK ", las ich perplex die Flughafencodes vor.

"Das sind vier Tickets nach New York", erklärte meine Großtante, und auf ihrem blassen Gesicht lag ein zufriedenes Lächeln. Was kaum zu glauben war, schließlich war sie an eine ganze Batterie von Hightech-Geräten angeschlossen.

"New York", wiederholte ich verständnislos. "Was ...?" Mein Blick flog über die Namen auf den Tickets: Erika Seliger, Luise Seliger, Sophie Friedrich und zu guter Letzt Charlotte Seliger, also meine Wenigkeit.

"Charlie - du hast für Mama, für meine Schwestern und mich Flüge nach New York gebucht?"

Tante Charlie nickte und wirkte merkwürdig glücklich. "Am Samstag geht's los."

Besorgt ließ ich die Tickets sinken. "Dir geht es wirklich nicht gut, hm?", murmelte ich und griff nach ihrer Hand, wobei ich genau darauf achtete, die Kanüle in ihrem Handrücken nicht zu berühren.

"Ach, so ein Unsinn!" In den grünen Augen meiner Patentante, die meinen so ähnlich waren, flammte ihr altes Temperament auf. "Jetzt tu bloß nicht so, als sei ich plötzlich senil! Ich weiß noch sehr wohl, was ich mache, und diese Tickets habe ich bereits vor einigen Tagen im Reisebüro besorgt, also lange vor diesem dummen kleinen Schlägchen."

Als sie das Ganze so verniedlichend "Schlägchen" genannt hat, musste ich trotz allem lächeln. Tante Charlie schien in der Tat erstaunlich gut drauf zu sein für jemanden, der kurz zuvor beim Yoga zusammengebrochen war.

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