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Sommerglück auf der Hallig Roman von Johannson, Lena (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.07.2020
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 13.07.2020 per Download lieferbar

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Sommerglück auf der Hallig

Wo der Himmel das Meer berührt, wartet das ganz große Glück Die alleinerziehende Inselärztin Wiebke und Schwimmmeister Tamme haben ein Haus auf Pellworm gekauft. Ein solches Projekt sei ein Bund fürs Leben, meint Tamme. Warum also mit der Hochzeit warten? Doch mitten in die Vorbereitung platzt Wibkes Ex-Mann, der Zeit mit seiner Tochter Maxi verbringen möchte. Das hat Wiebke gerade noch gefehlt! Sie bittet Tamme um Aufschub der Hochzeit, der bekommt ihr Zögern jedoch in den falschen Hals. Als wäre das nicht schon genug Aufregung, fegen auch noch gefährliche Frühjahrsstürme über die Halligen ... Lena Johannson war ein Jahr lang Halligschreiberin auf Hooge im Wattenmeer vor der Westküste Schleswig-Holsteins. Sie lebt mit ihrem Mann an der Ostsee in der Nähe von Lübeck. Ihr Mann versorgt sie mit Kraft und Energie, die Ostsee und ein stattlicher Garten geben ihr Ruhe und Inspiration.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 13.07.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843723046
    Verlag: Ullstein
    Serie: Ullstein Taschenbuch 06201
    Größe: 2879 kBytes
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Sommerglück auf der Hallig

Kapitel 2

Der Frühling löste langsam den Winter ab. Pastellfarbene Sonnenaufgänge verkündeten mildere Tage, und das gelbe Wattenmeerhaus am Hafen, so schien es Wiebke, strahlte dem Sommer schon entgegen. Wiebke liebte die Insel bei Wind und Wetter, aber in diesem Jahr freute sie sich besonders über die ersten Boten der wärmeren Jahreszeit.

Sie hatte Maxi verabschiedet, die zur Schule geradelt war, und sich auf den Weg zu Tammes Haus gemacht. Dienstag war sein freier Tag. Die beiden nahmen sich üblicherweise Zeit für ein ausgiebiges gemeinsames Frühstück, ehe Wiebke in die Praxis musste. Da Tamme am Vorabend allerdings eine Sitzecke hatte zerlegen wollen, die sie ins neue Haus mitnehmen wollten, hatte er ausnahmsweise nicht bei Wiebke übernachtet.

"Sag bloß, du hast deinen grünen Daumen entdeckt." Wiebke staunte nicht schlecht, dass sie Tamme ausgerechnet im Garten antraf. "Das ist ja ein ganzes Blütenmeer!"

Tatsächlich hatten sich besonders viele Schneeglöckchen und Krokusse direkt vor seiner Terrasse angesiedelt. Eigentlich zählte Tammes Grundstück eher zur Kategorie Naturwiese. Beete mit Blumen oder akkurat gestutzten Sträuchern suchte man vergeblich.

"Ich habe sie nicht eingeladen. Aber wo sie schon mal da sind ..." Tamme versuchte, mit einem Rasenkantenschneider dem Löwenzahn und den Grasbüscheln den Garaus zu machen, die in allen Fugen der Waschbetonplatten prächtig wucherten. "Falls sich jemand mein Häuschen angucken kommt, soll es schließlich nicht aussehen wie bei Hempels unterm Sofa." Wann immer ein Verkauf im Gespräch war, verwandelte sich Tammes positive Miene in Bedauern und Zweifel.

"Du musst es nicht verkaufen, Tamme", erinnerte Wiebke ihn sanft. "Du kannst es erst mal vermieten."

"Wozu soll das gut sein?" Er stützte sich auf den Handgriff. "Ich brauche keine Eherücktrittsversicherung."

"Ich auch nicht. Ich dachte nur, weil du immer so trübe aus der Wäsche guckst, wenn du vom Verkauf deines Hauses sprichst."

"Ganz leicht fällt es mir nicht", gab er zu. Dann war das Strahlen in seinen Augen wieder da. "Es spielt übrigens keine Rolle, ob Käufer oder Mieter, beeindrucken will ich die auf jeden Fall." Die Logik hatte etwas Bestechendes. "Außerdem profitierst du auch davon, wenn ich jetzt schon mal ein paar Handgriffe übe. Das Schwimmbad kommt ab und an mal ohne mich aus, seitdem sich Linus überraschenderweise doch noch eingearbeitet hat."

"Hat er sich etwa von Schnecken- zu Faultier-Tempo gesteigert?"

"Mindestens! Auf jeden Fall hält er allein ganz ordentlich die Stellung. Das heißt, mir bleibt mehr Zeit, um in unserem kleinen Paradies in der Liebesallee meine Fähigkeiten als Gärtner auszuprobieren."

"Du meinst, wir hätten vielleicht sogar das ganze Jahr etwas Blühendes?" Wiebke sah ihn mit staunenden Augen an.

"Nicht nur! Wir werden uns außerdem nur noch von Obst und Gemüse aus eigenem Anbau ernähren."

"Und vermutlich dramatisch abnehmen ..." Wiebke musste lachen. "Ich sehe dich direkt vor mir, mit Latzhose, Schlapphut und Rauschebart wie der Fernsehgärtner aus Husum. Eine gute Assistentin hast du auf jeden Fall schon."

"Bisher stehst du nur rum und hältst mich von der Arbeit ab. Ich fürchte, so kann ich dir die Assistentenstelle nicht geben."

"Wer spricht denn von mir? Maxi hat sich doch sofort ein kleines Kräuterbeet angelegt, als wir damals in den Feldweg gezogen sind. Hm, die Frage ist allerdings, wer wessen Assistent wäre."

"Und was ist mit dir? Du wolltest doch eigentlich auch kürzertreten. In der Praxis, meine ich. Hast du inzwischen mal wieder eine Anzeige geschaltet?"

Treffer! Wiebke wollte sich tatsächlich längst intensiver darum gekümmert haben, eine junge Kollegin oder einen Kollegen zu finden, mit der oder dem sie eine Praxisgemeinschaft bilden konnte. Solange sich nichts änderte, hatte Wiebke täglich Bereitschaft. Wenn ihr Pieper Alarm meldete, musste si

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