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Spätsommer Roman von Ebmeier, Larry (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2011
  • Verlag: Männerschwarm
eBook (ePUB)
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Spätsommer

Corey ist ein Verlierertyp, ein verklemmter Pechvogel, dem nichts so richtig gelingt und der stets im Schatten steht. Er will nur irgendwie durchkommen, ohne anzuecken, arbeitet an seiner heterosexuellen Fassade, und wenn's brenzlig wird, schaltet er auf 'Autopilot'. So stolpert er von einer Katastrophe in die nächste, erklärt dem Leser dabei aber immer wieder, wie fantastisch er gerade noch einmal die Kurve gekriegt hat. An seine Grenze stößt Corey, als plötzlich seine heimliche Jugendliebe Scott vor ihm steht. Das große Glück ist mit Händen zu greifen, was soll er nur tun? Mit viel Sympathie zeichnet Ebmeier seinen Helden und lässt den Leser auf anrührende Weise an dessen skurrilen Verrenkungen teil haben. Am Ende dieser aufregenden Achterbahnfahrt gönnt er ihm fast ein Happy End. Larry P. Ebmeierwurde 1950 in Nebraska geboren. 'Spätsommer' (Originaltitel: 'Tweeds') ist sein dritter Roman. Die amerikanische Kritik würdigte 'Spätsommer' als einen der besten Aidsromane des Jahres, als 'ansprechende Mischung aus romantischer Komödie und Aidstragödie.' Larry Ebmeier verdiente seinen Lebensunterhalt als Apotheker in einem Krankenhaus in Nebraska. Er starb am 6. Oktober 2011 an den Folgen eines Fahrradunfalls.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 01.06.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783863000493
    Verlag: Männerschwarm
    Originaltitel: Tweeds
    Größe: 332 kBytes
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Spätsommer

1
Es gibt hier einen Geistlichen, der zufälligerweise auch Therapeut ist. Einmal erklärte er mir, Sex sei so etwas wie das Tüpfelchen auf dem i. Damit wollte er sagen, dass Sex für zwei Menschen die natürliche Steigerung ihrer geistigen Verbundenheit und somit den höchstmöglichen Ausdruck einer bereits bewährten Vertrautheit bedeuten sollte. Um das herauszufinden, musste ich dem Geistlichen, der zufälligerweise auch Therapeut ist, fünfzig Dollar bezahlen, doch ehrlich gesagt, diese Weisheit hätte ich bestimmt in jedem Groschenroman nachlesen können.
Natürlich nennt man sie heutzutage nicht mehr Groschenromane, und ich bezweifle stark, ob man noch irgendwo einen Roman für so wenig Geld kaufen kann. Jedenfalls keinen neuen Roman. Höchstens einen gebrauchten, den man in einer Ramschkiste findet.
Zunächst wusste ich überhaupt nicht, dass dieser Geistliche auch Therapeut war, und schon gar nicht, dass sein Beratungshonorar genauso hoch wie das eines Therapeuten war. Mir war lediglich ein Handzettel aufgefallen, durch den kurz auf seine Sexualberatungen hingewiesen wurde, und ich entschied mich, seine Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich bin katholisch und hätte genauso gut einen unserer Priester aufsuchen können, doch da die katholische Kirche ziemlich finstere Ansichten über homosexuelle Männer hat, beschloss ich, einen Geistlichen aufzusuchen, der Methodist war. Und zweifelsohne war er ziemlich kompetent. Nachdem ich die ersten Sitzungen hinter mich gebracht hatte, dachte ich beim Nachhausefahren: Also, Corey, du musst zugeben, selbst für einen Geistlichen versteht er eine ganze Menge von psychologischer Beratung.
Doch dann erhielt ich am Ende der dritten Sitzung eine Rechnung über hundertfünfzig Dollar. Können Sie sich das vorstellen? Drei Wochen und hundertfünfzig Dollar? Meiner Meinung nach ist das eine ziemliche Stange Geld. Hätte ich vorher gewusst, dass sein Honorar derart hoch war, hätte ich mich bloß einmal im Monat für eine Sitzung angemeldet oder vielleicht zweimonatlich, wie bei meinem Frisör, aber ganz bestimmt nicht einmal pro Woche. Niemals. Ich mag zu der Zeit wirklich Probleme gehabt haben, aber bestimmt nicht genug, um fünfzig Dollar in der Woche auszugeben. Eine derartige finanzielle Unregelmäßigkeit ist bei weitem zu extravagant für mich. Nicht einmal für mein Auto habe ich jemals so viel ausgegeben, und im Gegensatz zu Luxusgütern wie einer Sexualberatung oder einem Stereo-Videorekorder ist ein Auto heutzutage schließlich eine notwendige Anschaffung.
An dem Tag, als der Geistliche, der zufälligerweise auch Therapeut ist, darüber sprach, dass Sex nur das Tüpfelchen auf dem i sei, forderte er mich auf, eine meiner liebsten sexuellen Fantasien zu beschreiben. Der Grund dafür war, dass er mich kurz zuvor gebeten hatte, ein wirkliches sexuelles Erlebnis zu beschreiben, worauf ich entgegnet hatte: "Es tut mir wirklich leid, aber es gibt kein Erlebnis, über das ich sprechen könnte. Das ist der eigentliche Grund meines Kommens, Reverend."
Daraufhin sagte er: "Das macht nichts, Corey. Sie brauchen sich deswegen nicht zu schämen. In der Tat bedeutet eine geringe sexuelle Aktivität auch ein äußerst geringes Risiko, sich bestimmte Krankheiten einzufangen."
"Was denn für Krankheiten, Reverend?"
"Krankheiten, die durch Sex übertragen werden, Corey, wie zum Beispiel Hepatitis, Geschlechtskrankheiten oder Infektionen der Harnwege. Ganz besonders Infektionen der Harnwege - der Fluch des befreiten Mannes; und der befreiten Frau, Corey. Also, schämen Sie sich nicht."
In Wahrheit schämte ich mich doch. Mir war zu Mute, als wäre ich endlich

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