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Spätsommerfreundinnen Roman von Russo, Andrea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.09.2018
  • Verlag: MIRA Taschenbuch
eBook (ePUB)

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Spätsommerfreundinnen

Bestsellerautorin Anne Barns schreibt jetzt unter ihrem wirklichen Namen. Den alten Gasthof in ihrem Heimatort übernehmen und nur noch tun, was sie liebt: kochen und backen. In ihrer Jugend war das Jettes Traum. Aber dann hat sie studiert und ist in die Stadt gezogen, hat geheiratet und ihre wunderbare, inzwischen erwachsene Tochter bekommen. Als Jette jetzt erfährt, dass der Wirt des Gasthauses gestorben ist, fährt sie zum ersten Mal nach langer Zeit wieder in den Ort in der Heide, um Abschied zu nehmen. Und plötzlich kehren all die Erinnerungen an damals zurück - und mit ihnen Gefühle, die Jette längst vergessen hatte. 'Ab auf die Couch und einfach diesen schönen und warmherzigen Roman in Ruhe genießen.' Mainhattan Kurier 'Der Roman über alte Freundschaften ist warmherzig, humorvoll und unheimlich natürlich, mit sympathischen Charakteren, in die man sich schnell hineinversetzen kann. Perfekt zum Abschalten und Träumen.' Fränkische Nachrichten 'Das Buch möchte man nicht mehr weglegen. Eintauchen in eine andere Welt und den Alltag vergessen: So müssen Bücher sein.' Ludwigsburger Wochenblatt 'Ein glaubwürdiger und lebensnaher Wohlfühlroman, der mit wunderschönen landschaftlichen Beschreibungen der Lüneburger Heide beeindruckt.' Schweizer Familie

Andrea Russo (Jahrgang 1968) hat vor einigen Jahren ihren Beruf als Lehrerin aufgegeben, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie weiß, dass es im Leben Höhen und Tiefen gibt und denkt, dass zweite Chancen genutzt werden sollten. Und ist überzeugt davon, dass die Wechseljahre dazu da sind, endlich zu sich selbst zu finden. Ihre Buchheldinnen sind so wie sie selbst, Frauen im Spätsommer - der schönsten Zeit des Lebens. Wenn Andrea Russo mal nicht schreibt, findet man sie in der Küche, wo sie gerne den Kochlöffel schwingt. Sie liebt es zuckersüß - so wie die Spätsommerfrauen in ihren Büchern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 03.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955768645
    Verlag: MIRA Taschenbuch
    Serie: Mira Taschenbuch 848
    Größe: 1965 kBytes
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Spätsommerfreundinnen

1. Kapitel

Wie heißt es so schön? Alle sieben Jahre ändert sich der Mensch. Kaum spukt der Gedanke in meinem Kopf herum, weiß ich, dass es der Philosoph Philon von Alexandria war, der unser Leben zum ersten Mal in Jahrsiebte geteilt hat. Ich schüttele unwillkürlich den Kopf und greife nach der Pinzette im Körbchen auf der Ablage vor dem Spiegel. Mein Gehirn macht, was es will. Es vergisst ständig die einfachsten Sachen. Aber ganz spezielle Dinge, die, die sonst keiner weiß, die merkt es sich. Und ich habe keine Ahnung, warum.

Philon also ... Ich rücke ganz nah an den Kosmetikspiegel heran und kneife die Augen zusammen, um mich ganz genau betrachten zu können. In meinem Fall stimmt die Siebenjahresregel. Ich bin noch genau zwei Wochen neunundvierzig Jahre alt. In den letzten Monaten haben sich die widerspenstigen schwarzen Haare am Kinn verdoppelt. Und die weißen auf meinem Kopf auch. Meine Naturhaarfarbe ist dunkelblond. Der Friseur hilft seit Neuestem mit honigfarbenen Strähnchen und jeder Menge Highlights nach. Dazwischen fallen die weißen Haare kaum auf. Nur wenn man genau hinschaut, erkennt man, dass sie sich mittlerweile über meinen ganzen Schopf verteilen. Genau wie die kleinen geplatzten Äderchen, die seit Neuestem um meine Nasenflügel herum und auf den Wangen aufgetaucht sind. Vielleicht hätte ich mir den Spiegel mit LED-Beleuchtung und fünfzehnfacher Vergrößerung doch nicht zulegen sollen, überlege ich. Darin erkennt man jede noch so kleine Falte.

Bei normalem Licht und eins zu eins betrachtet, sehe ich immer noch ganz passabel aus. Mal von der kleinen Tatsache abgesehen, dass meine Lieblingsjeans nicht mehr vernünftig sitzt. Als ich sie gekauft habe, hatte ich exakt das gleiche Gewicht und passte perfekt rein. Aber nun quillt der Speck an den Seiten unvorteilhaft über den Hosenbund. Low-waist steht mir nicht mehr. Ich habe mir neue Exemplare zugelegt, alle in mindestens mittlerer Leibhöhe. Dazu habe ich gleich ein paar Shaping-Hemdchen gekauft, sie allerdings noch nie getragen, da sie zwar den Speck weg, aber dafür auch meine Brüste platt wie Flundern drücken.

Was noch hinzukommt ist, dass ich seit Monaten immer häufiger grundlos schlechte Laune habe und gereizt bin. Ich quäle mich lustlos in die Schule und bin froh, wenn ich wieder nach Hause fahren darf. Der Lärm der Kinder macht mir zu schaffen. Im Gegensatz zu meinen Augen funktionieren meine Ohren anscheinend noch ganz gut.

Ich halte einen Moment inne und werfe der Frau im Spiegel einen strafenden Blick zu. Immerhin bin ich gesund und habe Arbeit. Das kann nicht jeder in meinem Alter von sich behaupten. Positiv denken, Jette! Ich ziehe meine Mundwinkel nach oben, sodass mein Gegenüber mich breit angrinst. Erst letztens habe ich gelesen, selbst ein unechtes Lächeln würde unserem Gehirn die Nachricht senden, dass wir glücklich sind.

Einen Moment bleibe ich einfach so stehen und strahle mich selbst an. Dabei komme ich mir so komisch vor, dass ich anfangen muss zu lachen. Meine Laune hat sich tatsächlich gebessert.

Ich nehme mir felsenfest vor, nun jeden Morgen mit einer Runde Gesichtsgymnastik zu beginnen und dass in den kommenden sieben Jahren nicht nur generell alles anders, sondern auch besser wird. Das ist letztendlich nur eine Frage der inneren Einstellung. Und an der kann ich arbeiten!

Erst einmal muss ich jedoch das schwarze Borstenhaar am Kinn erwischen. Aber das ist gar nicht so einfach.

»Mist, verdammter«, entfährt es mir, als ich ein paar Mal hintereinander Pech habe und abrutsche. Das blöde Ding ist noch zu kurz und sitzt außerdem bombenfest. Es dauert bestimmt noch zwei Tage, bis es lang genug ist, um es vernünftig greifen zu können.

»Guten Morgen.« Die helle Stimme meiner Tochter hält mich von einem weiteren Versuch einer Schönheits-OP ab. Jule kommt durch den Flur auf das Badezimmer zugelaufen.

»Morgen«, brumme ich.

Meine Tochter bleibt in der Tür stehen, u

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