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Special Force One 01 Der erste Einsatz von Parrish, Michael J. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.04.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Special Force One 01

Das Dokument war amtlich und trug den Vermerk 'Vertraulich' - sehr zum Missfallen des Mannes, der es wieder und wieder betrachtete. Wochenlang hatte sich der Sicherheitsrat beraten und am Ende tatsächlich zu einem Beschluss durchgerungen. Ein elender Haufen streitsüchtiger Bürokraten, die sie waren. Doch was noch schlimmer war: der Vertreter seines eigenen Landes hatte ein flammendes Plädoyer für den Beschluss gehalten! Nun war es also besiegelt. Eine neue Spezialeinheit war ins Leben gerufen worden - die Special Force One. Und er, Colonel John Davidge, sollte sie anführen ... Special Force One - Die Antwort der Vereinten Nationen auf den Terror der heutigen Zeit. Ein Spezialkommando, allein zu dem Zweck geschaffen, korrupte Staaten, Flugzeugentführer, Attentäter und Massenmörder zu bekämpfen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 05.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732524273
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 1584 kBytes
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Special Force One 01

Der erste Einsatz

Die Luft in dem kleinen Zimmer war abgestanden und stickig, Nikotinschwaden hingen im Raum. Dass die Klimaanlage lief, merkte man kaum - das Ding war so alt, dass es kaum noch seine Pflicht erfüllte.

Die Möbel waren schäbig, hatten angeschlagene Ecken und Schrammen. Und sie rochen. An ihnen haftete der Geruch der Vergangenheit - jener Vergangenheit, die Mark Harrer hasste und die er am liebsten aus seinem Gedächtnis gestrichen hätte.

Aber er konnte es nicht.

So sehr er es auch wollte, sie war ein Teil von ihm. Und wohin er auch kam, begleitete sie ihn, war auf Schritt und Tritt dabei. Unabhängig davon, ob die glühend heiße Sonne Somalias auf ihn herabbrannte oder er im afghanischen Winter erbärmlich fror.

Nahezu reglos saß Harrer auf der Kante des schäbigen Bettes. Er betrachtete die Züge des Mannes, der dort lag und schlief. Zwiespältige Gefühle kamen dabei in ihm hoch.

Er empfand Abneigung, fast Verachtung für diesen Menschen, der sein Leben weggeworfen und resigniert hatte. Andererseits, auch wenn er sich das nicht eingestehen wollte, war da auch Zuneigung. Ein letzter Rest von dem, was er einst empfunden hatte, als er noch ein kleiner Junge gewesen war.

Denn der Mann mit den eingefallenen, ausgezehrten Zügen war kein anderer als sein Vater.

Harrer konnte sich gut erinnern.

Als kleiner Junge hatte er stets zu seinem Vater aufgeblickt, hatte er sein wollen wie er. Er hatte eine Uniform tragen und es zu etwas bringen wollen, genau wie er.

Es hatte Jahre gebraucht, bis er herausgefunden hatte, dass sein Vater kein strahlender Held und die Bundeswehr nicht der Ort war, an dem Legenden geboren wurden.

Wann die Sache mit dem Alkohol begonnen hatte, wusste Harrer nicht mehr. Aber er erinnerte sich noch gut an den ersten gebrochenen Arm.

Sein Alter war nach Hause gekommen, sturzbetrunken vom Kompaniefest, und hatte irgendetwas von einer Belobigung gemurmelt, um die man ihn betrogen hätte. Daraufhin hatte er seinen Sohn verprügelt, um den Frust, den er sich bei seinen Vorgesetzten eingefangen hatte, an ihm auszulassen. An einem Opfer, das sich nicht wehren konnte.

So war es oft gewesen.

Wieder und wieder und wieder.

Und jedes Mal, wenn Harrer im dunstigen, nikotinverseuchten Mief des Krankenzimmers saß, fragte er sich, weshalb er überhaupt noch hierher kam. Vielleicht, sagte er sich, war es ja das letzte Mal.

Der Mann im Bett begann sich jetzt zu regen. Der Mund mit den gelben Zähnen öffnete sich und schmatzte leise, dann schlug der Mann die Augen auf.

Ein dunkles Augenpaar musterte Harrer eine Weile, ehe ein Ausdruck des Verstehens auf den unrasierten, faltigen Zügen erschien.

"Junge", krächzte der Mann im Bett.

"Hallo, Vater."

"Du hier?" Der Mann, der 56 war, jedoch dreißig Jahre älter aussah, lachte kehlig. "Was führt dich denn zu mir? Etwa die Sehnsucht?"

"Kaum." Harrer schüttelte den Kopf. "Ich wollte mich nur verabschieden."

"Ver - verabschieden? Wohin geht's denn diesmal? Wohin schickt dich die großdeutsche Führung?"

Harrer verzog das Gesicht. Er mochte es nicht, wenn sein Vater so redete. Es war der blanke Neid, der ihn dazu trieb. Der Neid darauf, dass sein Sohn sinnvolle Aufgaben erfüllen konnte, während er selbst sein Leben im Suff verschwendet hatte.

"In die Staaten", antwortete Harrer dennoch.

"Was willst du denn da?"

"Tut mir Leid, Vater, das kann ich dir nicht sagen. Dienstgeheimnis."

"Verstehe." Der Alte lachte und musste husten. Hektisch tastete er auf dem Nachttisch nach den Zigaretten, die dort lagen, und steckte sich eine davon an.

"Es ist ziemlich dämlich, im Bett zu rauchen", stellte Harrer fest.

"Und? Was geht's dich an? Du verschwindest sowieso, oder nicht?"

"Allerdings. Aber wir könnten wenigstens für einen Augenblick so tun, als wären wir Vater und

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