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Sterne über Rom Roman von Swan, Karen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.03.2019
  • Verlag: Goldmann
eBook (ePUB)
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Sterne über Rom

Die Engländerin Cesca lebt in Rom und betreibt einen erfolgreichen Blog, der eine Hommage an die ewige Stadt und das Dolce Vita ist. Als sie Bekanntschaft mit ihrer Nachbarin macht, der berühmten Viscontessa Elena, sind sich beide sofort sympathisch. Nach einiger Zeit willigt Cesca sogar ein, Elenas Memoiren zu verfassen. Doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto mehr beschleicht Cesca das Gefühl, dass Elena etwas vor ihr verbirgt. Als auf einer Baustelle ein wertvoller Diamantring gefunden wird, der angeblich Elena gehört, stellt Cesca zusammen mit dem attraktiven Archäologen Nico Nachforschungen an - und fördert ein tragisches Geheimnis zu Tage ... Karen Swan arbeitete lange als Modejournalistin für Zeitschriften wie Vogue, Tatler und YOU. Sie lebt heute mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im englischen Sussex. Wenn die Kinder sie lassen, schreibt sie in ihrem Baumhaus Romane.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 544
    Erscheinungsdatum: 18.03.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641222895
    Verlag: Goldmann
    Originaltitel: The Rome Affair
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Sterne über Rom

1. Kapitel

Rom, Juli 2017

D ie Spatzen und der bernsteinfarbene Sonnenuntergang , das hat sie geschrieben", las Matteo vor und legte sein Handy beiseite.

" Das gefällt dir an Rom am besten? Im Ernst?", fragte Alessandra ungläubig.

"Ja, und dieser Artikel hat sogar mehr Likes gekriegt als jeder andere, stellt euch vor!" Cesca warf lachend die Arme hoch.

"Also, die meisten Menschen würden sagen, das Kolosseum oder das Forum Romanum oder das Pantheon", erwiderte Alé spöttisch. "Sogar die Rosenverkäufer an der Spanischen Treppe hätten mehr Chancen als die räudigen braunen Spatzen, die einem das Essen vom Teller picken."

"Ja, aber die meisten Menschen sind eben einfallslos. Ich reihe mich nicht in die Masse ein. Ich bin kein Klischee. Vielleicht gefällt den Leuten ja deshalb mein kleiner Blog so gut."

"Von wegen klein ", warf Matteo trocken ein. "Du hast ja mittlerweile so viele Follower, dass bald die Werbeindustrie anklopfen wird. Und dann machst du das große Geld."

"Ach ja? Wenn sie sich bloß beeilen würden ...", meinte Cesca zynisch.

Aber es stimmte, ihr Blog, den sie "Römische Liebschaften" nannte, traf offenbar einen Nerv. Ihre Online-Hommage an die Wiege der Alten Welt, an Pecorino und la dolce vita fand immer mehr begeisterte Leser, Cesca konnte es selbst kaum fassen. Nach den ersten schüchternen Anfängen vor sieben Monaten hatte sie nun ihren Stil und ihren Ton gefunden. Sie schrieb über alles Mögliche, über die Bienenstöcke in den Bergen des Aventin, wo hervorragender Honig erzeugt wurde, über kleine Hinterhofläden, die sie begeisterten, und über das, was sie bei ihrer Arbeit als Fremdenführerin täglich erlebte.

Guido grinste, seine Glatze schimmerte im goldenen Laternenschein. "Na, jetzt wissen wir wenigstens, warum du deinen knochentrockenen Job als Rechtsanwältin aufgegeben und London verlassen hast. Niemand, der so poetisch über unser Rom schreibt, kann im Labyrinth des englischen Rechtssystems sein Glück finden."

"Danke, Guido", sagte Cesca und hob ihr Glas. "Darauf lasst uns anstoßen."

Sie leerten ihre Grappagläser und lehnten sich mit einem entspannten Lächeln zurück. Es war eine samtig warme, sternenklare Nacht, in der Luft lag ein betäubender Duft von Jasmin. In dem Restaurant auf der kleinen Piazza war jeder Tisch besetzt. Sie hatten sich satt gegessen, an Meeresfrüchten und Pasta, und es war bereits nach zehn Uhr, aber das war für römische Verhältnisse noch nicht sehr spät. Auch für Cesca nicht, die sich inzwischen an den Lebensrhythmus angepasst hatte.

"Und was jetzt? Sollen wir ins Zizi gehen?", schlug Alé vor und lehnte sich in ihrem Stuhl zurück. Sie hob ihre schlanken, nackten Arme und fasste ihr langes dunkles Haar zu einem Pferdeschwanz zusammen. "Heute spielt eine Rockband. Es ist die aus Rock in Roma , wir haben sie im Juni gesehen, wisst ihr noch?"

"Was, die mit diesen heißen Leadsängern?" Matteo beugte sich interessiert vor, wie stets, wenn die Rede auf attraktive Frauen kam.

"Ich fand ihn jedenfalls heiß", sagte Alé lachend und ließ ihre Haarmähne wieder auf ihre Schultern fallen. "Aber dass du auch auf Bärte stehst, ist mir neu."

Alle lachten und bewarfen Matteo, der betreten den Kopf hängen ließ, mit ihren Papierservietten. "Ich dachte, du meinst die ..."

"Die drei Schwestern, ich weiß."

"Also, ich hätte nichts gegen das Zizi einzuwenden", meinte Guido. Er stand nämlich durchaus auf Bärte.

"Ohne mich, fürchte ich", seufzte Cesca. Sie beugte sich zur Seite und griff nach ihrer Handtasche, die sie neben ihrem Stuhl abgestellt hatte. "Ich hab morgen früh um sechs eine Führung, was heißt, dass ich um fünf aufstehen muss."

"Och, wie langweilig", murrte Alé und sah zu, wie Cesca die Rechnung vom Teller nahm und, an ihrer Lippe kauend, ihren Anteil ausrechnete.

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