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Summer Symphony Ein Trip mit Sex, Zeitreisen und Rock n Roll von Rapp, Claudia S. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.10.2014
  • Verlag: Amrûn Verlag
eBook (ePUB)
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Summer Symphony

Zeitreisen ins Mittelalter sind erst der Anfang... Vom heutigen Wien direkt zu den Wikingern und wieder zurück - Diesen Zeitsprung macht Luise Fink, als sie die Musik der finnischen Band Lumiukko zum ersten Mal hört. Und jedes Mal wieder, bis es ihr zu bunt wird und sie der Sache auf den Grund geht. Den Sommer über folgt sie den Musikern von Festival zu Festival und kommt ihnen gefährlich nah, aber das Rätselhafte bleibt: Wieso sehen die Cello-Rocker von heute den Männern von vor 1000 Jahren so ähnlich? Wer steckt hinter den Sabotageakten, die sich zu häufen beginnen? Kann man Zeitreisen steuern? Roadmovie und Historischer Roman, Festivaltagebuch und Geheimbundkrimi, verrücktes Abenteuer und übermütige Liebeserklärung an die Macht der Musik - ein Trip mit Sex, Zeitreisen und Rock'n'Roll.

Geboren 1971 im Rheinland, Ausbildung zur Buchhändlerin, seit 1994 Studium der deutschen und englischen Literatur in Konstanz und Portland, Oregon, Promotion über Literatur aus Hawai'i, zwei Töchter, Dozentin für amerikanische und englische Literatur an der Uni Konstanz von 2007 bis 2011, jetzt freie Autorin und Übersetzerin, Interessen: Musik und Festivals, Reisen, Mythologie und natürlich Bücher!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 290
    Erscheinungsdatum: 27.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944729480
    Verlag: Amrûn Verlag
    Größe: 744 kBytes
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Summer Symphony

2 - Immer noch Wien

Diesmal würde mir das nicht passieren. Ich war gewappnet. Ich überprüfte zum zwanzigsten Mal mit nervösen Fingern die Ohrstöpsel, doch mein Blut rauschte so laut, dass ich nichts hören und spüren konnte als mein keuchendes Herz, ängstlich, gespannt, aber auch gewillt, dem Spuk ein Ende zu bereiten, der Sache auf den verwirrenden Grund zu gehen. Ich war um einiges früher auf dem Weg als sonst, platzierte mich auf der Höhe der Stadtbahnstation und wartete. Fast hätte ich das Herannahen des dunklen Wagens verpasst, denn auch er war an diesem Tag früher dran. Aber ich hatte ihn erspäht, mein Gehör sicher abgedichtet, und nun trat ich auf die Straße, in den Weg, und winkte mit beiden Armen, damit er stehen blieb. Ein kurzer Angstmoment, aber er bremste rechtzeitig, lehnte sich mit bösem Gesicht aus dem Fenster. Ein dunkler Typ, rasierter Kopf, pockiges Gesicht. Beschwichtigend senkte ich die Arme, trat an die Fahrerseite und nahm vorsichtig die Stöpsel heraus. Aus seinem Autoradio tönte Musik, aber leiser heute, und ganz anders als am Vortag.

"Es tut mir leid, wenn ich dich erschreckt habe, aber ich muss dich was fragen."

Er schüttelte den Kopf und begann zu grinsen, nicht gerade sympathisch.

"Das ist neu, jetzt fangen mich die Weiber schon auf der Straße ab!"

Mein erwidertes Lächeln war nur aufgesetzt, denn er war ein echter Kotzbrocken, unschwer zu erkennen.

"Von wem war die Musik, die du gestern und vorgestern hier im Auto laufen hattest?"

Sein Grinsen fiel ihm aus dem Gesicht.

"Was?!"

Eins hatte ich aus der Fieberzeit auf dem Krankenlager mit in die Gegenwart gebracht: Die Gewissheit, dass die Musik etwas mit meinen unglaublichen Erlebnissen zu tun hatte. Was ich gehört hatte, bevor mich der Schwindel übermannte, war laut, schnell und im nächsten Moment schon vorbei gewesen. Aber die wenigen Töne, die kurze Melodiefolge hatte offenbar gereicht, die Zeit kurz anzuhalten. Oder außer Kraft zu setzen. Und nun war ich den ganzen Vormittag aufgekratzt, wie frisch verliebt oder in Urlaubsstimmung. Der Name der Band und der Titel ihrer CD fuhren in meinem Kopf Karussell. Der Typ aus dem dunkelblauen Wagen hatte erst belämmert geschaut, dann gab er aber bereitwillig Auskunft über die finnische Heavy-Metal-Band Lumiukko , deren laute und harte Musik nur aus Celli und Schlagzeug bestand. Oder in den Worten des Pockigen:

"Kennst nicht? Voll geil, und voll im Geschäft! Die nehmen die echten Akustikcellos, halt solche wie im Orchester, wo die alten Herrschaften hingehn, und dann dreschen sie richtig drauf!"

Lumiukko war Finnisch für Schneemann, aber mit winterlichen Kinderspielen hatten die vier Finnen dem Anschein nach wenig am Hut. Der Typ hatte mir das CD-Cover gezeigt: bedrohliche schwarze Silhouetten vor dem Hintergrund eines lodernden Feuers in der Nacht, Funkenflug, und das alles unter dem Titel SLUSH FROM THE PAST, grob übersetzt: der Schneematsch der Vergangenheit.

Ich hatte nichts gegen Düsternis, ich war schließlich mit The Cure , The Cult , und The Sisters of Mercy aufgewachsen, mit schwarzen Klamotten, Schnallenstiefeln, Kreuzanhängern. Aber diese Typen gehörten wohl eher zur anderen Fraktion. Im Schleswig-Holstein der frühen neunziger Jahre, immer ein wenig der Zeit hinterher, konnte man Waver oder Metaller sein, die Grenzen waren klar gezogen. Schwarze Rüschen oder gebleichte Jeans und Lederkutte. Die einen hatten mit den anderen wenig bis gar nichts zu tun, und man tauschte mitleidige bis angewiderte Blicke. Metal klang zu sehr nach Torfrock und Werner, nach den Posen von Doro Pesch und der gestylte

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