text.skipToContent text.skipToNavigation

Sunford - Verführung eines Gentleman von Jansson, Celia (eBook)

  • Erschienen: 01.12.2015
  • Verlag: Sieben Verlag
eBook (PDF)
6,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Sunford - Verführung eines Gentleman

England, 1905. Ein verschlafenes Dorf in Somerset steht Kopf, als der attraktive Lord Vincent Fanbury auf Landbesuch kommt. Nicht nur die unverheirateten Frauen hoffen auf eine gute Partie mit ihm. Auch Leonard, ein gutsituierter Unternehmer, fühlt sich zu ihm hingezogen. Obwohl die strikten Konventionen der edwardianischen Gesellschaft gegen sie sprechen, entwickelt sich zwischen ihnen eine leidenschaftliche Affäre. Zu spät merkt Leonard, dass Vincent ein Geheimnis vor ihm verbirgt, das nicht nur ihre Beziehung sondern, auch seinen Ruf zerstören könnte.

Produktinformationen

    Größe: 1348kBytes
    Herausgeber: Sieben Verlag
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 301
    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783864435225
    Erschienen: 01.12.2015
Weiterlesen weniger lesen

Sunford - Verführung eines Gentleman

Teil I

Leonard
1.

5. Juni 1905

Leonard blickte aus der Kutsche auf die vorbeiziehende Landschaft. Das Wetter konnte sich nicht recht entscheiden. Platzregen wechselte sich mit blauem Himmel und Sonnenschein ab. Doch der Regen kümmerte ihn heute wenig. Er gehörte zu Somerset wie die grasbewachsenen Hügel und die Steilküsten.

Jedes Mal, wenn Leonard für längere Zeit fort gewesen war, sehnte er sich so sehr nach diesem Ort, dass er sich einbildete, er wäre das Paradies auf Erden.

In seinem Leben hatte er, abgesehen von den fünf Jahren im Internat und dem einen Jahr in Oxford, nie woanders gelebt. Als er sich aus dem Fenster lehnte, sah er sein Haus auf dem kleinen Hügel thronen. Die quadratische Form ließ es wie einen Würfel in der Landschaft erscheinen. Auch wenn es nicht so groß war wie das Schloss der Duchess in Blackmoore, war es das größte Haus im Ort. Mit der rosafarbenen Fassade, den weißen Stuckverzierungen und den blühenden Rosen im Garten wirkte das Haus freundlich und einladend.

Als der Einspänner vor dem Haupteingang hielt, wurden sogleich die Türen geöffnet und sein Diener Sam eilte heraus, um sein Gepäck hineinzutragen. Nachdem er den Kutscher bezahlt hatte, stieg Leonard die drei Stufen zum Haupteingang hoch und trat in die große Eingangshalle. Er war früher angekommen als erwartet. Vielleicht war seine Schwester noch gar nicht von ihrem Besuch bei ihrer Freundin Charlotte zurück. Sie hatte angekündigt, von Charlotte und ihrem Mann mit dem Automobil nach Hause gebracht zu werden. Doch Florence kam ihm im nächsten Moment aus dem Salon entgegen. Die Autofahrt hatte einige Strähnen aus ihrer Frisur gelöst, und sie hatte offenbar noch keine Zeit gefunden, sie zu richten. Wie karmesinrote Flammen umrahmten sie ihr Gesicht.

"Ich habe dich nicht so früh erwartet", sagte sie. "Schön, dass du wieder da bist."

Er legte einen Arm um ihre Schultern und sie ließ sich von ihm in den Salon führen. Sein schwarzer Collie Harvey lief ihm entgegen und begrüßte ihn aufgeregt. Leonard streichelte ihm über den Kopf und versuchte den Hund wieder zu beruhigen.

"Wie war die Reise?", fragte Florence und lenkte seine Aufmerksamkeit wieder auf sich.

"Ach, etwas anstrengend. Ich habe nicht viel erreicht. Es war reine Zeitverschwendung."

"Das ist schade. Du bist wohl der Einzige, der eine Reise nach London Zeitverschwendung nennt." Sie seufzte und sah zum Fenster. "Ich hoffe, die Dawsons werden ihren Besuch angesichts des Wetters nicht absagen." Florence setzte sich auf die Chaiselongue, schenkte ihm aus einer bereitstehenden Kanne Tee ein und trank dann selbst einen Schluck aus ihrer Tasse.

Bevor er sich ihr gegenüber niederließ, warf Leonard noch einmal einen Blick nach draußen. Als wäre es nie anders gewesen, strahlte ihm die Sonne aus einem beinahe wolkenlosen Himmel entgegen und ließ ihn die Augen zukneifen.

"Sie kommen schon heute?"

"Du weißt ja, den Hinweis, dass du dich nach der Reise erst erholen musst, lassen sie nicht gelten. Sie haben dich zu gern."

Florence lächelte und Leonard schnaubte. Er mochte die beiden Freundinnen Florences, Mary und Ann, die er seit ihrer Kindheit kannte. Sie hielten sich mindestens einmal in der Woche, manchmal beinahe täglich, bei ihnen auf. Aber aus den Mädchen waren junge Damen geworden und er hegte nicht die Absicht, eine von ihnen zu heiraten. Doch jegliche Hinweise darauf schienen an der Jüngeren, Ann, abzuprallen.

"Warum können sie mich nicht in Ruhe lassen? Ich habe jetzt wirklich keine Lust auf Gesellschaft", seufzte er.

"Du hast nie Lust auf Gesellschaft", bemerkte Florence und sie hatte recht damit.

Nur seine Schwester selbst war für Leonard keine Belastung. Sie redete auch nicht stundenlang auf ihn ein, so wie Ann.

Im nächsten Moment hörte er auch schon die Kutsche der Dawsons auf ihr Grundstück fahren. Wenigstens erwarteten die Frauen

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    ALDI life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.