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Synnöve Solbakken Eine Liebesgeschichte vom Literaturnobelpreisträger Bjørnstjerne Bjørnson von Björnson, Björnstjerne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.02.2014
  • Verlag: e-artnow
eBook (ePUB)
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Synnöve Solbakken

Dieses eBook: 'Synnöve Solbakken' ist mit einem detaillierten und dynamischen Inhaltsverzeichnis versehen und wurde sorgfältig korrekturgelesen. Eine Liebesgeschichte vom Literaturnobelpreisträger Bjørnstjerne Bjørnson: ein Gesellschafts- und Sittenbild des norwegischen Bauerntums, das erstmals bei Bjørnson zu einer soziologisch realistischen Differenziertheit gelangt, die abseits der bisherigen idealisierten Darstellung liegt. Die subtile Differenziertheit in der Betrachtung seiner Protagonisten zeichnet Bjørnson in seinen Erzählungen aus. Bjørnstjerne Martinius Bjørnson (1832 - 1910) war ein norwegischer Dichter, Literaturnobelpreisträger und Politiker. Bjørnson verfasste unter anderem die norwegische Nationalhymne Ja, vi elsker dette landet und war der Begründer des Riksmålsforbundet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 140
    Erscheinungsdatum: 17.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9788026805731
    Verlag: e-artnow
    Größe: 671 kBytes
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Synnöve Solbakken

Zweites Kapitel

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Die Kirche stellt der Bauer in seinen Gedanken auf einen hohen Platz, auf einen Platz für sie allein; er sieht sie in Heiligkeit, umgeben vom feierlichen Ernst der Gräber, erfüllt von der frischen Lebenskraft des Gottesdienstes. Sie ist das einzige Haus, bei dessen Bau er Pracht entfaltet hat, und deshalb ragt ihre Turmspitze für seine Anschauung weit höher, als sie in der Tat ist. Ihre Glocken grüßen ihn am klaren Sonntagsmorgen den ganzen Weg entlang auf dem Gange zu ihr, und er zieht immer den Hut vor ihnen ab, als wollte er sagen: "Dank für das vorige Mal!" Es ist ein geheimes Band zwischen ihm und den Glocken. In den frühesten Lebensjahren stand er wohl im offenen Haustor und lauschte ihrem Klang, während unten auf dem Wege die Kirchgänger still vorbeizogen; Vater schloß sich an, er selbst war noch zu klein. Damals verband er so manche verschiedenartige Vorstellungen mit diesem schweren, starken Schall, der ein oder zwei Stunden zwischen den Felsen dröhnte und sich von einem zum andern schwang; aber eine Vorstellung war ihm unzertrennbar davon: saubere Röcke und Hosen, Frauen in ihrem besten Schmuck und Staat, geputzte Pferde mit blankem Geschirr.

Und wenn dann die Glocken sein eigenes Glück einläuten, wenn er selbst im funkelnagelneuen, aber etwas für ihn zu großen Anzug wichtig an Vaters Seite zur Kirche geht, - welcher Jubel tönt da aus ihrem Klang! Da können sie wohl alle Tore sprengen zu dem, was er schauen soll! Und wenn sie dann auf dem Rückweg über seinem Kopf lärmen, der noch schwer, noch von den Gesängen, Gebeten, Pastorsworten, die sich darin wiegen und kreuzen, wirr ist, wenn alle die früher nie gesehenen Bilder: Altargemälde, Trachten, Personen, vor seinen Augen auf-und abjagen - dann wölbt auch ihr Geläute für immer das Dach über die gesammelten Eindrücke und weiht die kleine Kirche ein, die er fortan im Herzen trägt.

Ist er etwas älter geworden, dann muß er zu Berg und das Vieh hüten; aber wenn er an einem schönen, taufrischen Sonntagsmorgen auf einem Stein zwischen seiner Herde sitzt, und die Kirchenglocken die Schellen der Tiere übertönen, dann wird er schwermütig. Denn aus den Glockentönen klingt etwas Lustiges, Leichtes, Lockendes von dort unten herauf; sie wecken die Erinnerung an Bekannte vor und in der Kirche, an die Freude, dort zu sein, an die vielleicht noch größere, dort gewesen zu sein, zu Hause gutes Essen, die Eltern, die Geschwister zu finden, - sie erzählen vom Spiel auf den Grasflecken am vergnüglichen Sonntagsabend, - und dann gerät das kleine Herz des Jungen in Aufruhr. Aber schließlich: es sind doch die Kirchenglocken, die erklingen; und so sucht und findet er doch in seinem Kopf das Bruchstück eines Gesangbuchliedes, das er zur Not auswendig weiß, und er singt es mit gefalteten Händen und blickt weit dabei ins Tal hinunter, spricht ein kurzes Gebet, springt auf und stößt in sein Hirtenhorn, daß die Töne gegen die Bergwände schmettern.

Hier in den stillen Felsentälern hat die Kirche noch für jedes Lebensalter ihre besondere Sprache, für jedes Auge ihr besonderes Aussehen. Erwachsen und fertig steht sie vor dem Konfirmanden, - mit aufwärts gerecktem Finger, halb drohend, halb winkend, vor dem Jüngling, der seine Wahl getroffen hat, - breitschultrig und stark vor dem sorgenden Mann, - geräumig und mild vor dem müden Greise. Mitten im Gottesdienst werden die jüngst geborenen Kinder hereingetragen und getauft und, wie bekannt, ist während dieser Feier die Andacht am größten.

Man kann

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