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Tage voller Weihnachtszauber Roman von Marschall, Anja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2020
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Tage voller Weihnachtszauber

Lena lebt im Kinderheim. Wie jedes Jahr wünscht sie sich zu Weihnachten nur eines: eine Mama. Doch nicht irgendeine, sondern ihre eigene. Die aber kennen weder Heimleiterin Henriette Jonas noch Erzieher Lukas. Doch in diesem Jahr wird alles anders, als ein schräger Aushilfsweihnachtsmann nicht nur das Waisenhaus durcheinanderbringt, sondern auch Henriette den Kopf verdreht, Lukas ein Date verschafft und Lena ein Versprechen macht. Die Zeit drängt, denn bis zum Fest sind es nur noch wenige Tage...

Anja Marschall, geb. 1962 in Hamburg, arbeitete als Erzieherin, Pressereferentin, Journalistin, EU-Projektleiterin, Apfelpflückerin in Israel, Zimmermädchen in einem Londoner Luxushotel und Kioskverkäuferin an den Hamburger Landungsbrücken. Sie veröffentlichte mehrere Spannungsromane. Tage voller Weihnachtszauber ist ihr erster Roman ohne Leiche. Anja Marschall lebt mit ihrer Familie in Schleswig-Holstein.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 367
    Erscheinungsdatum: 30.09.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732594986
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1048 kBytes
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Tage voller Weihnachtszauber

Kapitel 1

Vor drei Jahren

Es war ein Heiligabend, wie man ihn sich nur erträumen konnte. Den ganzen Tag über hatte es geschneit. Die Stadt kuschelte sich unter ihre weiße Schneedecke in der Gewissheit, dass es ein gutes Jahr gewesen war. In den Fenstern der Häuser sah man all die hell erleuchteten Tannenbäume. Die Familien saßen bei Gänsebraten und Rotkohl am Tisch und plauderten. Kinder probierten ihre neuen Spielsachen aus, und so mancher schaute mit einem Glas Rotwein in der Hand die schönen alten Filme im Fernsehen an. Kirchenglocken läuteten zum Gottesdienst, während über der Stadt die sanfte Ruhe des Weihnachtsfestes lag.

Ein Taxi rollte durch die leeren Straßen. Die festgefahrene Schneedecke unter den Reifen schluckte seinen Lärm. Nur das leise Surren des Motors war zu hören. Der Wagen spiegelte sich in den weihnachtlich geschmückten Schaufenstern des Kaufhauses Kohlstedt, als er vorbeifuhr.

Lukas liebte diese Ruhe in der Stadt. Es schien ihm, als gehörte all das nur ihm. Die sonst so hektische Stadt war in einen zauberhaften Märchenschlaf gefallen. Nur wenige Menschen gingen durch die Nacht. Man grüßte einander und war guter Dinge. All seine Fahrgäste waren bisher bestens gelaunt gewesen, gaben ein ordentliches Trinkgeld und verabschiedeten sich mit einem freundlichen »Schönes Fest noch!«. Eine alte Dame hatte sogar ein russisches Weihnachtslied aus ihrer Heimat für ihn gesungen.

Warum nur konnte nicht jeden Tag Heiligabend sein?

Jetzt, kurz vor Mitternacht, war es besonders ruhig. Seit fast einer Stunde hatte er keine neuen Fahrten von Sylli aus der Zentrale bekommen. Niemand winkte seinem Taxi vom verschneiten Straßenrand aus entgegen, um ihn anzuhalten. Lukas lächelte. Er überlegte, ob er zum Hauptbahnhof fahren solle. Der Zug aus Bern würde zwar erst in einer Stunde ankommen, aber bis dahin könnte er ja noch ein wenig mit den Kollegen plaudern, die mit ihm auf dem Vorplatz warteten.

Da vibrierte sein Handy, das er auf die Zwischenkonsole gelegt hatte. Erst meinte er, es könnte Amid sein, für den er die Schicht übernommen hatte, weil dessen Frau heute Nacht ihr erstes Kind bekommen sollte. Völlig außer sich und am Ende seiner Nerven war Amid am frühen Nachmittag zu ihr ins Krankenhaus gefahren. Die Wehen hatten eingesetzt.

Ohne den Blick von der Straße zu nehmen, drückte Lukas den Knopf für die Freisprechanlage. Es war seine Mutter. »Dein Vater ist sehr enttäuscht, Junge«, sagte sie voll Vorwurf, ohne sich die Mühe einer Begrüßung zu machen. »Warum bist du nicht gekommen? Die ganze Familie hat auf dich gewartet. Wirklich, Lukas, wir hatten ...«

»... mehr von dir erwartet, ich weiß«, fiel er ihr ins Wort. »Ich habe euch doch gesagt, dass ich arbeiten muss. Es tut mir leid, aber es ging nicht anders.« Aus dem Lautsprecher über seinem Kopf kam ihr leidendes Seufzen.

»Niemand hat dich je gezwungen, so eine Arbeit zu machen, Junge. Dein Vater hat dir mehr als einmal ...«

Lukas legte auf. Für alles Geld der Welt würde er nicht das Weihnachtsfest mit seinen Eltern verbringen, und schon gar nicht würde er seinem Vater erlauben, ihm eine Anstellung in seiner Klinik zu besorgen, die ihn auf ewig in genau jene Abhängigkeit und scheinheilige Dankbarkeit katapultieren würde, aus der er gerade erst geflohen war.

Lukas drehte das Radio an. Der Sprecher meinte, es würde noch weiter schneien, und mit Temperaturen über minus drei Grad bräuchte man in dieser Nacht nicht zu rechnen.

Lukas schaute auf seine Armbanduhr. Noch hatte er von der Zentrale nicht gehört, ob Amid schon Vater war. Das Kleine musste sich beeilen, wenn es ein Christkind werden wollte, denn in einer Viertelstunde würde es Mitternacht sein.

Lukas setzte den Blinker und bog auf die alte Kaiserbrücke ab, die über den Fluss in die Innenstadt führte. Der Schneefall hatte wieder eingesetzt. Flocken tanzten durch den Schein der St

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