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Tage wie Seeglas Ein Inselroman von Kleinewig, Lurleen (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.09.2019
  • Verlag: Forever
eBook (ePUB)
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Tage wie Seeglas

Ein neuer Anfang mit Meerblick
Als die 29-jährige Liv eine Stelle als Verkäuferin in einem kleinen Laden für Surfbedarf auf der Ostseeinsel Fährlangen ergattert, geht für sie ein Traum in Erfüllung. Den Neuanfang hat sie nach allem, was sie durchgemacht hat, auch dringend nötig. Gemeinsam mit ihrem Hund bezieht sie ein zauberhaftes kleines Loft direkt am Strand. Auch mit ihrem neuen Chef Dan, einem leidenschaftlichen Surfer, versteht sie sich sofort. Die beiden verbindet mehr als nur die Narben aus der Vergangenheit. Gegen Livs Willen entwickeln sich zwischen ihnen Gefühle. Doch kann Liv ihre Ängste überwinden und ihrem neuen Leben eine Chance geben? Von Lurleen Kleinewig sind bei Forever by Ullstein erschienen: Das kleine Haus am Deich Tage wie Seeglas Lurleen Kleinewig, geboren 1975 im niedersächsischen Langenhagen, ist seit ihrer Kindheit von Pferden fasziniert. Bereits als Teenagerin schrieb sie ihr erstes Manuskript für einen Roman, in dem sie ihre Leidenschaft für Irland zum Ausdruck brachte, die sie bis heute nicht losgelassen hat. Nach einem Studium der Germanistik und Anglistik wechselte sie zum Tourismus und bewarb jahrelang ihre Wahlheimat Ostfriesland als Feriengebiet. Sie blieb ihrer Liebe zum Lesen und Schreiben treu, betrieb einen Blog und veröffentlicht als Hobbyautorin regelmäßig Fachartikel in einem lokalen Tierschutzmagazin. Sie lebt heute mit sechs Katzen und einem Pferd in ihrem eigenen 'Minihaus' im Nordharz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 270
    Erscheinungsdatum: 02.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958185081
    Verlag: Forever
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Tage wie Seeglas

Kapitel 1

Ein leuchtend blauer Himmel spannte sich über den menschenleeren Strand. Es war sechs Uhr morgens. Ihr Vorstellungsgespräch würde erst in drei Stunden beginnen. Sie hatte noch genug Zeit, um vorher das Meer zu sehen. Sie wollte einmal ihre Hände in die sich kräuselnden Wellen tauchen und den Sand unter ihren Fußsohlen spüren. Mit diesem Trost im Herzen konnte sie jederzeit nach Hause fahren, ganz egal, was der Termin später ergeben würde.

Sie machte sich keine großen Hoffnungen. Jobs auf der Insel waren bestimmt begehrt, und obwohl sie über reichlich Verkaufserfahrung verfügte, hatte sie noch nie in einem auch nur ansatzweise trendigen Klamottenladen gearbeitet. In dem Shop wurde überwiegend Surf- und Sportswear verkauft, doch man konnte dort auch die einschlägige Markenbekleidung für Outdoor-Enthusiasten und Hipster bekommen, wie sie auf der Website gesehen hatte. Auf ihre Bewerbung hin - ausgeschrieben war eine Vollzeitstelle - hatte der Inhaber ihr eine E-Mail geschickt und sie völlig formlos zu einem persönlichen Treffen eingeladen. Sie hatte zugesagt, ohne lange zu überlegen. Selbst wenn es nur eine winzige Chance gab, das nervige Berlin gegen diese wunderschöne Insel einzutauschen, würde sie sie ergreifen. Vielleicht konnte sie damit punkten, dass sie durchtrainiert genug aussah, um sportwütige Kunden glaubwürdig beraten zu können. Dass sie ein bisschen Angst vor Wasser hatte und Surfen deshalb ganz oben auf ihrer Not-to-do-Liste stand, musste ja niemand erfahren.

Ihr Blick wanderte über den stillen Strand zu ihrem Hund, der ein paar Meter entfernt völlig selbstvergessen im Sand buddelte. Sie pfiff leise, doch er reagierte nicht. Warum sollte er auch? Er hatte gerade sein persönliches Paradies auf Erden entdeckt und würde sich für immer taub stellen, wenn es sein musste.

Sie seufzte. Wenn sie später ihr Bewerbungsgespräch hatte, konnte sie ihn nicht in Sandras Auto lassen, dafür war es bereits zu warm. Vielleicht gab es die Möglichkeit, ihn vor der Tür anzubinden, vorausgesetzt, sie fand einen schattigen Platz.

Apropos Platz - sie musste noch ein Café oder notfalls auch eine Tankstellentoilette auftreiben, wo sie sich frisch machen konnte. Sie war die halbe Nacht gefahren und fühlte sich klebrig und verschwitzt. Ihr wäre es lieber gewesen, sie hätte am vorherigen Abend anreisen und sich ein Zimmer nehmen können, anstatt übernächtigt direkt von der Autobahn kommend hier aufzuschlagen. Aber sie war so pleite, dass sie nicht mal dreißig Euro für die billige Absteige zusammenkratzen konnte, auf die sie im Internet gestoßen war. Schon das Benzingeld für die Fahrt hatte sie anderweitig einsparen müssen. Sandra, die gute Seele, hatte ihr den Wagen volltanken wollen, doch irgendwo musste Schluss sein. Sie war mehr als dankbar, dass ihre Freundin ihr das Auto geliehen hatte und sie sich für das Vorstellungsgespräch den kurzen sportlichen Jumpsuit in Olivgrün hatte borgen dürfen, der eigentlich Sandras ältester Tochter gehörte. Die Fünfzehnjährige und sie trugen die gleiche Größe.

Ihr eigener Kleiderschrank gab an Sommergarderobe nicht viel her außer ein paar T-Shirts, verblichenen Kleidchen, abgeschnittenen Jeans und natürlich ihren heißgeliebten Lauftights. Nichts davon war ihr tauglich erschienen für den heutigen Tag.

Sie pfiff noch einmal nach dem Hund, während sie durch den weichen Sand stapfte. Erst kurz vor der Wasserlinie blieb sie stehen. Die Wellen glitten murmelnd bis an ihre Zehen heran und zogen sich zurück; hin und zurück, in einem ewigen, gleichbleibenden Rhythmus. Wie gebannt starrte sie auf ihre nackten Füße, fasziniert wie ein Kind, das zum ersten Mal das Meer sieht. Dann beugte sie sich vor und berührte mit den Fingerspitzen das kristallklare Wasser, tauchte die Hände hinein und grub sie in den nachgiebigen Meeresboden. Die Wellen umspülten ihre Handgelenke. Es fühlte sich an, als würden kühle Finger ihre Haut st

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