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Tausche Alltag gegen Horizont Roman von Lux, Anne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.03.2021
  • Verlag: tolino media
eBook (ePUB)
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Tausche Alltag gegen Horizont

++ Postkartenidyll ist nicht automatisch Paradies: Der finale Band der Cornwall-Trilogie von Bestseller-Autorin Anne Lux ist eine mitreißende Geschichte über die verschlungenen Wege zum Glück +++

Ein Cottage mit Meerblick und eine eigene Galerie machen noch kein perfektes Leben. Das hatte Vivian auch nicht erwartet, als sie vor zwei Jahren von München auf die idyllische Insel St. Mary's vor der Küste Cornwalls gezogen war. Als Fotografin zufrieden und mit Paddy glücklich sein, mehr wollte sie nicht. Doch ihre beruflichen und privaten Pläne werden durch eine Verkettung unglücklicher Umstände jäh durchkreuzt. Vivian muss rasch handeln, damit nicht alles auseinanderbricht, was sie sich auf St. Mary's aufgebaut hat. Ein lukrativer Auftrag führt sie nach New York, doch dort wird alles noch viel komplizierter. Denn Vivian wird völlig unerwartet mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert - und trifft eine fragwürdige Entscheidung.

Anne Lux lebt und arbeitet in München. Neben ihrem Hauptjob im Kulturbereich schreibt sie regelmäßig Romane. Ihre Liebes-Trilogie und die zwei Cornwall-Bücher "Tausche Alltag gegen Insel" und "Tausche Alltag gegen Glück" standen wochenlang in den Bestseller-Listen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 07.03.2021
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783752134049
    Verlag: tolino media
    Größe: 327 kBytes
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Tausche Alltag gegen Horizont

Kapitel 2

Im Haus war es dunkel und still. Vivian stellte ihren Rucksack neben der Tür ab, streifte die Schuhe von den Füßen und blieb eine Weile einfach stehen, wiegte den Kopf hin und her und massierte den Übergang vom Hals zu ihrer rechten Schulter, wo der Muskel sich hart und heiß anfühlte. Tesco kam aus dem Wohnbereich angeschlichen, schnüffelte pflichtschuldig an ihren Beinen und tapste gähnend wieder davon. Vivian wusste, dass der Hund sie ganz okay fand, aber minutenlange Freudentänze, bei denen sein Schwanz sich hin und her bewegte wie ein Metronom auf Speed, waren Paddy vorbehalten.

In der Küche trank sie zwei Gläser Wasser und stieg dann im üblichen Zickzack die Treppe nach oben, um die Stellen auszusparen, die am lautesten knarzten.

In der Badewanne stand das Wasser noch, eine unbewegte, blasslila Flüssigkeit, die interessant harmonierte mit den neuen blauen Kacheln, die sie eigenhändig verlegt hatten. Vivian schnupperte. Paddy schien in Lavishly Lavender eine ausgiebige "kleine Auszeit vom Alltag" genommen zu haben, wie es der Slogan auf der Flasche aus abbaubarem Material versprach, die jetzt halbvoll auf dem Wannenrand stand. Der Badezusatz war in einer Goodie Bag gewesen, die allen Gästen einer Hochzeit mitgegeben worden war, die Vivian vor vier Wochen fotografiert hatte. "Lavendel-Lust" hatte das Motto der zwei Tage gelautet, weil sich die Großeltern der Braut (oder des Bräutigams?) im letzten (oder vorletzten?) Jahrhundert auf einer Lavendel-Farm in Vivian-wusste-es-nicht-mehr kennengelernt hatten, sechsundsiebzig Jahre verheiratet gewesen und immer wieder an den Ort ihres ersten Treffens gefahren waren.

Alles hatte nach Lavendel gerochen auf dieser Hochzeit. Die Seifen in den Toiletten, die Menükarten, die Servietten, die Kerzen. Sämtliche Sträuße - die an den Tischen in blasslila Vasen sowie die in den Händen der Braut und ihrer, natürlich lavendelfarbene Kleider tragenden Maids - hatten Lavendel enthalten. Als Vivian und Polly nach Hause gegangen waren, hatten sie geduftet wie jene kleinen Kissen, die man sich zwischen die Wäsche steckt, damit sie frisch bleibt.

Der gleiche Duft empfing Vivian jetzt, als sie in das Schlafzimmer trat und im Dunkeln auf das Bett zuging. Vorsichtig schob sie ihre nackten Zehen nach vorne, damit sie nicht über Kleidungsstücke stolperte, die Paddy gerne großzügig über den Boden verteilte, wenn er müde war. Und er musste sehr müde gewesen sein, denn er hatte nicht nur vergessen, das Badewasser abzulassen, sondern auch den Prozess der Dentalpflege unterbrochen. Seine blaue Zahnbürste hatte auf dem Rand des Waschbeckens gelegen, üppig mit rot-weiß gestreifter Paste belegt, die eindeutig unbenutzt war.

Vivians großer Zeh stieß an etwas Kühles, das leise klirrte, vermutlich eine Gürtelschnalle. Das Bettzeug begann zu rascheln, es raschelte noch richtig laut, weil Vivian es gestern erst gewechselt hatte.

"Viv?", krächzte Paddy.

"Tut mir leid, ich wollte dich nicht wecken."

"Macht nichts. Komm rein."

"Du hörst dich noch schlimmer an als heute Morgen." Vivian schlüpfte unter die Decke, blieb aber in ihrer Betthälfte liegen und tastete im Dunkeln nach Paddys Stirn. "Hast du mal Fieber gemessen?"

"Ich hab kein Fieber, ich hab einfach eine Erkältung. Morgen geht es wieder."

"Ich finde, du solltest morgen einfach im Bett bleiben."

"Und wer macht dann meine Flüge?"

"Lenny? Wie ausgemacht, wenn du nicht kannst?"

"Das geht nicht."

"Wieso nicht? Er hat gesagt, dass er dir in Notfällen aushilft."

"Es ist kein Notfall, Viv, es ist eine Erkältung." Er hustete ausgiebig, bevor er weitersprach. "Ich habe einen ausgebuchten Abendflug morgen, die erste richtige Buchung über meine Homepage." Das Wort "meine" kam kieksend aus seinem Mund, wie bei einem Stimmbrüchigen. "Die kann ich nicht gleich wieder an die Konkurrenz geben.

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