text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Tausche Alltag gegen Insel Roman von Lux, Anne (eBook)

  • Verlag: tolino media
eBook (ePUB)

5,99 €1

3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Tausche Alltag gegen Insel

++ Ein Roman über Liebe, Träume, Sehnsüchte und Sehnsuchtsorte ... +++ Kunstlehrerin Vivian würde ihrem Leben bestenfalls die Note 4 geben: Alles ist irgendwie ausreichend, aber weit davon entfernt, perfekt zu sein. Nur ihr Kollege Jonas und die Gefühle, die er bei ihr auslöst, sorgen für Lichtblicke. Doch Vivians zartes Liebesleben rückt schlagartig wieder in den Hintergrund, als sie einen unerwarteten Anruf aus England erhält. Es folgen eine spontane Reise auf die Scilly-Inseln vor der Küste Cornwalls, eine Beerdigung der etwas anderen Art und eine emotionale Begegnung mit ihrer Vergangenheit und ihren Träumen von früher. Was wäre, wenn sie die Chance erhielte, sie doch noch zu verwirklichen ...?

Anne Lux lebt und arbeitet in München. Neben ihrem Hauptjob im Kulturbereich schreibt sie regelmäßig Romane. Ihre Liebes-Trilogie und die zwei Cornwall-Bücher "Tausche Alltag gegen Insel" und "Tausche Alltag gegen Glück" standen wochenlang in den Bestseller-Listen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 260
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739410920
    Verlag: tolino media
    Größe: 222 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Tausche Alltag gegen Insel

Kapitel 1

Neunundzwanzig Augenpaare waren auf Vivian gerichtet. Oder besser: Neunundzwanzig Augenpaare blickten knapp an ihr vorbei oder durch sie hindurch und starrten einfach ins Nichts.

Es war Vivians anstrengendste Stunde in der Woche. Kunsterziehung in der 11a am Donnerstagnachmittag - das war häufig wie eine One-Woman-Show vor neunundzwanzig Untoten, deren Aufmerksamkeitsspanne sich seit morgens um dreiviertel acht beständig verkleinert hatte. Neunundzwanzig Untote, die ihr nichts mehr entgegenzusetzen hatten außer trägem Desinteresse.

Vivian warf einen raschen Blick aus dem Fenster, das laut Schulordnung nicht mehr geöffnet, sondern zwischen den Stunden nur noch kurz gekippt werden durfte. Das hatte zwar dazu geführt, dass keine Kaugummis mehr aus dem zweiten Stock gespuckt wurden und in den Büschen im Hof landeten, verhinderte aber auch eine gründliche Stoßlüftung. Es kam nicht genügend Frischluft in den Raum, um den Klassen-Mief, eine Mischung aus Schweiß, Parfüm, Östrogen und Testosteron, zumindest temporär zu vertreiben.

Draußen kündigte der Tag bereits sein Ende an, obwohl er noch über acht Stunden Schicht hatte. Es schien bereits zu dämmern, die wenigen verbliebenen Blätter an den Bäumen wurden von einem hartnäckigen Wind geschüttelt, der laut Wetterbericht noch deutlich stärker werden sollte.

Vivian seufzte innerlich. Der November war nicht ihr Lieblingsmonat. Vor allem weil seine Anwesenheit unweigerlich darauf hinwies, dass schon bald gewisse Ereignisse eintreten würden. Ereignisse, die sie seit letztem Jahr nicht mehr mochte: Weihnachten und Silvester.

"Frau Steiner?"

"Ja?"

"Sie wollten uns noch die Arbeiten rausgeben ..."

Vivian sah auf ihre Armbanduhr, die sie längst hatte austauschen wollen gegen eine neue, weil die jetzige sie ebenfalls an Weihnachten erinnerte. Noch knapp drei Minuten bis zum Gong.

"Das stimmt, Simon, vielen Dank."

Kurzes Aufflackern in einem Augenpaar, zartes Rot, das in Wangen schoss, Lippen, die für Sekunden ein Lächeln andeuteten.

Zumindest Simon zeigt vage Anzeichen, dass Leben in ihm steckt, dachte Vivian und sah auf den Kopf seines Banknachbarn Manuel, der inzwischen bewegungslos auf der Tischplatte lag.

"Die meisten von euch ...", sagte sie und legte ihre rechte Hand auf den Stapel, der auf dem Lehrerschreibtisch lag, "haben die Aufgabe wirklich gut gelöst, kreativ und engagiert."

Keine Reaktion aus ihrem Publikum.

"Kunst im öffentlichen Raum, die Gestaltung eines Ortes, an dem jeden Tag Hunderte, wenn nicht Tausende Menschen vorbeikommen - wie gesagt, die meisten hatten tolle Ideen ..." Sie griff mit Daumen und Zeigefinger nach dem obersten Blatt Papier. "Aber bei deinem Beitrag, Manuel, war ich mir nicht ganz sicher ..." Sie hob das Blatt hoch. "Ich nehme an, du wolltest griechische Säulen malen und wurdest dann ... abgelenkt, von etwas, was interessanter und animierender war und deine ursprüngliche Intention in andere Bahnen gelenkt hat?"

Die müden Ausdrücke veränderten sich nicht, ein paar Augenpaare wurden gerollt.

Okay, hätte ich auch witzig machen können, dachte Vivian und legte das Blatt wieder ab.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich irgendjemand, vor allem eine Frau, darüber freut, wenn sie in einer Unterführung flankiert wird von überdimensionierten ... männlichen Geschlechtsteilen."

Noch letztes Jahr hätten bei dem letzten Wort zumindest einige der Mädchen gekichert, vielleicht auch der eine oder andere Junge. Jetzt: nichts. Manuels Kopf blieb bewegungslos auf dem Tisch liegen.

"Können wir uns darauf einigen, in Zukunft darauf zu achten, keine derart sexualisierten ..."

Der Gong schnitt ihr das Wort an und wiederbelebte die lethargischen Gestalten vor ihr. In Windeseile schoben sie ihre Sachen in die Rucksäcke und die Stühle nach hinten. Nur Simon packte mit bedächtigen Bew

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen