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Tausche Schwester gegen Gummibärchen Sternstunden einer glücklichen Familie von Walitzek, Gisela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.05.2016
  • Verlag: Kadera-Verlag
eBook (ePUB)
2,99 €
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Tausche Schwester gegen Gummibärchen

Kinder sind ein Quell steter Freude. Doch wer will sich schon stetig freuen? Das wagt Autorin Gisela Walitzek augenzwinkernd zu fragen. In "Tausche Schwester gegen Gummibärchen" erzählt sie von Entenfüßen, ungebetenen Gästen, knüppeldickem Zorn und gediegenem Mist. Mit herzerfrischender Logik finden der sechsjährige Malte und die vierjährige Marie verblüffende Lösungen - selbst für Unerklärliche Familien-Obskuritäten, die so unwirklich anmuten wie eben UFOs, die uns aus heiterem Himmel bedrohen oder fröhliches Licht in die dunkle Nacht bringen. In den "Sternstunden einer glücklichen Familie" weichen gute Vorsätze gelegentlich der profanen Überlebensregel "Rechne mit dem Allerschlimmsten und es kann nur besser kommen". Ein herzerfrischendes Lesevergnügen für Eltern, die täglich ähnliche Situationen durchstehen müssen...

GISELA WALITZEK ist an der Mittelmosel aufgewachsen und nach dem Studium (Politikwissenschaft, Germanistik, Publizistik) über Umwege in Norderstedt bei Hamburg gestrandet. Als junge Mutter beschreibt sie Anfang der 90er Jahre in einer Anthologie ihr bescheidenes Traumziel: eine geschriebene Seite pro zehn gewechselte Windeln. Die Kinder sind erwachsen, die geschriebenen Seiten ungezählt. Neben ihrem Broterwerbsjob arbeitet Gisela Walitzek als Journalistin und Autorin (Buchveröffentlichungen, Radiogeschichten für Kinder). Fünf Jahre lang begleitet sie Norderstedt und Hamburg mit 'Spitzer Feder'. Gemeinsam mit Koautor Stephan Poost startet sie 2011 zur satirischen Großoffensive: Während der laufenden Landesgartenschau wird Norderstedt in einem Krimiblog zum Schauplatz eines gartenschaurig-schönen Verbrechens.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 101
    Erscheinungsdatum: 18.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783944459219
    Verlag: Kadera-Verlag
    Größe: 1090kBytes
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Tausche Schwester gegen Gummibärchen

Wie ich dazu kam, dieses Buch zu schreiben "Sag mal", sagte einst mein lieber Mann und musterte verstohlen den Stapel Babykataloge, "trägst du dich vielleicht mit Gedanken an irgendwelche Veränderungen von Wichtigkeit?" Ich dachte ernsthaft darüber nach! Als ich beschloss, Kinder zu haben und vorbildliche Mutter zu werden, geschah dies erst nach reiflicher Überlegung. "Lass dir bloß nichts erzählen", hatte mir eine Insiderin mit auf den Weg gegeben, "in puncto Kinder gibt es nämlich nur eine einzige Überlebensregel. Rechne mit dem Allerschlimmsten und es kann nur besser kommen!" Ich hatte einen wohlwollenden Blick auf ihre Lieben geworfen, wovon Liebes Nummer Eins gerade mit seinen Honigfingern mein Sofa begrabschte, während Liebes Nummer Zwei vierhundert Blatt doppellagiges Toilettenpapier in der Wohnung entrollte, und hatte es mir zu Herzen genommen. So kam es, dass ich zwar wild entschlossen war, selbst kleine Monster innigst zu lieben, doch gänzlich unvorbereitet war auf die Richtung, aus der der Schlag dann tatsächlich kam. "Von Beruf also Hausfrau", sagte nämlich die Dame vom Amt beim ersten Behördengang. "Von Beruf also Mutter", protestierte ich. "Muttersein ist ein Zustand und kein Beruf", belehrte mich die Dame vom Amt. "Von Beruf also Hausfrau", bestimmte sie sodann despotisch. So wurde ich - ohne es zu wollen und von Amts wegen - zur den Haushalt führenden Ehefrau. Ich hätte mich gar nicht erst darauf einlassen sollen. "Was kümmert dich denn die Dame vom Amt?", beruhigte mich mein lieber Mann. Er hatte gut reden. Von Amts wegen war er nicht mehr und nicht weniger als der Vater und damit das Familienoberhaupt und der Ernährer noch dazu. Malte, das Söhnchen an meinem Busen, schmatzte versöhnlich. Also verdrängte ich den Vorfall erst mal hinter anderen Sorgen. Ich stillte und wickelte und wickelte und stillte und zwängte mich erst nach Monaten wieder aus dem Kokon, der mich inzwischen vom schnöden Rest der Welt trennte. Doch der sah mich urplötzlich mit anderen Augen an. Vorbei war die Nachsicht, die der lässigen Haushaltsführung berufstätig Kinderloser gebührt. Vorbei war die Schonfrist, die frischgebackene Mütter noch am Leben hält. Wo ich auch ging und stand, forderte das Wörterbuch plötzlich und unerbittlich von mir sein Recht. Hausfrau und Mutter! Eingedenk der Reihenfolge schwante mir wahrlich nichts Gutes. "Putz mich", murrte irgendwann selbst die Fensterscheibe. "Nicht schon wieder", protestierte ich. "Dass ich nicht lache", kreischte sie, "du bist die einzige Hausfrau weit und breit, die den Fensterschmuck von Weihnachten zwar notdürftig abgekratzt, die Scheiben danach aber nicht geputzt hat." "Ja und?" Ich war mir keiner Schuld bewusst. "Wenn die Sonne drauf scheint, kann man die Umrisse der Engel noch sehen. Dabei basteln andere Frauen längst schon am Osterschmuck. Was sollen bloß die Leute denken?", stöhnte sie, "gute Hausfrau - gute Mutter! Schlechte Hausfrau - schlechte -" Ich überlegte, was mir die freundliche Fensterscheibe wohl noch hatte sagen wollen, bevor ich sie durch beherztes Zuschlagen zum Schweigen gebracht hatte. Dann beschloss ich, dass es vielleicht besser war, ins Lager der berufstätigen Mütter überzuwechseln, um vom ersten selbstverdienten Geld eine starke Hand für die aufmüpfigen Fensterscheiben zu bezahlen. "Ich bin Mutter und suche einen passenden Beruf", sagte ich. "Aber Muttersein ist doch der schönste aller denkbaren Berufe", belehrte mich die Dame vom Amt. So gesehen hatte sie eigentlich recht. So kam es, dass ich beschloss, meinen Zustand zum Beruf zu machen. Wenn Sie es nun also auf sich nehmen wollen, Ihre Fensterscheiben auch in Zukunft selbst zu putzen, um sich vom gesparten Geld ein schönes Buch zu kaufen, kann ich vielleicht irgendwann mal von meinem Muttersein leben. Bis dahin ist noch mindestens die Hälfte von dem, was und worüber ich schreibe, erstunken und erlogen - zumindest haarscharf an der Wahrheit vorbei. Das sollte Sie un

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