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Tausend Wellen fern 2 von Maly, Rebecca (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.07.2016
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Tausend Wellen fern 2

Das Schicksal führt die junge Irin Kaylee auf abenteuerliche Wege. Sie findet sich auf einem Walfangschiff wieder. An Bord herrschen raue Sitten, doch sie weiß sich zu behaupten und kommt ihrem eigentlichen Ziel Neuseeland langsam näher. Bei Landgängen lernt sie an der Seite des Matrosen Timothy MacFarley die raue Schönheit der Südinsel kennen. Doch in Gedanken ist sie immer bei ihrer verschollenen Mutter - wird sie sie wiederfinden?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 71
    Erscheinungsdatum: 08.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955308148
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1297 kBytes
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Tausend Wellen fern 2

KAPITEL 1

Timothy stand im Krähennest und hielt Ausschau nach Walen. Schon seit ihrem Landgang auf der Mittelinsel hatten sie keinen mehr gesehen. Vielleicht stimmte es, was manche behaupteten: Die Wale wurden weniger.

Eigentlich war es unvorstellbar. Das Meer schien so weit und so endlos. Unzählige Wale und Fische dürften dort unter der Wasseroberfläche leben. Und doch fingen sie hin und wieder Tiere, die bereits verrostende Harpunen im Leib hatten oder gar Steinwaffen der Maori. Es musste lange dauern, bis sie zu ihrer beachtlichen Größe herangewachsen waren. Er hatte gehört, dass die Kolosse weit über hundert Jahre alt werden konnten.

Timothy vertrieb die schwermütigen Gedanken und nahm erneut das Fernglas zur Hand, um den Horizont abzusuchen. Es gab mehrere Anzeichen, die auf die Anwesenheit von Walen hindeuten konnten. Konzentrationen von Seevögeln und der Blas der Wale, wenn sie zum Atmen an die Oberfläche kamen.

So früh am Tag, wenn die Sonne noch tief stand, fing sich ihr Licht oft als Halo im feinen Sprühnebel.

Die Tasmansee schimmerte glatt und grau wie Blei.

Timothy liebte es hier oben. So fern von allem.

Ein Sturmvogel saß unter ihm auf der obersten Rahe des Hauptmastes und putzte sein Gefieder. Plötzlich flog er auf.

Timothy setzte wieder das Fernglas an und wurde stutzig. Da trieb etwas auf den flachen Wellen. Oft gab es so nahe der Küste Treibholz. Aber das sah anders aus. Das war ein Mastbaum, wenn er es richtig erkannte.

Und dort schwamm etwas Eckiges. Eine Kiste vielleicht, und dort drüben weißgestrichene Planken.

Das war kein gutes Zeichen. Der Sturm hatte sicher seine Opfer gefunden.

Die Tangaroas Speer segelte ohnehin in diese Richtung. Kein Grund, dem Kapitän eine Kursänderung durchzugeben.

Mit erhöhter Aufmerksamkeit suchte Timothy die Wasseroberfläche in der Nähe der Trümmer ab. Sie waren immer deutlicher zu erkennen. Doch es blieb bei den Trümmern. Er konnte weder Leichen noch Überlebende ausmachen.

Erst am Mittag zeichnete sich ein weißer ovaler Fleck ab.

Ein Rettungsboot! Und wenn er es richtig erkannte, waren mehrere Personen an Bord und es bewegte sich gegen den Wind. Also musste jemand die Ruder benutzen. Der gewählte Kurs war gut, wenn sie ihn beibehielten, würde er sie irgendwann an Land bringen.

"Kapitän!", rief er, um Hobbarts Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. "Ein Rettungsboot, eine halbe Meile voraus, zehn Grad Steuerbord."

Hobbart korrigierte den Kurs. Er rief der Mannschaft etwas zu, doch zu Timothy drangen nur einzelne Wortfetzen hinauf.

Er hielt sein Fernglas starr auf das Rettungsboot gerichtet. Es waren ein Mann und zwei Frauen, alle drei trugen Rettungswesten. Dem Aussehen nach mussten sie von einem Personenschiff stammen. Auf dieser Route fuhren meistens die großen Kompanien von oder nach Australien und Europa.

Timothy lief es eisig den Rücken hinunter.

Er suchte noch einmal das Meer ab, doch es blieb dabei. Ihr Rettungsboot war das einzige weit und breit.

Und das konnte nur bedeuten, dass Dutzende, vielleicht gar über hundert Menschen im Unwetter den Tod gefunden hatten.

Schnell hatten sie die Überlebenden erreicht. Timothy stieg aus dem Krähennest und die Takelage hinunter.

Als er das Deck erreichte, hatten die Männer schon Seile hinabgeworfen und das kleine Boot längsseits an Backbord vertäut. Soeben warfen sie eine Strickleiter hinunter.

Timothy lehnte sich über die Reling und sah in sonnenverbrannte Gesichter. Es waren wirklich nur drei Menschen. "Schaffen Sie es allein hinauf oder brauchen Sie Hilfe?", rief er hinunter.

Der junge Mann sprach mit den beiden Frauen, die mit ihm auf dem Boot waren. "Wir schaffen es allein. Aber wir haben zwei Tote an Bord."

"Darum kümmern wir uns. Kommen Sie erst einmal rauf."

Er winkte eine der Frauen heran und half ihr, die ersten Tritte der St

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