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Terra! von Benni, Stefano (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.07.2016
  • Verlag: Verlag Klaus Wagenbach
eBook (ePUB)
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Terra!

Der Kultroman Terra! ist Krimi und Märchen, Fabel und Comic, Abenteuer und Science-Fiction-Roman, Fantasy und politische Satire in einem. Im Jahre 2157 ist nach sechs Atomkriegen eine neue Eiszeit über unseren Planeten hereingebrochen. Da gelangt eine mysteriöse Botschaft in die Kommandozentrale der sineuropäischen Föderation. Ein neuer Planet wurde entdeckt, der der alten Erde gleicht: mit Wasser, Sonnenlicht und echten Pflanzen und Tieren. Im Jahre 2157 ist nach sechs Atomkriegen eine neue Eiszeit über unseren Planeten hereingebrochen. Da gelangt eine mysteriöse Botschaft in die Kommandozentrale der sineuropäischen Föderation. Ein neuer Planet wurde entdeckt, der der alten Erde gleicht: mit Wasser, Sonnenlicht und echten Pflanzen und Tieren. So brechen drei Raumschiffe auf, um den traumhaften Planeten "Erde 2" zu finden.

Stefano Benni wurde 1947 in Bologna geboren, wo er auch heute noch lebt. 1981 publizierte er seinen ersten Lyrikband, erlebte jedoch den literarischen Durchbruch erst zwei Jahre später mit seinem Science-Fiction-Roman Terra. Seither zählt Benni zu den erfolgreichsten und bekanntesten Autoren Italiens, wo von seinen Büchern - Romane, Erzählungen und Gedichte - mehr als 2,5 Millionen Exemplare verkauft wurden. Seit 1992 hat er zudem zahlreiche Theaterstücke verfasst, von denen die meisten am Teatro dell'Archivolto in Genua uraufgeführt wurden. 1989 führte er Regie bei dem Film Musica per vecchi animali. Benni schreibt regelmäßig Kolumnen für Panorama und die Tageszeitung Il Manifesto.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 29.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783803142153
    Verlag: Verlag Klaus Wagenbach
    Größe: 1683 kBytes
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Terra!

Paris: Ein unerhörtes Abenteuer, das in der Kälte beginnt

Am 29. Juni des Jahres 2157 betrug die Außentemperatur in Paris elf Grad unter Null. Es schneite seit genau einem Monat und sechs Tagen, und nahezu alle Gebäude der Altstadt waren zugedeckt. Das Leben jedoch ging seinen geregelten Gang unter der Erde weiter, in den U-Bahn - und Kanalisationsschächten, in Botanischen Gärten und Anlagen, deren Temperatur konstant bei acht Grad gehalten wurde. Vom obersten Stock einer gigantischen, in Eis gefaßten Pyramide aus starrte ein fröstelnder Mann auf die tote Eisfläche, die sich kilometerweit erstreckte und nur gelegentlich von den Lichtern eines Schlittens belebt wurde. Innerhalb der Stadtmauern gab es nur wenige Gebäude, die sich von der dreißig Meter hohen Schneedecke nicht unterkriegen ließen. Der große Zylinder-Tower des Raumhafens Mitterrand warf die Laserleitstrahlen für die Luftkorridore an den grauen Himmel; es sah aus wie wild-bunte Videospiele. Vom Außenkontrollturm auf der Anhöhe des Fort Montmartre, der Polizeizentrale, aus schlingerten Videokameras wie Polypenarme durch die Luft. Weiter hinten ragte der Eiffelturm hervor, in einer Klarsichtkapsel, ein antikes Souvenir. Und über ihm das prismenförmige Showcenter mit seinen Bildschirmwänden, auf denen ununterbrochen Werbefilme, alte Dokumentarstreifen über die Côte d'Azur und Direktübertragungen von Morden in der Métro flimmerten.

Der Mann hatte seinen Pelz - eine alte Rattenfelljacke - ausgezogen und versuchte, einen Ärmel zu flicken. Er wollte gerade einen Faden in die Nadel fädeln, aber ein Kälteschauer hinderte ihn daran. Im selben Augenblick sah er auf den Überwachungsmonitoren am Eingang der Pyramide hundertfünfzig Stock tiefer vier rote Pünktchen näher kommen. Kein Zweifel, es war die Farbe der Raumoveralls.

Er legte die Nadel weg und drückte die Taste der Video-Gegensprechanlage. Das Gesicht einer Sekretärin mit Brille und einem einsamen roten Haarbüschel auf dem Kopf erschien. "Oh, Fräulein Minnie", sagte der Mann, "herzlichen Glückwunsch zu Ihrer neuen Haartracht. Ist ja hübsch gelichtet! Bei wem lassen Sie denn neuerdings frisieren?"

"Beim Bestrahlen", zischte die junge Frau. "Was wünschen Sie?"

"Vor allem eine größere Nadel. Und dann möchte ich wissen, ob die Zweibeiner am Eingang die sind, die ich erwarte."

"Jawohl, Herr Premierminister", sagte die junge Frau, "Ihre Geheimmission ist da." Die vier Zweibeiner reckten die Köpfe und bestaunten die riesige Konstruktion mit den eisigen Zinnen über sich. Der Sitz der Sineuropäischen Föderation - eine dreifache Pyramide von 512 Meter Höhe - war das dritthöchste Gebäude der Welt nach dem fast 800 Meter hohen Atari-Turm des Japanischen Militärreichs und dem 1030 Meter hohen "Gebirge der Ordnung", dem Sitz der sieben Aramerussischen Scheichs.

Diese Superbauten waren sofort nach dem sechsten Weltkrieg errichtet worden, als drastisch deutlich geworden war, daß sich die große Wolke, die die Sonne von der Erde fernhielt, zumindest auf absehbare Zeit kaum wieder verdrücken würde. Tausende von Gigatonnen Staub, Gas und radioaktive Schlacken, die durch die atomaren Explosionen in die Atmosphäre geschleudert worden waren, hatten der Erde eine Eiszeit ohne Aussicht auf Wende beschert und eine weltweite Energiekrise heraufbeschworen. Und wie um das Glück der Überlebenden vollkommen zu machen, waren sämtliche Meere zugefroren und verseucht und die Außenluft äußerst radioaktiv; außerdem sausten jeden Tag irgendwelche "Hobos" auf die Erde nieder - Einzelteile der dreitausend Satelliten und Raketen, die im Krieg ins All geschossen worden und da oben außer Kontrolle geraten waren. Ein paar davon, nämlich die aus der Serie der Sensorenbestückten, waren noch immer auf längst zerstörte Städte programmiert und irrten weiter um die Welt auf der Suche nach einem feindlichen Ziel, das es schon lange ni

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