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Thereses Geheimnis Roman von Rabe, Verena (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.01.2017
  • Verlag: dotbooks
eBook (ePUB)
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Online verfügbar

Thereses Geheimnis

Eine Vergangenheit, die das Leben verändert ... 'Thereses Geheimnis' von Erfolgsautorin Verena Rabe jetzt als eBook bei dotbooks. Ihre Großmutter Therese bedeutet alles für Marie - schon immer war sie Mutter und beste Freundin in einem. Als Marie nach ihrem Studium nicht weiß, wo ihr Leben sie hinführt, kehrt sie zunächst in das schöne Haus in Blankenese zurück. Aber dann verstirbt Therese - und Maries Welt droht zu zerbrechen. Allein die Aufgabe, die Hinterlassenschaften ihrer Oma zu ordnen, hält sie aufrecht. Doch dabei stößt sie auf ein Geheimnis, das weit in die deutsche Vergangenheit zurückreicht - und das Marie zweifeln lässt, ob sie ihre Großmutter je wirklich gekannt hat ... Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Thereses Geheimnis' von Erfolgsautorin Verena Rabe. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag. Verena Rabe, geboren und aufgewachsen in Hamburg, liebt es zu reisen. Besonders europäische Küsten haben es der Seglerin angetan. Für ihre Geschichten unternimmt sie lange Recherchereisen und lässt die Orte, die sie beschreibt, intensiv auf sich wirken. Sie hat Geschichte studiert und als Journalistin gearbeitet, bevor sie Schriftstellerin wurde. Bisher hat sie sieben Romane veröffentlicht. Verena Rabe lebt mit ihrem Mann in Hamburg, hat zwei erwachsene Kinder und verbringt viel Zeit in Berlin, ihrer zweiten Heimat. Bei dotbooks erscheinen außerdem Verena Rabes Romane 'Ein Lied für die Ewigkeit', 'Charlottes Rückkehr', 'Thereses Geheimnis' und 'Die Melodie eines Sommers'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 217
    Erscheinungsdatum: 30.01.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958248915
    Verlag: dotbooks
    Größe: 905 kBytes
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Thereses Geheimnis

Kapitel 2

Trägt sie ihren Ehering noch?, fragte sich Marie Beeken, als sie auf ihr Gepäck am Hamburger Flughafen wartete. Immer hatte Oma Therese Ringe an den Fingern getragen. Nur wenn sie schwierige Gerichte zubereitete, lagen sie in einer kleinen Schale neben der Spüle. Sie überlegte sich, wie lange Opa Friedrich schon tot war. Fünf Monate? Sie hatte es vergessen. Bei seiner Beerdigung war sie noch gewesen. Mitten in der Examenszeit. Danach hatte sie in München ihr Magisterexamen bestanden, zwei Tage später ihre Wohnung aufgelöst und ihre paar Möbel in einem Kleintransporter nach Hamburg gefahren. Jetzt lagerten sie bei Oma Therese auf dem Dachboden. Damals war sie nur einige Tage in Hamburg gewesen und dann mit dem Vorsatz nach London aufgebrochen, nicht mehr zurückzukehren. Und nach drei Monaten war sie nun doch wieder hier.

Marie schob den Gepäckwagen durch die Absperrung. Sie entdeckte Thereses zimtfarbenen Mantel im Meer der blauen Blazermäntel sofort. Eine Frau mit weißen aufgesteckten Haaren und einem beigen Tuch im Ausschnitt winkte ihr zu. Marie erschrak wie jedes Mal, wenn sie ihre Großmutter längere Zeit nicht gesehen hatte, denn in ihrer Erinnerung war Therese immer noch eine 55-jährige Frau, deren rotbraune Haare nur einige graue Strähnen durchzogen, sie sah grüne Augen in einem wenig faltigen Gesicht, sie fühlte eine weiche Hand, die ihre Wange streichelte. Ihre Stimme hatte sich in den vergangenen zwanzig Jahren überhaupt nicht verändert, sie klang immer noch mädchenhaft hell, nicht hoch oder schrill, sondern sehr jung. Deshalb vergaß sie jedes Mal, wenn sie mit Therese telefonierte, wie alt ihre Großmutter schon war.

Als sie Therese begrüßte, musste sie sich zu ihr hinunterbeugen, das war eigenartig, sonst war Marie es immer, zu der sich die meisten Frauen hinunterbeugten. Sie wurde von weichen Armen umfangen und an die Hügel großer Brüste gedrückt, fühlte dann feuchte Lippen auf ihrer Wange und Finger, die ihr durch die Haare strichen.

"Marie, schön, dass du endlich da bist", sagte Therese an ihrer Schulter. Marie roch dasselbe Parfüm wie als kleines Mädchen, wenn sie sich an ihre Großmutter geschmiegt hatte, um sich trösten zu lassen. Früher hatte sie gedacht, Großmütter würden von Natur aus so riechen, heute wusste sie, dass es Chanel 5 war und dass Therese es immer in einem Zerstäuber in ihrer Handtasche mitnahm, wenn sie aus dem Haus ging. Sie schämte sich, dass sie vergessen hatte, eine Flasche im Dutyfreeshop zu besorgen.

"Du bist ja dünn geworden, Marie, und was ist mit deinen Haaren?", hörte sie Therese sagen und fühlte sich plötzlich wieder wie mit sechzehn, als sie zum ersten Mal allein zum Friseur gegangen war und ihre Oma zwei Tage nicht mit ihr gesprochen hatte, weil sie sich blonde Strähnen hatte färben lassen.

Es würde schwer werden, ihrer Großmutter begreiflich zu machen, dass sie in den vergangenen Jahren erwachsen geworden war.

"Komm, Oma, lass uns gehen", sagte sie und hakte sich bei Therese unter. Nur mühsam konnten sie alles Gepäck in Thereses Golf verstauen. Maries Schultermuskeln verspannten sich, als sie sich auf den Beifahrersitz fallen ließ. Sie wäre am liebsten selbst gefahren, weil sie der vorsichtige Fahrstil ihrer Großmutter wahnsinnig machte, aber sie wollte Therese nicht verärgern, und so versuchte sie nicht darauf zu achten, dass sich hinter ihnen schon nach zwei Kilometern die Autos stauten, weil Therese mitten auf der vierspurigen Straße fuhr und niemanden überholen ließ, obwohl der Tacho nur 50 km/h anzeigte. Oma wird erst wieder ansprechbar sein, wenn sie die Elbe sieht und in die sicheren Elbvororte eingefahren ist, dachte Marie. Sie wusste, dass ihre Großmutter allen anderen Autofahrern misstraute. Früher war sie mit Marie in den Elbvororten oft Umwege gefahren, um nicht auf großen Straßen unterwegs sein zu müssen.

Marie schloss die Augen, blendete das Geräusch des abrupten Schalte

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