text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Thomas & Mary von Parks, Tim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.03.2017
  • Verlag: Verlag Antje Kunstmann
eBook (ePUB)
10,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Thomas & Mary

30 Jahre sind Thomas und Mary verheiratet. Sie haben zwei Kinder, einen Hund, ein Haus im Grünen. Aber nach Jahren des Auseinanderlebens kommt es - endlich - zu einer Entscheidung. In dieser umgekehrten Liebesgeschichte erzählt Tim Parks, was passiert, wenn die Zuwendung und Hingabe, die ein Paar am Anfang füreinander hatte, sich verwandelt: in lange Spaziergänge mit dem Hund, in die Vermeidung, zur gleichen Zeit ins Bett zu gehen, in Spannungen, wer die Kühlschranktür offen gelassen oder den Tisch nicht abgeräumt hat. Zwischen Komödie und Tragödie pendelt dieser wunderbar leichte Roman, in dem 30 Jahre Ehe mit kühlem Kopf und warmem Herzen überprüft werden, die Abhängigkeiten, die Zärtlichkeit, der Verrat. Es ist die leidenschaftlich intime Chronik einer Ehe, die Tim Parks erzählt, wie sie vielen Leserinnen und Lesern bekannt sein dürfte. Und wie er die Ausläufer des schmerzlichen Verlusts schildert, der durch die ganze Familie geht, wenn das Paar im Grunde seiner Herzen beschlossen hat, dass es vorbei ist - das macht ihm keiner nach. Tim Parks, geboren 1954 in Manchester, wuchs in London auf und lebt seit 1981 in Italien. Seine Romane und seine erzählenden Sachbücher wurden von der Kritik hochgelobt und sind in viele Sprachen übersetzt. Er hat das Werk von Italo Calvino, Roberto Calasso, Alberto Moravia und Machiavelli ins Englische übersetzt und unterrichtet Literarisches Übersetzen an der Universität Mailand.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 272
    Erscheinungsdatum: 01.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956141782
    Verlag: Verlag Antje Kunstmann
    Originaltitel: Thomas and Mary
    Größe: 738 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Thomas & Mary

BETTZEITEN

MONTAGABEND, 22.30 UHR. Thomas sitzt mit dem Laptop auf dem Sofa und arbeitet. Mary hat bis eben mit einer Freundin geskypt.

Wenn er den ganzen Abend arbeitet, kann ich ebenso gut ins Bett gehen, denkt Mary und geht ohne ein Wort nach oben. Thomas folgt ihr um Mitternacht, als sie schon fest schläft, das Gesicht zur Wand gedreht.

Dienstagabend, 22.45 Uhr. Mary beschließt, dass der Hund, Ricky, noch einmal rausmuss. Thomas, der sich im ehemaligen Spielzimmer ein Champions-League-Spiel angeschaut hat, geht ins Wohnzimmer zurück und findet es leer vor. Wenn sie mit dem Hund spazieren ist, kann ich ebenso gut ins Bett gehen, denkt er. Mary folgt ihm um Mitternacht, als er schon fest schläft, das Gesicht zur Wand gedreht.

Mittwochabend, 23.00 Uhr. Thomas ist noch mit seinem Freund Alan beim Billard. Mary denkt, da kann sie ebenso gut gleich schlafen gehen und nimmt ihren Hund Ricky mit nach oben, damit er sich in seinen Korb auf ihrer Seite des Bettes legen kann. "Schlaf jetzt", sagt sie zu ihm, als er seine kalte Schnauze unter die Bettdecke schiebt. "Bett, Ricky! Bett!" Thomas folgt ihr um 1.30 Uhr, als sie schon fest schläft, das Gesicht zur Wand gedreht.

Donnerstagabend, 21.30 Uhr. Thomas und Mary sitzen im Wohnzimmer und lesen, er auf dem Sofa, sie auf ihrem Platz am Tisch. Er liest einen Roman von Haruki Murakami, sie ein Buch über die Abrichtung von Cockerspaniels. Ungewöhnlicherweise kommt ihr Sohn Mark nach unten. Hier ist es wärmer, sagt er und klappt seinen Computer auf, um sich einen Film anzusehen, mit Kopfhörern. Der Junge ist vierzehn. Thomas blickt auf und sagt, er würde den Film auch gern sehen, wenn Mark nichts dagegen hat. Mark wendet ein, dass ihm der Film nicht gefallen wird, aber Thomas meint, er will wenigstens mal eine halbe Stunde reinschauen, wenn das okay ist. Mark sagt, na schön und zieht die Kopfhörer raus. Thomas fragt Mary, ob sie den Film auch mitschauen möchte. Mary meint, vor dem Laptop ihres Sohnes ist wohl kaum Platz genug für drei. Mark sagt, sie könnten den Film ja auf dem Fernseher im Spielzimmer gucken. Mary sagt, im Spielzimmer ist es zu kalt für einen ganzen Film, und beschließt, mit Ricky einen Spaziergang zu machen. Thomas findet den Film langweilig, dumm und erschreckend gewalttätig. Es ist schön, neben seinem Sohn zu sitzen, doch um 22.30 Uhr verdrückt er sich und geht zu Bett. Mary folgt ihm um 23.30, als er noch nicht schläft, aber so tut als ob, das Gesicht zur Wand gedreht.

Freitagabend, 19.30 Uhr. Mary hat sich mit ihren Freunden vom Hundeauslauf verabredet. Sie fragt Thomas, ob er mitkommen möchte. Es würde ihm bestimmt Spaß machen, ihre Freunde kennenzulernen, meint sie, und sie würden ihn auch gern kennenlernen. Thomas zögert - er möchte die Leute aus dem Hundepark nicht kennenlernen; das ist nicht seine Welt, sagt er; er wird mit Ricky rausgehen, während sie im Pub ist. Mary wiederholt, dass ihr Sohn mit dem Hund rausgehen kann, damit Thomas mit in den Pub kommen und ihre Freunde treffen kann. Er wiederholt, dass es nicht ganz seine Welt ist. Er muss auch noch arbeiten. Schließlich führt er ein langes Skype-Gespräch mit einem alten Freund. Um sich nicht wieder schlafend stellen zu müssen, denn das ist ihm unangenehm, geht er früh zu Bett. Mary folgt ihm um 23.30 Uhr und schert sich nicht darum, ob er schläft oder nicht, denn sie hat einem Mann, von dem sie glaubt, dass er eine Affäre hat, ohnehin nichts zu sagen.

Samstagabend. Mary sagt, es läuft ein guter Film in dem Kino, das nur zehn Minuten mit dem Auto entfernt ist. Sie fragt ihre Tochter, ob sie hingehen möchte, aber sie möchte nicht. Also fragt sie Thomas, ob er mitgehen will. Thomas erkundigt sich genauer, was für ein Film es ist, sie erzählt es ihm und er beschließt, dass er Lust hat, diesen Film zu sehen, also gehen Thomas und Mary ins Kino und schauen sich den Film an, der We Need to Talk about Kevin heißt, und beide finden ihn bis zu

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen