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Thunfisch ohne Kopf und Gräten Abenteuer Gast. von Malki, Susanne El (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.04.2016
  • Verlag: TWENTYSIX
eBook (ePUB)
3,99 €
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Thunfisch ohne Kopf und Gräten

Ein Abend in einem Restaurant, in dem ein Kellner obskure, unangenehme aber auch grotesk komische Situationen mit unterschiedlichen stereotypen Gästen durchlebt. Die ersten Gäste des Abends Herr Office, Herr Business und Herr Deskjet stürmen zu Beginn des Abends ins Restaurant 'als wäre es eine VIP-Lounge am Flughafen'. Die freundliche Frage des Kellners, ob es denn schon etwas zu trinken sein dürfe, beantworten die Herren mit der Bestellung einer Steckdose. Ihre Laptops bräuchten schließlich dringend Strom. Weitere Gäste folgen Schlag auf Schlag...

Susanne El Malki, gelernte Fotografin, eröffnete im Jahre 1998 gemeinsam mit ihrem Mann ein Restaurant im Herzen von Köln.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 116
    Erscheinungsdatum: 07.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740792374
    Verlag: TWENTYSIX
    Größe: 654kBytes
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Thunfisch ohne Kopf und Gräten

...drei graue Herren

Drei Herren in grauen Anzügen betraten das Restaurant als wäre es eine VIP-Lounge am Flughafen. Einer vorneweg, zwei etwas versetzt rechts und links hinter ihm. Jeder zog einen Trolley hinter sich und jeder trug lässig eine Laptoptasche über der Schulter. Als Schlusslicht trottete ein englischer Jagdhund hinter ihnen her, seine Nase ganz weit nach oben gestreckt. Es roch zwar lecker, aber seine Erfahrung sagt ihm, dass er sicherlich nichts davon abbekommen wird. Eine Wiese zum Toben wäre ihm lieber.

"Guten Abend die Herren! Sie haben reserviert?"

"Ja", bestätigte der Erste, "drei Personen, Firma Deutsch..." Sein Handy klingelte.

"Deutsche Telefon", vervollständigte der Zweite, der nebenbei eine SMS schrieb.

Frank wies den Herren ihren Tisch zu. Dem Himmel sei Dank war Britta sehr ordentlich. Nicht nur im Reservierungsbuch war alles fein säuberlich eingetragen, auch auf den Tischen standen die Reserviert-Schilder mit den dazugehörigen Namen. Zwei der grauen Herren rückten umständlich mit ihren Stühlen herum und packten behände ihre Laptops aus den Taschen. Währenddessen marschierte der Erste laut telefonierend mit großen Schritten durch das Restaurant, bis er den Standort mit dem besten Handyempfang direkt an der Eingangstür gefunden hatte, an die er sich entspannt anlehnte.

Ein Businesstisch fehlte an keinem Abend. 'Business!' schrieb Frank auf seinen Zettel. Spaßeshalber gab er allen dreien einen Namen. Herr Business telefonierte sehr busy. Herr Office mit dem kugelrunden O-Gesicht und abstehenden Ohren war direkt zur Toilette gegangen und Herr Deskjet mit Brille und Pläte stand ratlos mit seinem Laptop in der Hand am Schreibtisch - sorry, natürlich Esstisch. Ein wirklich beeindruckend großer Laptop. Zwischen Messer und Gabel hatte er bei weitem keinen Platz. Der Versuch ihn zu platzieren war von vorne herein zum Scheitern verurteilt. Daneben lag störend die Serviette und dann standen auch noch sechs Gläser auf dem Tisch! Herr Deskjet schüttelte gequält den Kopf. Notgedrungen legte er erst einmal den PC auf dem Stuhl ab. Herr Office, der gerade von der Toilette zurückkam, erkannte das Problem messerscharf. Kurzerhand fing er an, die Gläser, Bestecke, Servietten und eine Getränkekarte von ihrem Tisch auf den eingedeckten Nachbartisch zu verbannen, tatkräftig unterstützt von Herrn Deskjet. Schließlich hatte auf einem Schreibtisch so etwas nichts zu suchen. Endlich hatten sie Platz für ein gut ausgestattetes Büro geschaffen. Beide öffneten zufrieden ihre Trolleys, holten Papiere und Ordner hervor, zogen ihre grauen Jacketts aus und hängten sie über ihre jeweiligen Stuhllehnen. Es piepte und surrte am Tisch bis alle Laptops hochgefahren waren.

Über der rechten Schulter von Herrn Business, der immer noch an der Tür lehnte, erschien eine Hand. Die Hand winkte, um auf sich aufmerksam zu machen. Herr Business, der mit seinem Umfang die komplette Tür blockierte, merkte von alledem nichts. Jetzt gestikulierte die Hand etwas heftiger über der linken Schulter. Kurz tauchte das dazugehörige Gesicht auf und wieder ab. Es klopfte zaghaft und nach nochmaligem Zeichen geben über beide Schultern von Herrn Business öffnete jemand vorsichtig die Tür. Widerwillig machte Herr Business einen Schritt nach vorne und schaute von oben auf eine ältere lächelnde Dame herab: "Dürften wir mal vorbei?"

Gereizt winkte Herr Business die ältere Dame mit ihrem Mann vorbei, um schnell wieder seine gute Empfangsposition einnehmen zu können.

Frau ÄltereDame und ihr Mann, er mit Baskenmütze, die leicht schräg auf seinem Kopf saß, sie mit einer weiten Seidenstola locker um die Schulter drapiert, quetschten sich umständlich an Herrn Business vorbei. In sein Gespräch vertieft bemerkte er nicht den vorwurfsvollen Blick von Frau ÄltereDame. Übermäßig laut begrüßte sie Frank. Dass sie damit Herrn Business sichtlich ärgerte, ließ sie ihren Unmut vergessen. "

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